Galápagos-Riesenschildkröte

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Galápagos-Riesenschildkröte

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schildkröten (Testudinata)
Unterordnung: Halsberger-Schildkröten (Cryptodira)
Familie: Landschildkröten (Testudinidae)
Gattung: Geochelone
Art: Galápagos-Riesenschildkröte
Wissenschaftlicher Name
Geochelone nigra
Quoy und Gaimard, 1824

IUCN-Status
Vulnerable (VU) - IUCN

Die Galápagos-Riesenschildkröte (Geochelone nigra), früher auch Geochelone elephantopus genannt, zählt zur Familie der Landschildkröten (Testudinidae) und gehört zur Gattung der Geochelone. Es gibt fünfzehn anerkannte Unterarten, von denen jedoch vier Unterarten schon ausgestorben sind.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Galápagos-Riesenschildkröte hat sich mit ihren ursprünglich fünfzehn Unterarten endemisch auf jeder Insel den Gegebenheiten, Schwierigkeiten und dem Futterangebot angepasst. Es gibt Tiere mit hochgewachsenem Panzer, mit flachem Panzer und mit weit ausgewölbten Halsschilden. Allen ist ein sehr langer Hals mit einem überdurchschnittlich großen Kopf gemein. Die Männchen haben einen verlängerten Schwanz, der an der Schwanzwurzel verdickt ist. Die Tiere werden etwa 150 Jahre alt, messen bis zu 150 cm Länge und wiegen bis 150 kg.

Unterarten

Galápagos-Riesenschildkröte
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Galápagos-Riesenschildkröte

Verbreitung

Die Herkunft der Galápagos-Riesenschildkröte war namensgebend für diese Art. Die Galápagos Inselgruppe, die zu Ecuador in Süd-Amerika gehört, liegt etwa 960 km vor der westlichen ecuadorialen Küste. Sie stellt eine einzigartige Naturwelt dar. Durch die Abgeschiedenheit dieser Inselgruppe hat sich die Tierwelt dort endemisch entwickelt, und jede Veränderung auf den Inseln hat sofort zur Folge, dass die Tierarten auf den Inseln vom Aussterben bedroht sind.

Beispiel war am 16.01.2001, als der Tanker "Jessika" auf Grund vor der Insel San Cristobal lief und ca 900.000 Liter Schweröl ausliefen. Glücklicherweise wurde das Schweröl durch die Strömung von den Inseln weggetrieben und die Schäden waren eingrenzbar. Trotzdem starben viele Seevögel, Robben und sehr viele der Meeresechsen, unter anderem die Meeresechsen-Art Amblyrhynchus cristatus. Wäre dem nicht so gewesen, so wäre die Tier- und Pflanzenwelt des empfindlichen Lebensraumes für immer zerstört worden.

Aufgrund dessen dürfen nur 75.000 Touristen jährlich die Inseln betreten. Dieses auch nur mit geschultem Personal und auf befestigten Wegen. Das Land Equador, welches für die Inseln nur wenig finanzielle Mittel hat, ist auf die Hilfe durch den Tourismus und die Spenden angewiesen, um sich überhaupt für die Erhaltung einsetzen zu können.

Nahrung

Galápagos-Riesenschildkröte
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Galápagos-Riesenschildkröte

Die Galápagos-Riesenschildkröten ernähren sich vorwiegend von langfaseriger Kost wie Gras, Heu und Stroh. Sie nehmen aber auch Früchte, Blüten und Kakteen z.B. Opuntien zu sich. Manche Arten ernähren sich auch von Sträuchern und Büschen, wodurch sich ihr Panzer sattelförmig verformt hat, um dem Hals mehr Bewegungsfreiheit zu gewährleisten. In den Aufzuchtstationen und in den Zoos wurde festgestellt, dass die Schildkröten zu schnell wachsen, wenn sie zu viel mit nährstoffreicher Kost gefüttert werden. So wurde die Ernährung auf Gras, Heu und Stroh umgestellt. Da ein zu schnelles Wachstum Schaden an den Knochen und der Panzerstruktur zur Folge hat.

Fortpflanzung

Im Alter von 20 bis 30 Jahren sind die Galápagos-Riesenschildkröten geschlechtsreif. In der Regenzeit, zwischen Januar und Juni, paaren sich die Galápagos-Riesenschildkröten. Die Weibchen legen etwa sechs Monate, also zwischen Juni und Dezember, je nach Alter des Tieres, zwei bis maximal zwanzig Eier in eine selbstgegrabene Grube ab. Diese Eiablage findet vorzugsweise in den Vulkankratern statt. Erst nach einigen Probegrabungen und sorgfältiger Prüfung der Konsistenz des Bodens erfolgt die Eiablage. Die etwa 60 mm langen ovalen Eier werden wieder sorgfältig mit Erde bedeckt und dann sich selbst überlassen. Je nach Legeort dauert die Zeitigung der Eier 100 bis 200 Tage.

Die geschlüpften Jungschildkröten haben einen sehr großen Dottersack am Bauchnabel, der sie in der ersten Zeit mit Nahrung versorgt. In den zwei bis vier Wochen wärend sie am Dottersack zehren, verlassen sie die Bruthöhle nicht. Erst danach graben sie sich aus und gehen mit einer Körperlänge von bis zu 75 mm sofort auf Futtersuche. Dann wiegen sie etwa zwanzig Gramm und werden im optimalen Fall im hohen Alter von etwa 150 Jahren ungefähr 200 kg schwer und 150 cm groß. Die Jungschildkröten flüchten sich sogleich in die schützende Vegetation, um dem einzigen Feind, dem Galápagos-Bussard, zu entfliehen.

Rettung

Galápagos-Riesenschildkröte
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Galápagos-Riesenschildkröte

Die Galápagos-Riesenschildkröten auf Galápagos stehen kurz vor der Ausrottung. Dies ist ein jahrhundertelanger Prozess, der schon um 1500 begonnen hat, da Walfänger die Tiere als Proviant in großen Stückzahlen von der Insel mitnahmen. Noch größeren Schaden richtet die Besiedelung der Menschen an, die zur weiteren Dezimierung der Tiere beiträgt. Dies entstand vorwiegend durch die eingeführten Tiere wie Ratten, Mäuse, Ameisen und Hunde sowie alle Huftiere, die die karge Nahrung vollends aufbrauchten.

Deshalb wird mit Internationaler Hilfe in zwei Aufzuchtstationen dagegen gearbeitet. Hier wurde der Bestand in den letzten Jahren durch intensive Aktivitäten wieder auf 15.000 bei elf von fünfzehn Arten erhöht. Wobei die vier anderen Arten für ausgestorben erklärt sind. Angefangen hat das Zuchtprogramm in Zürich und in Philadelphia. In Zürich sind seit 1989 etwa dreißig Jungtiere auf die Welt gekommen. Gleichzeitig werden auf den Inseln wilde Gelege geborgen und mittels Inkubator bebrütet. Die daraus schlüpfenden Jungtiere werden fünf Jahre in Gefangenschaft groß gezogen, um die Gefahr vor Fressfeinden zu minimieren.

Weiterhin werden aufgrund von zu schwachen Populationsdichten einzelne geschlechtsreife Tiere gesammelt, um teilweise die letzten Überlebenden durch Verpaarung zu retten. Dies wurde aber nur mit eindeutig einer der fünfzehn Arten zuzuordnenden Tiere getan, um eine Artvermischung und somit die Ausrottung zu vermeiden.

1970 fand die erste erfolgreiche Auswilderung von 20 fünfjährigen Tieren auf der Insel Pinzon statt. Seither werden durch bessere Inkubatoren und gesammelte Erfahrungen immer mehr gesunde Jungtiere ausgewildert. Diese Maßnahmen waren bisher erfolgreich, da sich selbst die sehr stark gefährdeten Arten wieder in solchen Populationen befinden, dass sich die geschlechtsreifen Partner in freier Natur erfolgreich fortpflanzen können.

Anhang

Links

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