Galápagos Lavaechse

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Galápagos Lavaechse
Weibchen

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Echsen (Lacertilia)
Familie: Leguane (Iguanidae)
Unterfamilie: Kielschwanzleguane (Tropidurinae)
Gattung: Microlophus
Art: Galápagos Lavaechse
Wissenschaftlicher Name
Microlophus albemarlensis
Baur, 1890

Die Galápagos Lavaechse (Microlophus albemarlensis), auch bekannt unter dem Synonym Tropidurus albemarlensis, zählt innerhalb der Familie der Leguane (Iguanidae) zur Gattung Microlophus.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Galápagos Lavaechse erreicht eine Länge von 28 bis 25 Zentimeter. Weibchen bleiben ein wenig kleiner als Männchen. Weibchen weisen eine rötlichbraune Gründfärbung auf, Männchen sind eher bräunlich bis graubraun gefärbt. Ventral ist die Beschuppung deutlich heller gefärbt. Beim Männchen zeigen sich meist gelbliche bis gelblichgrüne Markierungen. Diese fehlen den Weibchen vollständig. Bei den Weibchen zeigt sich an den Kopfseiten eine rote Färbung. Die Färbung kann sich bei beiden Geschlechtern in Abhängigkeit von der Gemütsverfassung ändern. Zudem hängt die Färbung auch stark vom Lebensraum ab. Neben dem Unterschied in der Färbung und der Größe unterscheiden sich die Geschlechter auch deutlich in der Beschuppung. Diese sind beim Männchen deutlich stärker gekielt. Juvenile Galápagos Lavaechsen ähneln dem Weibchen. Sie sind geschlechtlich nur sehr schwer zu unterscheiden.

Lebensweise

Galápagos Lavaechsen sind zwar tagaktiv, ihre aktivste Phase haben die Tiere jedoch in den Vormittags- und späten Nachmittagsstunden. Die aktive Zeit ist hauptsächlich durch die Futtersuche geprägt. Ansonsten halten sich die Tiere auch am Tage verborgen, um den zahlreichen Fleischfressern zu entgehen. Galápagos Lavaechsen sind territorial und leben eher einzelgängerisch. Ein Revier weist in der Regel eine Größe von 100 bis 150 Quadratmeter auf. Die Reviere von Männchen und Weibchen können sich dabei leicht überlappen. Die Kommunikation untereinander erfolgt zum einen über Lautäußerungen, zum anderen über Sichtkommunikation. Während der Paarungszeit spielt vor allem die Körperhaltung, die Bewegung und die unterschiedliche Färbung eine entscheidende Rolle.

Verbreitung

Die Galápagos Lavaechse ist auf den Galápagos-Inseln endemisch. Die Galápagos-Inseln liegen im westlichen Pazifischen Ozean, rund 1000 km vor Ecuador, zu dessen Staatsgebiet die Inseln gehören. Die Art hat ihren Ursprung in Südamerika. Wie die Galápagos Lavaechse auf die Galápagos-Inseln gelangen konnte, ist bislang unklar. Die Galápagos-Inseln werden bis auf wenige kleiner Inseln weitflächig besiedelt. Als natürlicher Lebensraum werden aride und halbaride Habitate bevorzugt. In lockeren und sandigen Boden graben die Tiere ihre Höhlen, wo sie ihre Ruhephasen verbringen. Falls Erdbauten nicht gegraben werden können, werden natürliche Höhlen oder Felsspalten bewohnt. Aktiv sind Galápagos Lavaechse vorzugsweise in den frühen Morgen- und Abendstunden.

Prädatoren

Zu den natürlichen Fleischfressern der Galápagos Lavaechsen gehören insbesondere Greifvögel (Falconiformes) und andere räuberisch lebende Vögel (Aves) wie Reiher (Ardeidae) und Spottdrosseln (Mimidae). Aber auch Schlangen (Serpentes), eingeschleppte Ratten (Rattus) und verwilderte Hauskatzen (Felis catus) stellen den Tieren nach. Einziger Schutz ist ihre verschwiegene Lebensweise. Bei Gefahr können Galápagos Lavaechsen Teile ihres Schwanzes abwerfen, um einen Angreifer zu verwirren. Dazu verfügt der Schwanz über mehrere Sollbruchstellen.

Ernährung

Galápagos Lavaechsen ernähren sich im Wesentlichen von Insekten (Insecta) und anderen kleinen Gliederfüßern (Arthropoda). Weit oben auf der Speisekarte stehen Käfer (Coleoptera), Langfühlerschrecken (Ensifera), Fliegen (Brachycera), Mücken (Nematocera), Kurzfühlerschrecken (Caelifera), Ameisen (Formicoidea) und Spinnentiere (Arachnida). Eher selten werden auch kleine Reptilien (Reptilia) wie Geckos (Gekkota) und ähnliche verspeist. Hin und wieder fressen Galápagos Lavaechsen Körner, Sämereien sowie Blätter und Blüten von Kaktuspflanzen. Auf pflanzliche Nahrung wird in der Regel nur in Mangelzeiten zurückgegriffen.

Fortpflanzung

Die Weibchen der Galápagos Lavaechsen erreichen die Geschlechtsreife mit knapp einem Jahr, Männchen benötigen zwischen zwei und drei Jahre. Die Paarungszeit erstreckt sich auf Galápagos von November bis in den März hinein. Geschlechtsreife Männchen sind an den grünlichen bis gelblichgrünen Markierungen zu erkennen, fortpflanzungsbereite Weibchen an den roten Wangen. Die Balz ist durch Posieren der Männchen geprägt. Dabei erheben sie ihren Vorderkörper und stellen sich einem Weibchen zur Schau. Dieses zur Schau stellen soll aber auch andere Männchen beeindrucken und abschrecken. Nicht selten kommt es zu heftigen Kommentkämpfen, bei denen heftige Hiebe mit den Schwänzen ausgeteilt werden. Die Lebensweise kann als polygam bezeichnet werden, da Männchen in der Regel mehrere Weibchen in ihrem Revier begatten. Etwa 3 bis 4 Wochen nach der Begattung legt das Weibchen 1 bis 4 (2) Eier. Die Eier werden in eine selbst gegrabene Erdhöhle gelegt. Während einer Saison kann es bis zu 3 Gelegen kommen. Die Inkubation der Eier erstreckt sich je nach Witterung über 85 bis 95 Tage. Die Schlüpflinge weisen eine Länge von 35 bis 40 Millimeter auf. Die Lebenserwartung liegt bei 8 bis 10 Jahren.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Durch ihren gesunden Appetit steuern Galápagos Lavaechsen in ihrem Lebensraum die Populationen von Insekten, insbesondere von Schadinsekten. Galápagos Lavaechsen stehen jedoch nicht am Ende der Nahrungskette. Daher verwundert es nicht, dass zahlreiche Fleischfresser den Echsen nachstellen. Ein großes Problem stellen dabei Neozoa wie Ratten und Hauskatzen dar. Diese Spezies sind auf Galápagos ursprünglich nicht vertreten und dezimieren die Populationen der Galápagos Lavaechsen nachhaltig. In der Roten Liste der IUCN wird die Galápagos Lavaechse nicht geführt. Über den aktuellen Gefährdungsgrad ist nichts bekannt.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Manfred Rogner: Echsen, Bd.2, Warane, Skinke und andere Echsen sowie Brückenechsen und Krokodile. Ulmer (Eugen) (1994). ISBN 3800172534
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