Galapagos-Sturmvogel

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Galapagos-Sturmvogel

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Röhrennasen (Procellariiformes)
Familie: Sturmvögel (Procellariidae)
Gattung: Hakensturmtaucher (Pterodroma)
Art: Galapagos-Sturmvogel
Wissenschaftlicher Name
Pterodroma phaeopygia
(Salvin, 1876)

IUCN-Status
Critically Endangered (CR)

Der Galapagos-Sturmvogel (Pterodroma phaeopygia) zählt innerhalb der Familie der Sturmvögel (Procellariidae) zur Gattung der Hakensturmtaucher (Pterodroma). Im Englischen wird der Galapagos-Sturmvogel galapagos petrel, dark-rumped petrel oder galápagos petrel genannt. Dieses Taxon wurde in zwei Spezies gesplittet: Pterodroma phaeopygia und Pterodroma sandwichensis. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Galapagos-Sturmvogel ist ein ziemlich großer Sturmvogel und erreicht eine Körperlänge von etwa 39,5 bis 42,0 Zentimeter und eine Spannweite von etwa 100,0 bis 104,0 Zentimeter. Er ist ähnlich strukturiert wie der Salvinsturmvogel (Pterodroma externa). Die Erwachsenen im angenutzten Gefieder weisen ein dunkelbraunes Obergefieder ohne M-Muster auf. Der Kopf, der Nacken und die Halsseiten sind schwärzlich gefärbt und bilden teilweise eine Kapuze, kontrastierend dazu die weiße Stirn. Die gesamte Unterseite ist von einer weißen Färbung. Auf beiden Seiten des Rumpfes zeigen sich weißliche Flecken. Die Flügelunterseiten sind überwiegend weiß mit schwarzen Spitzen. Die Hinterkante und die Vorderkante verlaufen zu einem diagonalen Strich, der sich über die Flügel zieht und dann schwärzliche Flecken in den Flügelbeugen bildet. Die Unterschwanzdecken zeigen eine weiße Marmorierung. Der Schnabel ist von einer schwarzen Färbung. Die Beine sind bläulich bis fleischfarben geschönt. Die Jungvögel im frischen Gefieder weisen wie die Erwachsenen ein dunkelbraunes Obergefieder mit einem undeutlich gezeichneten dunkleren M-Muster auf.

Lebensweise

Laut der Roten Liste der IUCN brütet der Galapagos-Sturmvogel im feuchten Hochland in Höhen zwischen 300 bis 900 Metern. Die Nester werden in Erdlöchern oder in natürlichen Hohlräumen, in Hanglage, in Kratern, in Karsttrichtern, in Lavatunnels und in Hohlwegen in unmittelbarer Nähe von Miconia Pflanzen angelegt. Der Galapagos-Sturmvogel ernährt sich hauptsächlich von Tintenfischen, kleinen Fischen und von Krebstieren.

Verbreitung

Galapagos-Sturmvogel im Flug
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Galapagos-Sturmvogel im Flug

Laut der Roten Liste der IUCN ist der Galapagos-Sturmvogel auf den Galápagos-Inseln endemisch. Die Galápagos-Inseln gehören zu Ecuador. Die Inselgruppe besteht aus 14 größeren Inseln (Isabela, Santa Cruz, San Salvador (Santiago, James), Fernandina, San Cristóbal, Floreana (Santa Maria), Marchena, Española, Pinta, Santa Fe, Genovesa, Pinzón, Baltra und Rábida) und über 100 kleineren bis winzigen Inseln. In den Jahren zwischen 1978 und 1980 zählte man auf Santa Cruz 9.000 Paare, auf Santiago etwa 11.250 Paare, auf Floreana und San Cristóbal etwa 6.750 Paare. Im Jahr 1985 zählte man auf Santa Cruz nur noch 1.000 Paare, auf Santiago nur noch 5.005 Paare und auf Floreana sowie auf San Cristóbal lebten schätzungsweise nur noch 2.000 Paare. Eine umfangreiche Studie auf Santa Cruz im Jahr 2005 ergab etwa 300 Nester, aber die Inselpopulation zählte ingesamt nur noch 700 Paare. Die Schätzungen aus dem Jahr 2008 lagen bei insgesamt 4.500 bis 5.000 aktive Nester auf allen fünf Inseln. Die Vögel suchen ihre Nahrung nicht nur rund um die Inseln, sondern dispergieren auch bis nach Osten und Norden in Richtung Südamerika und bis zu 2.000 Kilometer südlich.

Laut der Roten Liste der IUCN kommt der Galapagos-Sturmvogel in Kolumbien, Costa Rica, Ecuador, Mexiko, Nicaragua und in Peru vor. Als Durchzügler trifft man den Galapagos-Sturmvogel auf Panama und auf den Philippinen an. Präsent ist der Galapagos-Sturmvogel in El Salvador, Französisch Südliche Territorien und in Guatemala an, jedoch ist die Herkundt ungewiss.

Ernährung

Galapagos Islands (Isla Bartolomé), Ecuador
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Galapagos Islands (Isla Bartolomé), Ecuador

Der Galapagos-Sturmvogel ernährt sich hauptsächlich von Tintenfischen, Krebstieren und von kleinen Fischen. Die Nahrungssuche und -aufnahme erfolgen vorzugsweise in der Nacht, entweder einzelgängerisch oder in kleinen Gruppen. Nicht selten schließen sich Galapagos-Sturmvögel auf der Nahrungssuche anderen Seevögeln an. Ist ein Beutetier gesichtet, so stürzt sich der Galapagos-Sturmvogel ins Wasser und taucht im Folgenden nach der Beute. Nicht selten werden Beutetiere unmittelbar an der Wasseroberfläche gejagt.

Fortpflanzung

Der Galapagos-Sturmvogel ist ein Kolonienbrüter und brütet im feuchten Hochland in Höhen zwischen 300 bis 900 Metern. Die Nester werden in Erdlöchern oder in natürlichen Hohlräumen, in Hanglage, in Kratern, in Karsttrichtern, in Lavatunnels und in Hohlwegen in unmittelbarer Nähe von Miconia Pflanzen angelegt. Die Brutsaison beginnt im späten Februar. Das Weibchen legt ein einziges Ei, das über einen Zeitraum von gut 50 Tagen von beiden Elternteilen bebrütet wird. Auch um die Versorgung des Nachwuchses mit Nahrung kümmern sich beide Elternteile. Verfüttert wird hochgewürgte und vorverdaute Nahrung. Nach dem Schlupf weist das Küken nur eine spärliche Befiederung auf. Im Alter von 80 bis 85 Tagen erlangt der Jungvogel die Flugfähigkeit. Der Jungvogel kehrt erst nach vier Jahren wieder zur Brutkolonie zurück.

Gefährdung und Schutz

Galapagos-Sturmvogel im Flug
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Galapagos-Sturmvogel im Flug

Laut der Roten Liste der IUCN hat die Art einen extrem schnellen Rückgang in den vergangenen drei Generationen (60 Jahre) durchlaufen und wird daher als kritisch gefährdet eingestuft. Die Weltpopulation liegt bei 10.000 bis 19.999 Individuen, basierend auf einer Schätzung im Jahr 2008 von 4.500 bis 5.000 Nestern (I. Guzmán in litt. 2008). Die Art wird auch im CMA Anhang I gelistet. Im Jahr 1982 begann eine Kontrolle der Prädatoren in den Cerro Pajas Kolonie (etwa 2.000 Paare), auf Floreana. Derzeit wird weiterhin eine Kontrolle der Ratten in den Kolonien und eine weitere Überwachung dieser Art auf Floreana, Santa Cruz und Santiago durchgeführt. Im Frühjahr 2009 wurden auf Santiago die Ziegen erfolgreich entfernt. Eine kleine Anzahl von Höhlen wurden kürzlich in der Nähe vom Alcedo-Vulkan auf der Insel Isabella entdeckt. Die UNESCO erklärte die Galapagos-Inseln im Jahr 1978 zum Welterbe. Aufgrund dessen wurde Ecuador ermutigt, sorgfältig zu arbeiten und erließ geeignete Erhaltungs-Gesetze, um die einzigartige Fauna und Flora der Galapagos-Inseln zu schützen. Des Weiteren gibt es Vorschläge, die bestehende Regelung der Fischerei in den Gewässerzonen zu ändern, um die Artenvielfalt innerhalb der Galapagos-Inseln zu schützen. Die Windkraftanlagen-Entwicklung umfaßt eine Reihe von Minderungs- und Verbesserungsmaßnahmen, die während der Durchführung eingeleitet wurden, um die Auswirkungen zu minimieren und tatsächlich dazu beitragen die Population auf den Inseln zu erhalten. Ein langfristiges Monitoring-Programm ist als Teil des Projektes aufgenommen worden.

Damit es zu langfristigen Bruterfolgen kommt, sollte weiterhin nach geeigneten Nistplätzen in landwirtschaftlichen Gebieten außerhalb des Nationalparks auf den Inseln Santa Cruz und Isabela gesucht werden. Des Weiteren sollte eine aktuelle Zählung dieser Art durchgeführt werden. Die letzten umfassenden Zählungen fanden in den Jahren 1980 und 1990 statt, jedoch waren diese nicht vollständig. Eine weitere Maßnahme ist erforderlich, und zwar Überprüfung und Verbesserung der Windkraftanlagen, so dass sie keinen negativen Einfluss auf die Nistplätze oder auf Flächen mit Miconia Pflanzen haben. Des Weiteren Überprüfung der Stromleitungen, die besonders für die Vögel, die in der Nacht die Kolonien aufsuchen, eine Gefährdung darstellen. Ferner sollte die Langleinenfischerei im östlichen Pazifik vermieden werden. Eine Ausbildung in den landwirtschaftlichen Gebieten zu lokalen Umweltschutzgruppen in den Bereichen außerhalb des Nationalparks wäre sehr sinnvoll.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Klasse der Vögel (Aves)

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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