Galapagos-Wellenläufer

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Galapagos-Wellenläufer

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Röhrennasen (Procellariiformes)
Familie: Sturmschwalben (Hydrobatidae)
Unterfamilie: Nördliche Sturmschwalben (Hydrobatinae)
Gattung: Wellenläufer (Oceanodroma)
Art: Galapagos-Wellenläufer
Wissenschaftlicher Name
Oceanodroma tethys
(Bonaparte, 1852)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Galapagos-Wellenläufer (Oceanodroma tethys) zählt innerhalb der Familie der Sturmschwalben (Hydrobatidae) zur Gattung der Wellenläufer (Oceanodroma). Im Englischen wird der Galapagos-Wellenläufer wedge-rumped storm-petrel oder wedge-rumped storm petrel genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Galapagos-Wellenläufer erreicht eine Körperlänge von etwa 18,0 bis 20,0 Zentimeter und eine Spannweite von etwa 45,0 Zentimeter. Die Flügellänge beträgt 12,9 bis 13,9 Zentimeter, die Schwanzlänge 5,5 bis 6,4 Zentimeter, Der Bereich des Oberschnabels von der Schnabelspitze bis zum Federansatz (Culmen) erreicht eine Länge von etwa 1,2 bis 1,4 Zentimeter und Tarsuslänge beträgt 2,1 bis 2,4 Zentimeter. Die Erwachsenen sind hauptsächlich rußig schwarz gefärbt, während die Unterseite mehr rußig braun getönt ist. Die größeren Flügeldecken und die inneren Armschwingen weisen eine bräunliche Färbung und bilden unauffällige Flügelflecken. Der untere Rumpf und die oberen Unterschwanzdecken sind weiß gefärbt und sind mit feinen schwarzen wellenförmigen Streifen besetzt. Auf jeder Seite zeigt sich eine kleine weiße Stelle. Der Schwanz ist eingekerbt oder sehr leicht gegabelt. Die Iris der Augen ist braun getönt und die Beine sowie die Füße weisen eine schwarze Färbung auf. Der Flug ist in der Regel schnell, stabil und direkt. Der Galapagos-Wellenläufer fliegt mit tiefen Flügelschlägen, gelegentlich gleitet er auch. Bei der Nahrungsaufnahme und -suche erfolgt mehr ein Bounding-Flug bis hinunter auf das Wasser, wobei er mit den Füßen trippelnde Bewegungen auf der Wasseroberfläche vollführt.

Lebensweise

Galapagos-Wellenläufer im Flug
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Galapagos-Wellenläufer im Flug

Der Galapagos-Wellenläufer ist recht häufig an der Pazifikküste anzutreffen, manchmal nahe der Panama-Bucht und gelgentlich auch am Ufer. Offenbar ist die Art am zahlreichsten von Mai bis November zu beobachten und selten oder gar nicht im Januar und im Februar. Die Nominalform Oceanodroma tethys tethys brütet in Peru und die Unterart Oceanodroma tethys kelsalli nistet auf Galapagos. Im Allgemeinen lebt sie auf den Galapagos-Inseln und auf den Inseln vor der Küste von Peru. Ferner hält sich der Galapagos-Wellenläufer im Norden an der Pazifikküste von Mexiko auf. Gelegentlich trifft man die Art auch in Kalifornien an. Des Weiteren kommt der Galapagos-Wellenläufer in Panama, Kolumbien und Ecuador sowie im Süden Chiles vor. An ruhigen Tagen sieht man oft mehrere Gruppen auf dem Wasser ruhen. Der Galapagos-Wellenläufer ist weniger vorsichtig als andere Sturmschwalben. Manchmal wird er von Schiffen oder von Booten angezogen, aber für gewöhnlich folgt er diesen nicht.

Unterarten

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN kommt der Galapagos-Wellenläufer in folgenden Ländern vor: Chile, Kolumbien, Ecuador und Peru. In Mexiko ist die Präsenz des Galapagos-Wellenläufer ungewiss. Der Galapagos-Wellenläufer lebt in neritischen pelagischen Gebieten sowie auf intertidalen Felsenküsten und auf supratidalen Klippen und Felsen der Offshore-Inseln und auf supratidalen Küstenstreifen der Süßwasserseen.

Ernährung

Galapagos-Wellenläufer im Flug
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Galapagos-Wellenläufer im Flug

Der Galapagos-Wellenläufer ernährt sich hauptsächlich von kleinen Krebstieren, einschließlich Leuchtgarnelen (Euphausiacea), Flohkrebse (Amphipoda), Ruderfußkrebse (Copepoda), Larven von Langusten (Palinuridae), auch kleine Kalmare (Teuthida) und vielleicht auch ein Paar kleine Fische (Pisces). Der Galapagos-Wellenläufer sucht seine Nahrung im Schlick oder auf der Meeresoberfläche, meist schwebend oder niedrig über dem Wasser fliegend. Die Nahrungssuche erfolgt am Tage und in der Nacht.

Fortpflanzung

Der Galapagos-Wellenläufer erreicht mit vier oder fünf Jahren die Geschlechtsreife. Die Nester befinden sich in Kolonien auf den Inseln. Er kommt nur nachts und in hellen Mondnächten an Land. Das Nest liegt in einer Erdhöhle unter Gras, in Felsen oder unter Baumwurzeln. In der Regel gräbt das Männchen mit den Füßen eine Eingangshöhle bis zur Nestkammer. Manchmal werden mehrere Eingänge gegraben, die sehr nahe beieinander liegen oder es können sich auch mehrere Nester in den Seitengängen eines Tunnels befinden. Es werden auch natürliche Löcher und Spalten für den Nestbau bezogen. Die Nestkammer wird in der Regel mit Laub und Gras ausgepolstert. Das Weibchen legt nur ein einziges Ei. Die Inkubation erfolgt durch beide Altvögel und beträgt 38 bis 41 Tage. Der Jungvogel wird ebenfalls von beiden Partnern durch Hochwürgen von Nahrung gefüttert. Die Fütterung des Jungvogels erfolgt nur in der Nacht. Nach etwa 63 bis 70 Tagen ist der Jungvogel flügge und verläßt dann das Brutgebiet. Erst wenn der Jungvogel die Geschlechtsreife erreicht hat, kehrt er wieder in das Brutgebiet zurück.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Galapagos-Wellenläufer heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Er ist in weiten Teilen seines Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Galapagos-Wellenläufer selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird der Galapagos-Wellenläufer als least concern (nicht gefährdet) geführt. Brooke (2004) schätzt die Weltpopulation auf über 500.000 Individuen.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Klasse der Vögel (Aves)

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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