Gambelmeise

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Gambelmeise

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Überfamilie: Sylvioidea
Familie: Meisen (Paridae)
Unterfamilie: Parinae
Gattung: Poecile
Art: Gambelmeise
Wissenschaftlicher Name
Poecile gambeli
Ridgway, 1886

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Gambelmeise (Poecile gambeli; Syn. Parus gambeli) zählt innerhalb der Familie der Meisen (Paridae) zur Gattung Poecile. Gelegentlich wird die Art auch in der Gattung Parus unter dem Namen Parus gambeli (Sibley & Monroe, 1993) geführt.

Die Gambelmeise kann leicht mit den in Eurasien vorkommenden Tannenmeise (Periparus ater) und der Weidenmeise (Poecile montana) verwechselt werden. Beiden Arten fehlt jedoch der weißliche Überaugenstreif.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Gambelmeise erreicht eine Länge von 12 bis 13 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 19 bis 20 Zentimeter sowie ein Gewicht von 10 bis 11 Gramm. Der Kehllatz, die Kopfplatte sowie die Augenbinde weisen eine schwarze Färbung auf. Der Rücken und die Flügel sind gräulich gefärbt. Die Kopfseiten zeigen vom Schnabelansatz bis in den Nacken sowie oberhalb der Augen eine weißliche Färbung. Die Brust und der Bauch sind ebenfalls weiß gefärbt, an den Flanken zeigt sich teilweise ein hellbrauner Schimmer. Die Geschlechter weisen weder in der Gefiederfärbung noch in der Größe einen Dimorphismus auf. Der kurze und spitz zulaufende Schnabel weist eine schwarze, die Extremitäten eine dunkelgraue bis schwarze Färbung auf.

Lebensweise

Gambelmeisen gehört zu den tagaktiven Singvögeln. Sie ist ausgesprochen aktiv und wirkt immer ruhelos. Dementsprechend nervös scheint sie im Geäst der Bäume hin und her zu hüpfen. Gambelmeisen gelten als ausgezeichnete Kletterer und ebenso gute Flieger. Sie legen nur ein geringes Territorialverhalten an den Tag. Dieses auch nur während der Paarungszeit. Ansonsten leben sie in ausgesprochen geselligen Trupps. Für die kalte Jahreszeit fressen sich die Vögel eine dicke Fettschicht an, von der sie in der nahrungstechnisch kargen Zeit zehren.

Unterarten

Verbreitung

Die Gambelmeise ist im westlichen Nordamerika beheimatet. Das Verbreitungsgebiet reicht vom südwestlichen Kanada, insbesondere British Columbia, Saskatchewan und Yukon, bis in den Südwesten der USA und im weiteren Verlauf bis nach Baja California in Mexiko. Der natürlichen Lebensraum umfasst Mischwald und lichte Nadelwälder in der Ebene und in Gebirgslagen, die durchaus bis in Höhen von gut 3.000 Meter reichen können. Die Populationen in den Höhenlagen ziehen im Spätherbst in niedrigere Lagen, um dort zu überwintern. Ansonsten gelten alle Populationen als Standvögel, die auch im Winter in den Brutgebieten verbleiben.

Ernährung

Gambelmeisen ernähren sich im wesentlichen von Insekten (Insecta), deren Larven und Spinnentieren (Arachnida). Neben den Spinnentieren stehen vor allem Blattläuse, Käfer (Coleoptera), Motten, Ameisen (Formicoidea) und kleinere Geflügelte Insekten (Pterygota) auf dem Speiseplan. Tierische Nahrung macht etwa zwei Drittel der Gesamtnahrung aus, ein Drittel entfällt auf pflanzliche Nahrung. Zur pflanzlichen Nahrung gehören insbesondere Sämereien, Nüsse sowie Beeren und Früchte. Auch Baumsäfte stehen bei der Gambelmeise hoch im Kurs. Im Hochsommer und im Herbst wird zumeist auf pflanzliche Nahrung zurückgegriffen. Im Frühjahr, insbesondere zur Brutzeit, fressen Gambelmeisen fast ausschließlich Insekten und Spinnentiere. Dies gilt vor allem für den Nachwuchs. Beutetiere werden zumeist in der dichten Krautschicht aufgespürt und gefressen. Aber auch im Geäst von Bäumen und Sträuchern gehen sie durchaus häufig auf die Jagd. Auf Nahrungssuche gehen die Vögel ausschließlich am Tage.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreicht die Gambelmeise mit gut einem Jahr. Die Paarungszeit beginnt in den gemäßigten Regionen bereits im März, spätestens Anfang oder Mitte April. Die Paarungszeit erstreckt sich meist bis in den Juli hinein. Gambelmeisen leben in einer monogamen Einehe, die gelegentlich auch mehrere Jahre oder gar ein Leben lang hält. Die Regel ist eher eine Saisonehe. Gelegentlich wird auch eine eigene Bruthöhle in morsche Baumstämme gehackt. Die Nester entstehen zumeist in verlassenen Baumhöhlen anderer Vögel. Das Nestinnere wird zumeist mit weichen Pflanzenteilen ausgepolstert. Am Bau oder Ausbau einer Bruthöhle sind beide Geschlechter beteiligt. Der Bau einer neuen Höhle kann sich dabei über mehrere Wochen erstrecken. Die Nisthöhle kann eine Tiefe von bis zu 20 Zentimeter aufweisen. Die Nisthöhlen befinden sich in der Regel in einer Höhe von zwei bis zehn Meter. Angebotene Brutkästen werden nur selten angenommen, da die Nähe zum Menschen gescheut wird. In einer Saison kommt es auch in den gemäßigten Regionen nur zu einem Gelege.

In das fertige Nest legt das Weibchen sechs bis neun, selten auch bis zwölf weißliche Eier, die bräunliche Flecken aufweisen. Die Brutzeit erstreckt sich über rund 14 bis 15 Tage, dabei wärmt ausschließlich das Weibchen die Eier. Sie wird während dieser Zeit vom Männchen mit Nahrung versorgt. Die Nestlingszeit erstreckt sich über einen Zeitraum von knapp drei Wochen. Die Brut wird von beiden Elternteilen mit Insekten, Raupen, Larven und Spinnentieren gefüttert. Nach dem Erreichen der Flugfähigkeit bleiben die Jungvögel noch weitere zwei Wochen bei den Eltern und werden auch noch mit Nahrung versorgt. Danach fliegen sie aus, bleiben aber meist im Revier der Eltern und schließen sich nicht selten den gleichen Trupps wie die Eltern an. Die Lebenserwartung der Gambelmeise liegt unter günstigen Umständen bei sechs bis acht Jahren.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049

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