Gammaeule

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Gammaeule

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Eulenfalter (Noctuidae)
Gattung: Autographa
Art: Gammaeule
Wissenschaftlicher Name
Autographa gamma
Linnaeus, 1758

Die Gammaeule (Autographa gamma) zählt innerhalb der Familie der Eulenfalter (Noctuidae) zur Gattung Autographa.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Gammafalter erreicht als mittelgroßer Falter eine Flügelspannweite von 35 bis 40 Millimeter. Ihr Körper und ihre Flügel sind überwiegend graubraun gefärbt und weisen eine starke Musterung auf. Charakteristisch ist das weißliche Mal auf ihren Vorderflügeln, das dem griechischen Buchstaben Gamma ähnelt. Die Flügel sind an den Rändern deutlich ausgefranst. Insgesamt sind der Körper und die Flügel leicht bis stark behaart. Die Oberschenkel der Vorderbeine sind keulenartig verdickt und behaart. Die Oberschenkel der restlichen Beinpaare sind ebenfalls behaart. Die Fühler sind feingliedrig und sehr lang. Je nach Vorkommen treten die Gammafalter in zwei bis drei Generationen im Jahr auf. In Mitteleuopa sind es zumeist zwei Generationen. Die Flugzeit erstreckt sich in Mitteleuropa von Mai bis Oktober. In südlichen Gebieten sind sie von Februar bis Dezember anzutreffen. Bei massenhafter Vermehrung gilt der Gammafalter wegen seiner gefräßigen Raupen als Schädling.

Verbreitung

Der Gammafalter ist in weiten Teilen Europas, insbesondere in Mitteleuropa verbreitet. Im Norden reicht das Verbreitungsgebiet bis nach Skandinavien. Auch in Nordafrika und weiten Teilen Asiens fühlen sie sich zu Hause. Sie haben keine Vorliebe für ein bestimmtes Habitat, jedoch müssen genügend blütentragende Pflanzen vorhanden sein. Häufig sind sie auf Agrarflächen und in Gärten anzutreffen. Wälder hingegen werden strikt gemieden.

Nahrung

Die Gammafalter ernähren sich vom Nektar blütentragender Pflanzen. Sie haben dabei keine Vorliebe, sie fliegen jegliche Blüten an und saugen deren Nektar. Der Nektar wird in der Regel im Schwirrflug aufgenommen. Die Raupen ernähren sich polyphag, das heißt, sie fressen nur die Blätter ihrer Futterpflanze welche z.B. Basilikum ist.

Futterpflanzen

Fortpflanzung

Raupenstadium mit typischen schwarzen Streifen am Kopf
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Raupenstadium mit typischen schwarzen Streifen am Kopf

Je nach Generation erfolgt die Eiablage zu unterschiedlichen Zeiten. Das Weibchen legt seine Eier auf verschiedene Futterpflanzen. Dazu gehören unter anderem Brennnesseln und Löwenzahn. Zum Leidwesen der Landwirte und Gärtner aber auch an Salatpflanzen und ähnlichem. Bei massenhaftem Auftreten können sie durchaus erheblichen Schaden anrichten. Die Raupen sind durchweg kräftig grün gefärbt. Sie halten sich in den ersten Entwicklungsstadien unauffällig auf der Blattunterseite auf. Gegen Ende ihrer Entwicklung sind sie überwiegend nachtaktiv. Tagsüber verbergen sie sich im bodennahen Bereich. Die letzte Generation in einem Jahr überwintert im Boden als Raupe. Die Verpuppung erfolgt in einem leichten Gespinst.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann: Der neue Kosmos-Schmetterlingsführer. Schmetterlinge, Raupen und Futterpflanzen. Kosmos, 2003 ISBN 3440093301
  • Leon Rogez: Schmetterlinge und Raupen. Ensslin im Arena Verlag, 2006 ISBN 3401452541
  • Thomas Ruckstuhl: Schmetterlinge und Raupen. Gondrom Verlag, 2001 ISBN 3401452541
  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
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