Austracantha minax

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Austracantha minax

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Teilordnung: Entelegynae
Familie: Echte Radnetzspinnen (Araneidae)
Gattung: Austracantha
Art: Austracantha minax
Wissenschaftlicher Name
Austracantha minax
(Thorell, 1859)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:015457]

Diese Spinnenart Austracantha minax, auch unter dem Synonym Gasteracantha minax bekannt, gehört innerhalb der Familie der Echten Radnetzspinnen (Araneidae) zur Gattung Austracantha. Im Englischen wird die Art Australian Jewel Spider genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Austracantha minax erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 3 bis 4 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 7 bis 9 Millimeter. Diese Art ist eine unverwechselbare Spinne mit einem bunten glänzenden Prosoma und Opisthosoma, das in einem kräftigem Gelb erscheint und mit horizonateln Streifen markiert ist. Die Grundfärbung ist ein tiefes Kastanienbraun. Die sehr kleinen und kurzen Beine weisen ebenfalls eine kastanienbraune Färbung auf. Insgesamt ragen sechs spärlich behaarte Stacheln an den Seiten und am unteren Ende des Hinterkörpers heraus. Diese Stacheln oder Auswüchse dienen zur Abwehr oder zur Abschreckung von Fressfeinden. Das Prosoma des Weibchens ist schwarz getönt und das Opisthosoma ist ebenfalls schwarz und ist mit einem gelbweißen Muster marmoriert, das aber in der Färbung sehr variabel sein kann. Einige Exemplare weisen eine völlig schwarze Färbung auf. Je nach Lichteinfall erhält das Opisthosoma ein glattes emailliertes Aussehen. Die Beine des Weibchens sind orange oder kastanienbraun gefärbt. Das Männchen ähnelt dem Weibchen in der Färbung, wobei die Beine des Männchens eine kastanienbraune Tönung aufweisen.

Lebensweise

Die Spinne baut ebenfalls ein Radnetz und die Bahnen überschneiden sich oft mit anderen Kolonien. In der Regel werden die Netze ein oder zwei Meter über dem Boden gewebt. Das Beutespektrum der Spinne umfaßt Geflügelte Insekten (Pterygota) wie zum Beispiel Fliegen (Brachycera), wobei die Spinnen untereinander sehr sozial sind und ihnen egal ist, wenn die Beute sich in den überlappenden Bahnen in dem benachbarten Netz einer anderen Spinne verfängt. Sie überläßt die Beute meist der Spinne, deren Netz direkt das danebenliegende Netz bzw. die Bahnen überlappt.

Unterarten

Austracantha minax
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Austracantha minax

Verbreitung

Austracantha minax hält sich in tropischen und subtropischen Regionen weltweit einschließlich Australien auf. In Australien ist sie in allen Bundesstaaten einschließlich Tasmanien und auf zahlreichen Inseln vor der Küste vertreten. Sie ist besonders häufig in den Sommermonaten Dezember, Januar und Februar anzutreffen. In einigen Gebieten von Australien ist die Spinne vom November bis Mai zu finden. Die Spinne bewohnt meist Sträucher und Büsche in der Nähe von Sümpfen und Bächen. Austracantha minax ist eine sehr gesellige Spinne, die man häufig in Kolonien von kommunalen Netzen antrifft. Die Kolonien umfassen Hunderte, manchmal sogar Tausende von Spinnen. Große Kolonien überlappen mit mehreren Bahnen innerhalb von Büschen oder Sträuchern auch andere große Kolonien im Buschland.

Ernährung

Austracantha minax erbeutet hauptsächlich Geflügelte Insekten (Pterygota) wie zum Beispiel Fliegen (Brachycera), wobei die Spinnen untereinander sehr sozial sind und ihnen egal ist, wenn die Beute sich in den überlappenden Bahnen der Netze verfängt. Sie überläßt die Beute der anderen Spinne, deren Netz direkt das danebenliegende Netz bzw. die Bahnen überlappt. Gelegentlich zählen auch Motten und Bienen (Apoidea) zum Beutespektrum der Spinne. Bevor die Spinne das Geflügelte Insekt (Pterygota) in Seide einspinnt, wird das Opfer mit einem Biss gelähmt.

Giftigkeit

Der Biss von Austracantha minax ist giftig, jedoch für den Menschen ungefährlich, aber er kann leichte lokale Schmerzen beim Menschen hervorrufen, einhergehend mit Hautschwellungen. Die Spinne ist für den Menschen harmlos und in der Regel flüchtet die Spinne, wenn sie gestört wird. Desto größer und kräftiger ein Weibchen dieser Art ist, um so intensiver ist ihr Biss. Nach einem Biss sollte sofort die Wunde mit kalten Kompressen oder mit Eis behandelt werden. Wenn die Hautschwellungen oder die Schmerzen nicht nachlassen, sollte ein Arzt im Falle einer Allergie aufgesucht werden.

Austracantha minax
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Austracantha minax

Fortpflanzung

Die Paarung findet in der Regel in der Netzmitte statt. Das Männchen nähert sich mit vorsichtig tastenden Bewegungen dem Weibchen. Ist dieses paarungsbereit, hebt das Weibchen den Körper vom Netz ab, so dass sich das Männchen in den Zwischenraum drängen und die Paarung vollziehen kann. Das Weibchen verhält sich in der Regel bei der Paarung passiv und überläßt dem Männchen die Paarungsaktivität. Bei der Paarung stirbt das Männchen oft auch ohne Mitwirkung des Weibchens noch während der Begattung. In der Regel wird das Männchen noch während der Paarung von dem Weibchen eingesponnen, getötet und schließlich vom Weibchen verspeist. Nur selten gelingt es dem Männchen die Flucht - dann aber meist unter Verlust eines Beines. Nach der Paarung sind die auffallend rotbraunen Eikokons häufig zu finden. Diese Eikokons können eine Vielzahl von Formen aufweisen. In der Regel wird der Eikokon an einem Zweig in der Nähe des Netzes befestigt. Bald danach schlüpfen die Jungspinnen. Sie verlassen aber erst im folgenden Jahr ihre schützende Behausung und sind bereits nach zwei bis drei Monaten ausgewachsen.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 31. Mai 2008 <1>

  • Austracantha minax - (Thorell, 1859)
  • Gasteracantha minax - Thorell, 1859
  • Gasteracantha flavomaculata - Keyserling, 1865
  • Actinacantha maculata - Karsch, 1878
  • Isacantha minax - Keyserling, 1886
  • Gasteracantha minax - Dahl, 1914
  • Gasteracantha minax - Butler, 1933
  • Gasteracantha minax - Mascord, 1966
  • Gasteracantha minax - Dondale,1966
  • Gasteracantha minax - Hickman, 1967
  • Gasteracantha minax - Davies, 1988

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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