Gebänderte Heidelibelle

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Gebänderte Heidelibelle

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Ordnung: Libellen (Odonata)
Teilordnung: Großlibellen (Anisoptera)
Familie: Segellibellen (Libellulidae)
Gattung: Heidelibellen (Sympetrum)
Art: Gebänderte Heidelibelle
Wissenschaftlicher Name
Sympetrum pedemontanum
(Allioni, 1766)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Gebänderte Heidelibelle (Sympetrum pedemontanum), gehört als Großlibellenart innerhalb der Familie der Segellibellen (Libellulidae) zur Gattung der Heidelibellen (Sympetrum). Im Englischen wird die Gebänderte Heidelibelle banded darter genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Körperlänge reicht von 28,0 bis 33,0 Millimeter, die Länge der Hinterflügel reicht von 21,0 bis 27,0 Millimeter und die Spannweite beträgt 55,0 Millimeter. Sowohl das Weibchen als auch das Männchen weisen breite dunkelbraune Streifen auf den Flügeln auf. Daran ist die Gebänderte Heidelibelle sehr leicht zu erkennen. Das Weibchen ist dunkelgelb und das Männchen weist eine leuchtend rote Farbe auf. Die Beine sind schwarz gefärbt und die Flügelmale (Pterostigmas) sind beim Männchen rot und beim Weibchen rosa gefärbt.

Lebensweise

Die Gebänderte Heidelibelle hält sich in Habitate auf, die starke regionale Unterschiede aufweisen. Am häufigsten tritt sie aber an sonnigen, versickerten Gewässern auf. Viele Lebensräume, in denen sie auftritt, werden teilweise im Winter und im Frühjahr überschwemmt. Dies können stehende oder Fließgewässer sein. In Norditalien wird die Gebänderte Heideliblle häufig in Reisfeldern beobachtet. Am häufigsten wird die Art am Wasser mit einem hohen Kalzium-Gehalt gefunden. Besondere Vorliebe zeigt die Gebänderte Heidelibelle für angelegte Gewässer wie langsam laufende Gräben, Kanäle oder auch Teiche. Diese sind oft versickert und weisen eine Vielfalt an Vegetation auf, die nicht zu hoch oder zu dicht gewachsen ist. Denn diese Lebensräume werden alle paar Jahre gereinigt.

Gebänderte Heidelibelle
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Gebänderte Heidelibelle

Die Flugzeit der Gebänderten Heidelibelle erfolgt von Ende Juli bis Oktober.

Unterarten

  • Sympetrum pedemontanum elatum
  • Sympetrum pedemontanumpedemontanum

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Gebänderten Heidelibelle reicht von Europa über den warmen, nicht-ariden Teil des gemäßigten Asien bis nach Japan. Das Hauptverbreitungsgebiet dieser Art befindet sich in Mitteleuropa. Des Weiteren kommt die Gebänderte Heidelibelle in folgenden Ländern vor: Armenien, Österreich, Aserbaidschan, Weißrussland, Belgien, Bulgarien, China, Kroatien, Tschechische Republik, Frankreich, Georgien, Deutschland, Ungarn, Italien, Japan, Kasachstan, Demokratische Volksrepublik Korea, Republik Korea, Kirgisistan, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Mazedonien, Republik Moldau, Mongolei, Niederlande, Polen, Rumänien, Russische Föderation, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Schweden, Schweiz, Tadschikistan, Türkei (asiatischer Teil), Türkei (europäischer Teil), Ukraine, Krim und Usbekistan. Möglicherweise ist die Gebänderte Heidelibelle in Griechenland und regional in Luxemburg ausgestorben. In Dänemark und in Großbritannien lebt sie als Vagrant.

Ernährung

Als Ansitzjägerin wartet die Gebänderte Heidelibelle an sonniger, exponierter Stelle auf ihre Beute. Sie erbeutet kleine Insekten aus dieser Ansitzwarte im Flug. Die Jagd auf Beutetiere scheint an keine bestimmte Tageszeit gebunden zu sein, jedoch kommt es am Vormittag und am späteren Nachmittag vermehrt zu Beutezügen.

Fortpflanzung

Gebänderte Heidelibellen - Männchen und Weibchen
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Gebänderte Heidelibellen - Männchen und Weibchen

Die Geschlechtsreife tritt nach der Reifezeit ein. Die Paarungszeit erstreckt sich über den Spätsommer. Sowohl die eigentliche Paarung als auch die Eiablage erfolgen im Flug. Die Partner fliegen dabei in einer Tandemstellung über das Wasser oder feuchte Untergründe. Durch wippende Bewegungen des Abdomens werden die Eier auf der Wasseroberfläche abgesetzt. Hat die Eiablage begonnen, so trennen sich die Geschlechter und das Weibchen beendet die Eiablage alleine. In der Regel überwintern die Eier, nur selten schlüpfen die Larven noch im gleichen Jahr. In diesem Fall kommt es zu einer zweiten Generation. Nach der Diapause schlüpfen im späten Frühjahr die Larven, die sich am Boden räuberisch ernähren. Sie halten sich dabei meist in geringer Wassertiefe zwischen Wasserpflanzen auf. Das Heranreifen der Larven ist nach 14 bis 16 Wochen abgeschlossen und es erfolgt meist im Juli oder im August der Schlupf der Junglibelle. Diese reift dann in vier bis sechs Wochen zum vollentwickelten und geschlechtsreifen Tier heran.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört die Gebänderte Heidelibelle heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Sie ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt die Gebänderte Heidelibelle selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird sie als least concern (nicht gefährdet) geführt. Jedoch ist die Art aufgrund der Wasserverschmutzung in vielen Regionen vom Aussterben bedroht. Die Bedrohung ist von Region zu Region unterschiedlich. Bereiche, in denen die Art weitgehend von künstlich angelegten Gewässern abhängig ist, könnten durch erhöhte Intensivierung der landwirtschaftlichen Praxis zum Verlust von Lebensräumen führen. In Europa ist die Gebänderte Heidelibelle eines der wenigen ubiquitären Spezies, die eine erhebliche Population in landwirtschaftlichen Gebieten aufweist.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Dreyer & Gerstenberg, Die Libellen, Gerstenberg Gebrueder Verlag, 1986 ISBN 3806720223
  • Heiko Bellmann, Libellen beobachten, bestimmen, Naturbuch Verlag, Augsburg, 1986 ISBN 3894401079

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