Kurzkammleguan

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Kurzkammleguan
Männchen

Systematik
Klasse: Kriechtiere (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Echsen (Lacertilia)
Familie: Leguane (Iguanidae)
Gattung: Fidschileguane (Brachylophus)
Art: Kurzkammleguan
Wissenschaftlicher Name
Brachylophus fasciatus
(Brongniart, 1800)

IUCN-Status
Endangered (EN)

Der Kurzkammleguan (Brachylophus fasciatus), auch unter der Bezeichnung Gebänderter Fidschileguan bekannt, zählt innerhalb der Familie der Leguane (Iguanidae) zur Gattung der Fidschileguane (Brachylophus). Im Englischen wird der Kurzkammleguan lau banded iguana, fiji banded iguana oder south pacific banded iguana genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Kurzkammleguan erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von etwa 17,0 bis 18,0 Zentimeter. Die Gesamtlänge liegt zwischen 67,0 bis 70,0 Zentimeter. Das Gewicht kann bis zu 200,0 Gramm betragen. Der Kamm des Kurzkammleguan, wie der Name schon andeutet, ist sehr kurz und erreicht ein Länge von etwa 0,5 Zentimeter. Die Männchen weisen zwei oder drei 2,0 Zentimeter lange weiße oder hellblaue oder blaugrüne Binden auf, die sich quer über die smaragdgrüne, hellgrüne oder dunkelgrüne Grundfärbung, bestehend aus Flecken und Streifen, bis zur Nackenregion erstrecken. Die Weibchen haben auf jeder Seite eine solide grüne Färbung, die gelegentlich mit weißen oder hellblauen Flecken, Punkten oder teilweise mit Binden versehen ist. Der Schwanz des Weibchens ist etwas länger. Ferner ist das Weibchen schlanker und weist auch weniger eine intensivere Musterung auf. Beide Geschlechter weisen eine gelbe Unterseite auf. Die Haut dieser Art ist empfindlich gegenüber Licht und der Kurzkammleguan kann seine Hautfarbe in zwei bis vier Minuten ändern, indem er sich dem Hintergrund anpaßt. Die Farbänderung wird durch Hormone und durch das Nervensystem ausgelöst. Die Augen sind orangefarben und die Ränder der Nasenlöcher weisen ein markantes Gelb auf.

Lebensweise

Kurzkammleguan - Männchen
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Kurzkammleguan - Männchen

Der Kurzkammleguan ist ein tagaktiver Leguan und verbringt den Tag in der prallen Sonne. Er verteidigt vehement sein Territorium gegenüber Eindringlingen. In der Nacht zieht sich der Kurzkammleguan auf den Baumkronen zurück. Der Kurzkammleguan gilt gemeinhin als aggressiv und angriffslustig. Dieses manifestiert sich insbesondere, indem die Männchen ihre kleinen Reviere erbittert verteidigen. Dabei Schlagen sie mit dem Schwanz oder beissen auch schon mal zu. Kommt ein Männchen einem anderen und dessen Revier zu nahe, so kommt es oft zum Kampf, der erbittert geführt wird. Die Aggression drückt sich insbesondere durch heftiges Kopfnicken und Schlägen mit dem Schwanz aus. Der Grund für die Revierverteidigung ist klar. Je exponierter die Lage des Reviers, desto besser die Chancen auf eine Paarung mit einem Weibchen. Die besten Stellen werden von den erwachsenen Männchen beansprucht, indem die Männchen ihre kleinen Reviere erbittert verteidigen.

Verbreitung

Die ursprüngliche Heimat sind die Fidschi- und Tonga-Inseln. Darüber hinaus trifft man den Kurzkammleguan auch in Vanuatu an. Der Kurzkammleguan hält sich in Sümpfen und im Tiefland der Küsten- und Waldregionen auf. Manchmal sucht der Kurzkammleguan auch die Ackerflächen, Plantagen und die Wälder auf.

Ernährung

Kurzkammleguan - Männchen
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Kurzkammleguan - Männchen

Kurzkammleguane sind Pflanzenfresser und ernähren sich von Blättern, Früchten und Blüten der Bäume und Sträucher, vor allem bevorzugen sie die Hibiskusblüten des Lindenblättrigen Eibisch (Talipariti tiliaceum). Ferner verzehrt der Kurzkammleguan auch Obst wie Bananen und Papayas. Die Jungleguane ernähren sich am Anfang von Insekten (Insecta), während die Erwachsenen in der Regel keine Insekten verspeisen.

Fortpflanzung

Der Kurzkammleguan erreicht die Geschlechtsreife mit drei bis vier Jahren. Während der Paarung wird beim Männchen der Hemipenis sichtbar, der sich außerhalb der Paarungszeit schützend in einer Hautfalte der Kloake verbirgt. Während der eigentlichen Paarung wird der Hemipenis durch Muskelkontraktion aus der Hautfalte gestülpt und mit Blut gefüllt bis er anschwillt. Nun werden über den Hemipenis Samenszellen in die Kloake des Weibchens abgegeben. Nach der erfolgreichen Befruchtung sucht das Weibchen kurz vor Beendigung der Trächtigkeit eine geschützte Stelle auf und beginnt mit dem Graben einer Grube. In diese Grube legt sie drei bis sechs Eier. Nach erfolgter Eiablage wird die Grube sorgsam verschlossen. Noch einige Zeit verbleibt das Weibchen in der Nähe des Geleges und beschützt es vor natürlichen Feinden und vor anderen Weibchen. Nach etwa 160 bis 170 Tagen schlüpfen die Jungleguane aus ihren Eier. Die Jungtiere eines Geleges schlüpfen alle meist binnen einer Woche.

Gefährdung und Schutz

Die größte Bedrohung ist der Verlust von Lebensraum für diese Art. Dies wird verursacht durch Brände, Stürme, landwirtschaftliche Entwicklung und durch die Konkurrenz verwilderter Ziegen (Capra). Eine zweite Bedrohung sind unter anderem die Ratten (Rattus), Mungos sowie verwilderte Hauskatzen (Felis catus), die vor allem die Eier und die Jungtiere verspeisen. Zudem wird der Kurzkammleguan auch für den illegalen Handel exotischer Tiere gejagt. In freier Wildbahn leben etwa noch 10.000 Individuen. Der Rückgang hält stetig an. Der Kurzkammleguan ist auf Fidschi eine geschützte Art. Er wird im Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES, im Anhang I, als geschützte Art gelistet und in der Roten Liste der IUCN wird der Kurzkammleguan als stark gefährdete Art geführt. Der Fear-No-Moren Zoo auf Fidschi und der San Diego Zoo in den Vereinigten Staaten von Amerika können auf erfolgreiche Brutkolonien und auf erfolgreiche Züchtungen von Kurzkammleguanen verweisen.

Weitere Synonyme

Kurzkammleguan - Weibchen
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Kurzkammleguan - Weibchen
  • Iguana fasciata - Brongniart, 1800
  • Agama fasciata - Daudin, 1802
  • Brachylophus fasciatus - Cuvier, 1829
  • Iguana (Brachylophus) fasciatus - Gray, 1831
  • Brachylophus fasciatus - Duméril & Bibron, 1837
  • Ctenosaurus sieberi - Fitzinger, 1843
  • Hypsilophus (Brachylophus) fasciatus - Fitzinger, 1843
  • Chloroscartes fasciatus - Günther, 1862
  • Brachylophus fasciatus - Boulenger, 1885
  • Brachylophus brevicephalus - Avery & Tanner, 1970
  • Brachylophus fasciatus - Gibbons, 1981

Anhang

Literatur und Quellen

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