Geißklee-Bläuling

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Geißklee-Bläuling

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Teilklasse: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Unterordnung: Glossata
Familie: Bläulinge (Lycaenidae)
Unterfamilie: Lycaeninae
Gattung: Plebeius
Art: Geißklee-Bläuling
Wissenschaftlicher Name
Plebeius argus
(Linnaeus, 1758)

Der Geißklee-Bläuling (Plebeius argus), der auch unter dem Synonym Lycaena argus und unter dem weiteren Trivialnamen Argusbläuling bekannt ist, zählt innerhalb der Familie der Bläulinge (Lycaenidae) zur Gattung Plebeius. Im Englischen wird der Geißklee-Bläuling Silver-studded Blue genannt. Der Geißklee-Bläuling zeigt große Ähnlichkeiten mit dem Kronwicken-Bläuling (Lycaeides argyrognomon) sowie mit dem Idas-Bläuling (Lycaeides idas) und somit besteht zwischen den drei genannten Arten eine Verwechslungsgefahr. Um die drei genannten Arten sicher bestimmen und unterscheiden zu können, ist in diesem Falle eine Genitalbestimmung sehr hilfreich.

Die BUND NRW Naturschutzstiftung hat in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen e.V. den Geißklee-Bläuling zum Schmetterling des Jahres 2008 gewählt. Mit der Wahl dieser Schmetterlingsart soll auf die Gefährdung des Lebensraumes wie Heidelandschaften, Kalkmagerrasen und Hochmoore aufmerksam gemacht werden. Des Weiteren wird der Geißklee-Bläuling in der Roten Liste Deutschlands als gefährdet geführt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Geißklee-Bläuling ist ein kleiner "blauer" Tagfalter und weist eine Flügelspannweite von etwa 20 bis 23 Millimeter auf. Die Flügeloberseite bei dem Männchen zeigt eine blaue Färbung mit einem breiten, schwarzen Rand. Bei dem Weibchen ist die Flügeloberseite dunkelbraun gefärbt, meist mit orangefarbigen Randmonden auf den Hinterflügeln, oft auch auf den Vorderflügeln zu erkennen. Die Unterseite der Hinterflügel bei dem Männchen sind hellgrau getönt. Bei dem Weibchen ist die Unterseite der Hinterflügel bräunlich gefärbt, die jeweils mit orangefarbigen Randflecken und einer Reihe von silberglänzenden, blauen Punkten versehen sind. Charakteristisches Merkmal bei dem Männchen ist der kräftige Dorn, der sich an der Tibia der Vorderbeine befindet. Im Allgemeinen hat der Geißklee-Bläuling deutlich rundere Flügel als andere Bläulinge (Lycaenidae). Die Raupe ist von kennzeichnender Gestalt. Sie wirkt eher asselförmig mit einem hochgewölbten Rücken, einer flachen Bauchseite sowie mit kurzen Beinen.
Kronwicken-Bläuling (Lycaeides argyrognomon)
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Kronwicken-Bläuling (Lycaeides argyrognomon)
Der kleine Kopf ist meist unter dem Brustabschnitt verborgen. Am Hinterleib trägt sie eine Drüse, die eine von Ameisen (Formicoidea) sehr geschätzte Absonderung ausscheidet. Die Raupe wird deshalb häufig von den Ameisen (Formicoidea) besucht und begleitet und genießt dadurch einen gewissen Schutz vor Feinden. Die Raupe erreicht eine Körperlänge bis zu dreizehn Millimeter und weist eine grüne oder braune Färbung mit einer hell gesäumten, dunklen Rückenlinie auf. In der Regel sieht die Raupe der des Idas-Bläulings (Lycaeides idas) sehr ähnlich.

Lebensweise

Der Geißklee-Bläuling bewohnt vielerlei Lebensräume und bildet typische Übernachtungsgesellschaften, indem sie sich zu vielen auf engem Raum sammeln und kopfabwärts im Pflanzenwuchs sitzen. Die Raupe lebt an verschiedenen Kleearten und an dem Gelben Sonnenröschen (Helianthemum nummularium). Die Eiablage erfolgt einzeln an Blüten verschiedener Futterpflanzen, die sich in der Nähe von Ameisennestern befinden. Die erwachsenen Raupen verpuppen sich dann in den Ameisennestern, in die sie von den Arbeiterinnen eingetragen werden. Die Symbiose wird mit den Ameisenarten wie die Schwarze Wegameise (Lasius niger), die Fremde Wegameise (Lasius alienus) sowie die Aschgraue Sklavenameise (Formica cinerea) gebildet. Der Geißklee-Bläuling fliegt in zwei Generationen von Mai bis Anfang September. In den kälteren Regionen und in den Moorgebieten fliegt der Geißklee-Bläuling zwischen Juni und August, dort kommt es auch nur zu einer einzigen Generation. In Nordeuropa überwintert die vollentwickelte Raupe auch in der Eihülle.

Unterarten

Geißklee-Bläuling
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Geißklee-Bläuling
Geißklee-Bläuling
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Geißklee-Bläuling

Verbreitung

Der Geißklee-Bläuling ist von Nordspanien und Ostspanien bis nach Skandinavien weit verbreitet. Des Weiteren ist der Geißklee-Bläuling ebenfalls in Griechenland und im europäischen Teil der Türkei zu finden, jedoch kommt er im äußersten Norden wie Irland und Schottland nicht vor. Die Lebensräume des Geißklee-Bläulings kann sehr vielseitig sein, im allgemeinen kann er sehr feuchte oder auch sehr trockene Standorte besiedeln. In der Regel trifft man den Geißklee-Bläuling häufig auf Magerrasen, vor allem in Heiden sowie am Rand von Mooren an. In den meisten Gegenden ist er nicht selten, aber gebietsweise ist der Geißklee-Bläuling bereits stark zurückgegangen.

Ernährung

Der Geißklee-Bläuling ernährt sich überwiegend von zahlreichen Schmetterlingsblütlern. Zu den bevorzugten Pflanzen zählen vor allem der Gewöhnliche Hornklee (Lotus corniculatus), der Gewöhnliche Hufeisenklee (Hippocrepis comosa) sowie die Bunte Kronwicke (Securigera varia). Daneben ist der Geißklee-Bläuling aber auch an dem Gelben Sonnenröschen (Helianthemum nummularium) und an der Besenheide (Calluna vulgaris) zu finden. Ferner zählen noch zu den besuchten
Schwarze Wegameise (Lasius niger)
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Schwarze Wegameise (Lasius niger)
Pflanzen des Geißklee-Bläulings der Stechginster (Ulex europaeus), der Besenginster (Cytisus scoparius), der Gelbe Blasenstrauch (Colutea arborescens), der Kicher-Tragant (Astragalus cicer), die Bocks-Hauhechel (Ononis arvensis), Luzerne (Medicago sativa) sowie die Graue Heide (Erica cinerea). Zur Nahrungsaufnahme wird der Saugrüssel ausgerollt und in eine Blüte getaucht. Im Laufe der Evolution hat sich der Saugrüssel aus den verlängerten Außenladen des Unterkiefers gebildet. Im Ruhezustand ist der Saugrüssel zu einer Spirale unterhalb des Kopfes aufgerollt. Dagegen verfügt die Raupe über kräftige Mundwerkzeuge. Unabläßlich ist die Raupe mit Fressen beschäftigt. Zu der bevorzugten Nahrung der Raupe gehören unter anderem verschiedene Kleearten und insbesondere das Gelbe Sonnenröschen (Helianthemum nummularium).

Fortpflanzung

Im Laufe der Entwicklung vom Ei bis zum fertigen Falter durchläuft der Geißklee-Bläuling eine vollständige Metamorphose. Die Entwicklung erstreckt sich über vier Entwicklungsstadien: Ei, Raupe, Puppe und fertiger Schmetterling. Mit dem Schlupf aus der Puppe oder kurze Zeit später ist der Geißklee-Bläuling auch geschlechtsreif und kann sich fortpflanzen. Ein juveniles Stadium gibt es bei dem Schmetterling nicht. Die Geschlechtsorgane liegen bei beiden Geschlechtern im Bereich des Hinterleibes. Zur Begattung berühren sich die Falter jeweils mit dem Hinterleib. Dabei schauen sie in die entgegengesetzte Richtung. Die Partner verhaken sich dabei regelrecht. Bei der eigentlichen Begattung führt das Männchen sein Begattungsorgan in das Weibchen ein. Der in das Weibchen übertragene Samen wird in einer Begattungstasche, der sogenannten Bursa copulatrix, gespeichert. Unmittelbar vor der Eiablage wird dann jedes einzelne Ei befruchtet. Die Eiablage erfolgt einzeln an Blüten verschiedener Futterpflanzen, die sich in der Nähe von Ameisennestern befinden. Nach etwa vier Häutungen verpuppen sich die erwachsenen Raupen dann in den Ameisennestern, in die sie von den Arbeiterinnen eingetragen werden. Die Symbiose wird mit den Ameisenarten wie die Schwarze Wegameise (Lasius niger), die Fremde Wegameise (Lasius alienus) sowie die Aschgraue Sklavenameise (Formica cinerea) gebildet. Der Geißklee-Bläuling fliegt in zwei Generationen von Mai bis Anfang September. In den kälteren Regionen und in den Moorgebieten fliegt der Geißklee-Bläuling zwischen Juni und August, dort kommt es auch nur zu einer einzigen Generation. In Nordeuropa überwintert die vollentwickelte Raupe auch in der Eihülle und erst im nächsten Frühjahr schlüpft der vollentwickelte Geißklee-Bläuling. Gelegentlich kommt es vor, dass die Puppe zwei Jahre überwintert. Diese Überwinterung wird auch als Diapause bezeichnet. Die Lebenserwartung des Geißklee-Bläulings beträgt durchschnittlich vierzehn Tage.

Gefährdung und Schutz

In den vergangenen drei Jahrzehnten hat der Mensch seine Umwelt verändert wie nie zuvor. Diese Veränderungen bedeuten immer Verarmung und damit Rückgang der ökologischen Nischen. Die Gründe dafür sind äußerst vielfältig und stehen untereinander und mit anderen Faktoren in einer Wechselbeziehung.
Habitat: Magerrasen
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Habitat: Magerrasen
Am wichtigsten sind die Verarmung der Landschaft und Flurbereinigung, Trockenlegung, Urbanisierung und Straßenbau, die allgegenwärtige Verschmutzung sowie der Einsatz von Düngern, Pflanzenschutzmitteln und weiteren Giftstoffen. Besonders empfindlich scheinen die Raupen auf Staub zu reagieren. Blattflächen, die mit einer feinen Staubschicht versehen sind, werden von den Raupen nicht gefessen, die Tiere verhungern eher. Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass sie vor allem der gegenwärtige Abrieb der Autoreifen vom Fressen abhält. Die meisten Schmetterlinge (Lepidoptera) sind wohl deswegen am Aussterben, weil ihre Nährpflanzen keinen Platz zum Überleben mehr haben. Wenn ein Landwirt einen trockenen Magerrasen zu düngen beginnt, verschwinden innerhalb kürzester Zeit 80 bis 90 Prozent aller Pflanzenarten. Mit ihnen sterben die phytophagen Insekten (Insecta), an erster Stelle die Schmetterlinge (Lepidoptera) und die Langfühlerschrecken (Ensifera) sowie die Kurzfühlerschrecken (Caelifera). In diesem Zusammenhang darf man nicht vergessen, dass sich auch viele erwachsene Schmetterlinge (Lepidoptera) ernähren müssen. Wenn sie nicht die richtigen Blüten finden, sterben sie aus, selbst wenn die Raupennahrung noch wächst. Man kann in dieser Beziehung einen praktischen Naturschutz betreiben, indem man entsprechende Pflanzen in Gärten, auf Wiesen, an Wegrändern oder auf Feldern pflanzt und pflegt wie zum Beispiel: Gewöhnlicher Hornklee (Lotus corniculatus), Gewöhnlicher Hufeisenklee (Hippocrepis comosa), Bunte Kronwicke (Securigera varia), Gelbes Sonnenröschen (Helianthemum nummularium), Besenheide (Calluna vulgaris), Stechginster (Ulex europaeus), Besenginster (Cytisus scoparius), Gelber Blasenstrauch (Colutea arborescens), Kicher-Tragant (Astragalus cicer), Bocks-Hauhechel (Ononis arvensis), Luzerne (Medicago sativa) sowie Graue Heide (Erica cinerea).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann: Der neue Kosmos-Schmetterlingsführer. Schmetterlinge, Raupen und Futterpflanzen. Kosmos, 2003 ISBN 3440093301
  • Leon Rogez: Schmetterlinge und Raupen. Ensslin im Arena Verlag, 2006 ISBN 3401452541
  • Thomas Ruckstuhl: Schmetterlinge und Raupen. Gondrom Verlag, 2001 ISBN 3401452541
  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Ake Sandhall, übersetzt von Dr. Wolfgang Dierl: BLV Bestimmungsbuch 15. Insekten und Weichtiere. Niedere Tiere und ihre Lebensräume-Gliedertiere, Würmer, Nesseltiere, Weichtiere, Einzeller. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München Wien Zürich 1984. ISBN 3-405-11390-3
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
  • Valerio Sbordoni, Saverio Forestiero: Weltenzyklopädie der Schmetterlinge Arten, Verhalten, Lebensräume. München Südwest Verlag, 1985 ISBN 3-517-00876-1
  • Dr. Frieder Sauer: Sauers Naturführer Raupe und Schmetterling. Karlsfeld Fauna-Verlag, 1988, 4. Auflage ISBN 3-923010-00-1

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