Gelbbrust-Kapuziner

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Gelbbrust-Kapuziner

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Primaten (Primates)
Familie: Kapuzinerartige (Cebidae)
Unterfamilie: Kapuzineraffen (Cebinae)
Gattung: Kapuzineraffen (Cebus)
Art: Gelbbrust-Kapuziner
Wissenschaftlicher Name
Cebus xanthosternos
Wied-Neuwied, 1826

IUCN-Status
Critically Endangered (CR)

Der Gelbbrust-Kapuziner (Cebus xanthosternos) zählt innerhalb der Familie Kapuzinerartigen (Cebidae) zur Gattung der Kapuzineraffen (Cebus). Im Englischen wird die Art Buff-headed Capuchin oder Yellow-breasted Capuchin genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Gelbbrust-Kapuziner erreicht eine Körperlänge von 40 bis 50 Zentimeter, eine Schwanzlänge von gut 40 cm sowie ein Gewicht von 2.500 bis 4.000 Gramm. Weibchen bleiben deutlich kleiner und leichter als Männchen. Das dichte Fell weist eine überwiegend rotbraune Färbung auf. Der Brustbereich und die Schulter sind hingegen gelblich bis ockerfarben. Die Hände sowie die Füße sind durchweg schwarz gefärbt. Das Fell im Gesicht ist überwiegend graubraun und ist meist mit dunklem Fell umrahmt.

Gelbbrust-Kapuziner sind tagaktive Regenwaldaffen, die die Nacht in den Bäumen verbringen. Sie leben gesellig in Gruppen von zehn bis dreißig Tieren. Eine Gruppe besteht aus einem dominanten Pärchen, mehreren erwachsenen Tieren und dem Nachwuchs des dominanten Pärchens. Ein weitere Rangfolge kennen die Gelbbrust-Kapuziner nicht. Gegenseitige Fellpflege dient der sozialen Interaktion und stärkt den Zusammenhalt der Gruppe. Gelbbrust-Kapuziner beanspruchen ein Revier von einigen Hektar Größe und verteidigen dies auch gegenüber Artgenossen. Die Reviere einzelner Gruppen können sich aber überlappen. Die Reviere werden mit Urin markiert.

Zu den natürlichen Feinden gehören größere Greifvögel, Raubkatzen und größere Schlangen. Das Washingtoner Artenschutzabkommen stellt die Tiere in Anhang II unter weltweitem Schutz und schränkt den Handel stark ein. In der Roten Liste des IUCN wird die Art als stark gefährdet geführt (CR - critically endangered). Neben der Vernichtung der natürlichen Lebensräume sind insbesondere der Wildfang für den Haustierhandel und Labore sowie die Jagd wegen dem Fleisch Grund für die drohende Ausrottung der Art.

Verbreitung

Verbreitungsgebiet
vergrößern
Verbreitungsgebiet

Der Gelbbrust-Kapuziner ist in Südamerika im östlichen Teil von Brasilien verbreitet (Siehe Karte). Die Affen bewohnen den tropischen Küstenregenwald. Sie fühlen sich sowohl in den Baumkronen als auch auf dem Waldboden zu Hause. Die schrittweise Vernichtung ihrer Lebensräume hat die Art heute an den Rand des Aussterbens gebracht. Ob die Gelbbrust-Kapuziner mit rund 300 verbleibenden Exemplaren noch zu retten sind, bleibt abzuwarten.

Nahrung

Gelbbrust-Kapuziner gehören zu den Allesfressern unter den Neuweltaffen. Ihre Nahrung suchen sie sowohl in den Bäumen als auch auf dem Waldboden. Neben pflanzlicher Kost wie Blätter, reife Früchte, Nüsse und Blüten fressen sie auch Insekten, deren Larven und Spinnentiere sowie Jungvögel, Eier und hin und wieder auch kleinere Säugetiere. Nüsse knacken sie, indem sie zwei Nüsse aufeinanderschlagen oder sie an Bäumen zerbrechen.

Fortpflanzung

Die Weibchen der Gelbbrust-Kapuziner erreichen die Geschlechtsreife mit rund vier Jahren, Männchen brauchen mit etwa sechs bis sieben Jahren deutlich länger. In den tropischen Verbreitungsgebieten erstreckt sich die Paarungszeit über das ganze Jahr. Nach einer Tragezeit von 160 bis 170 Tagen bringt das Weibchen ein Jungtier an geschützter Stelle in den Bäumen zur Welt. Das Geburtsgewicht liegt bei 250 bis 300 Gramm. Die erste Zeit klammert sich das Jungtier instinktiv an den Bauch der Mutter. Mit fortschreitendem Alter läßt es sich auf dem Rücken tragen. Der Vater kümmert sich nicht weiter um seinen Nachwuchs. Weibliche Mitglieder einer Gruppe unterstützen hingegen die Mutter bei der Aufzucht. In Freiheit liegt die Lebenserwartung bei 15 bis 20 Jahren, in Gefangenschaft können Gelbbrust-Kapuziner durchaus ein stattliches Alter von bis zu 30 Jahren erreichen.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Thomas Geissmann: Vergleichende Primatologie. Springer Verlag, 2003, ISBN 3540436456
  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

Qualifizierte Weblinks

'Persönliche Werkzeuge