Gelbkehliger Falscher Giftfrosch

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Gelbkehliger Falscher Giftfrosch

Systematik
Klasse: Lurche (Amphibia)
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Überfamilie: Echte Frösche und Verwandte (Diplasiocoela)
Familie: Baumsteigerfrösche (Dendrobatidae)
Gattung: Mannophryne
Art: Gelbkehliger Falscher Giftfrosch
Wissenschaftlicher Name
Mannophryne trinitatis
(Garman, 1888)

IUCN-Status
Vulnerable (VU)

Der Gelbkehlige Falsche Giftfrosch (Mannophryne trinitatis), auch unter den Synonymen Colostethus trinitatis und Phyllobates trinitatis bekannt, zählt innerhalb der Familie der Baumsteigerfrösche (Dendrobatidae) zur Gattung Mannophryne. Im Englischen wird der Gelbkehlige Falsche Giftfrosch yellow-throated frog, ranita montanera oder sapito acollarado costero genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Taxonomie

Laut der Roten Liste der IUCN unterstützen morphologische und chromosomale Beweise die Hypothese, dass diese Art nur auf der Insel Trinidad vorkommt. Die Population von Peninsula de Paria, Venezuela, ist eine andere Art mit der wissenschaftlichen Bezeichnung Mannophryne venezuelensis.

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Gelbkehlige Falsche Giftfrosch weist eine geringe Größe auf. Das Männchen erreicht eine Körperlänge von etwa 19,4 Millimeter, während das Weibchen eine Körperlänge von etwa 21,5 Millimeter erreicht. Auch wenn der Gelbkehlige Falsche Giftfrosch zu den Baumsteigerfröschen zählt, fehlt ihm die leuchtende Farbe seiner Vettern. Dies ist ein Hinweis, dass er nicht giftig ist. Er ist ein agiler Frosch, bewegt sich blitzschnell und besitzt eindeutig die Fähigkeit seinen natürlichen Feinden zu entkommen. Sowohl Männchen als auch Weibchen weisen ein attraktives Braun auf. Zwischen den Geschlechtern besteht ein leichter Dimorphismus. Das adulte Männchen hat eine graue Kehle, während das territoriale Weibchen eine leuchtend gelbe Kehle aufweist. Das Männchen, das während der Balz ruft, ist komplett dunkelbraun, fast tiefschwarz gefärbt. Unter dem Unterkiefer befindet sich beim Männchen ein einziger Vokalsack.

Gelbkehliger Falscher Giftfrosch
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Gelbkehliger Falscher Giftfrosch

Taxonomische Neubewertung

Das neue Taxon ist eine endemische Art von Trinidad und wurde lange Zeit als die kontinentale Population, die in Venezuela vorkommt, angesehen. Die Externe Morphologie und die Ruf-Merkmale unterscheiden sich taxonomisch zwischen der kontinentalen und der insularen Art, jedoch unterstützt die Mitochondrien-DNA ein Schwester-Taxon zwischen den beiden Arten. Die neue Art unterscheidet sich von den anderen Mitgliedern der Gattung durch seine geringe Größe, durch die unpigmentierte und nicht genau definierte Kehle und den reduzierten Schwimmhäuten zwischen den Zehen. Darüber hinaus kann das neue Taxon von Mannophryne trinitatis durch folgende Merkmale unterschieden werden:

  1. Dorsale Färbung mit einem gut kontrastierten Muster
  2. Blasse dorsolaterale Streifen nicht gut definiert
  3. Eine blasse braune Pigmentierung an den Handinnenflächen und Fußsohlen
  4. Diffuse inguinale Streifen
  5. Dunkle Markierungen fehlen entlang der vorderen Ränder an den Vorderbeinen
  6. Kein Ruf mit einer einzigen Frequenz-modulierten Note
  7. Unterschiede in den mtDNA-Sequenzen

Lebensweise

Laut der Roten Liste der IUCN halten sich die Erwachsenen entlang der dichten schattigen, schmalen, flachen, langsam fließenden, klaren Bäche auf, die sich in feuchten ungestörten montanen Wäldern befinden. Dort findet auch die aufwendige Balz statt. Das Verhalten dieser Art ist ziemlich defensiv. Der Gelbkehlige Falsche Giftfrosch ist eine terrestrische Art. Das Weibchen legt die Eier im Blattlaub oder auf Felsen nahe von Bächen ab. Nach dem Schlupf werden die Kaulquappen auf dem Rücken zu den tieferen Strom-Pools getragen.
Gelbkehliger Falscher Giftfrosch
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Gelbkehliger Falscher Giftfrosch
Im Zentrum von Trinidad liegen die bekannten Tamana-Höhlen. In diesen Höhlen befinden sich Teiche, die für die Kaulquappen verwendet werden. Andere Populationen tragen ihre Kaulquappen zu den temporären Pools, die weit entfernt von den Bächen liegen. Der genaue Standort der Kaulquappen scheint abhängig von der Anwesenheit der natürlichen Feinde zu sein. Die Erwachsenen legen erhebliche Entfernungen auf der Suche nach räuber-freien Pools zurück. Der Gelbkehlige Falsche Giftfrosch ernährt sich von den Insekten, die er im Fledermaus-Guano findet.

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN ist die Art in den nördlichen und zentralen Bereichen auf der Insel Trinidad, Trinidad und Tobago, verbreitet. Dieses Verbreitungsgebiet reicht von den montanen Gebieten bis auf Meereshöhe. Im zentralen Süden von Venezuela wird der taxonomische Status der Population derzeit geprüft.

Ernährung

Laut der Roten Liste der IUCN ernährt sich der Gelbkehlige Falsche Giftfrosch von den Insekten (Insecta), die er im Fledermaus-Guano findet.

Fortpflanzung

Laut der Roten Liste der IUCN ist der Gelbkehlige Falsche Giftfrosch eine terrestrische Art. Das Weibchen legt die Eier im Blattlaub oder auf Felsen nahe von Bächen ab. Nach dem Schlupf werden die Kaulquappen auf dem Rücken zu den tieferen Strom-Pools getragen. Im Zentrum von Trinidad liegen die bekannten Tamana-Höhlen. In diesen Höhlen befinden sich Teiche, die für die Kaulquappen verwendet werden. Andere Populationen tragen ihre Kaulquappen zu den temporären Pools, die weit entfernt von den Bächen liegen. Der genaue Standort der Kaulquappen scheint abhängig von der Anwesenheit der natürlichen Feinde zu sein. Die Erwachsenen legen erhebliche Entfernungen auf der Suche nach räuber-freien Pools zurück.

Gelbkehliger Falscher Giftfrosch - Eier
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Gelbkehliger Falscher Giftfrosch - Eier

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN wird die Art als gefährdet gelistet, weil die Fläche weniger als 20.000 Quadratkilometer beträgt und diese stark fragmentiert ist. Der Rückgang des Umfangs und der Qualität des natürlichen Lebensraums in Trinidad setzt sich stetig fort. In Trinidad ist die Art durch landwirtschaftliche und industrielle Wasserverschmutzung stark bedroht. An den nördlichen Südhängen in Trinidad ist die Fragmentierung durch Entwaldung besonders extrem.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 2, Lurche. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3

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