Gemeine Wasserflorfliege

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Gemeine Wasserflorfliege
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Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Ordnung: Schlammfliegen (Megaloptera)
Familie: Sialidae
Gattung: Sialis
Art: Gemeine Wasserflorfliege
Wissenschaftlicher Name
Sialis lutaria
Linnaeus, 1758

Die Gemeine Wasserflorfliege (Sialis lutaria) zählt innerhalb der Familie der Sialidae zur Gattung Sialis.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Gemeine Wasserflorfliege erreicht eine Körperlänge von 17 bis 20 Millimeter. Die Flügelspannweite der Weibchen beträgt rund 35 Millimeter. Männchen sind flügellos. Der Körper ist überwiegend bräunlich gefärbt. Die Flügel, von denen das Weibchen vier besitzt, sind im Ruhezustand auf dem Rücken gefaltet. Weibchen sind trotz der vier Flügel keine guten Flieger, ihr Flug wirkt wie ein träges Flattern. Nach der erfolgreichen Befruchtung und Eiablage sterben die adulten Tiere. Die Gemeine Wasserflorfliege ist ein tagaktives Insekt und ist in unseren Breitengraden ab Mai zu beobachten.

Verbreitung

Die Gemeine Wasserflorfliege ist in weiten Teilen Europas verbreitet. Insbesondere in Mitteleuropa ist sie ein häufiges Insekt. Sie lebt vorzugsweise an schlammigen Teichen und kleinen Seen, selten auch an langsam fliessenden Gewässern. Dabei halten sie sich stets in Wassernähe auf. Die Eiablage erfolgt in unmittelbarer Nähe des Gewässers, da sich die Larven in Wasser fallen lassen müssen um zu überleben.

Nahrung

Die adulte Gemeine Wasserflorfliege ernährt sich von Nektar von Blumen und Pflanzen. Larven ernähren sich räuberisch von Wassertieren, Larven und Muscheln. Adulte Tiere gehen tagsüber auf Nahrungssuche.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit der Gemeinen Wasserflorfliege erstreckt sich in Mitteleuropa über die Monate Mai und Juni. Beim eigentlichen Paarungsakt legt das Männchen Samenpakete an der Geschlechtsöffnung des Weibchens ab. Die Samenzellen finden selbständig ihr Ziel. Eine Paarung findet in der Regel auf dem Erdboden statt, da das Männchen nicht über Flügel verfügt. Nach der Befruchtung der Eier legt das Weibchen diese über dem Wasser an Pflanzenteilen wie Blättern oder Stengeln ab. Es können durchaus einige hundert Eier sein.

Nach etwa einer Woche schlüpfen die Larven und lassen sich ins Wasser fallen, wo sie die nächsten zwei Jahre leben. Beim Schlupf weisen sie bereits eine Länge von rund zwei Millimeter auf. Sie ernähren sich auf dem Gewässerboden räuberisch von anderen Larven, kleinen Wassertieren und Muscheln. Die Larven der Gemeinen Wasserflorfliege wachsen sehr schnell heran und erreichen bereits im ersten Jahr eine Körperlänge von gut 20 Millimeter. Das Larvenstadium durchlaufen sie nur im Wasser. Insgesamt durchlaufen sie vier Stadien; vom Ei über die Larve, die Puppe bis hin zum fertigen Insekt. Nach einer Entwicklungszeit von zwei Jahren, in der sie neun bis zehn Häutungen durchlaufen, gehen sie an Land und graben sich dort in den Boden ein, um sich zu verpuppen. Nach rund zwei Wochen Puppenstadium schlüpfen dann die fertigen Insekten.
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