Gemeiner Riedbock

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Gemeiner Riedbock
Männchen

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Unterfamilie: Riedböcke (Reduncinae)
Gattung: Riedböcke (Redunca)
Art: Gemeiner Riedbock
Wissenschaftlicher Name
Redunca redunca
(Pallas, 1767)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Gemeine Riedbock (Redunca redunca) zählt innerhalb der Familie der Hornträger (Bovidae) zur Gattung der Riedböcke (Redunca). Im Englischen wird die Art Bohor Reedbuck, Bohar Reedbuck oder Bohor genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der mittelgroße Gemeine Riedbock erreicht je nach Geschlecht eine Schulterhöhe von 69 bis 89 cm und ein Gewicht von 36 bis 55 kg. Weibchen bleiben mit einer Schulterhöhe von 69 bis 76 deutlich kleiner als Männchen. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal zwischen den Geschlechtern ist die Zeichnung des Felles. Die Fellfärbung variiert von gelblichbraun bis graubraun. Ventral und an der Unterseite des Schwanzes zeigt sich eine weißliche Färbung. Charakteristisches Merkmal ist ein jeweils ein gut sichtbarer kahler, dunkler Fleck hinter den Ohren. Das Fell der Jungtiere ist dunkler uns insgesamt länger. Die Männchen verfügen über Hörner, die eine Länge von bis zu 41 cm erreichen können. Die Hörner sind an der Spitze leicht nach vorne gebogen (Nowak, 1999).

Lebensweise

Gemeine Riedböcke leben einzelgängerisch oder in kleinen bis größeren Gruppen. Eine durchschnittliche Gruppe umfasst etwa 5 Individuen. Die Reviere einzelner Gruppen sind nicht klar abgegrenzt, Duftmarken werden daher keine gesetzt. Die meist vagen Grenzen des Territoriums werden durch pfeifende Laute markiert. Die Reviere der Weibchen sind kleiner als die der Männchen und überlappen sich mit diesen. Gemeine Riedböcke sind hauptsächlich in der Nacht aktiv (Nowak, 1999).

Unterarten

Unterarten nach Wilson & Reeder, 2005.

Verbreitung

Gemeiner Riedbock - Männchen
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Gemeiner Riedbock - Männchen

Die Art ist vom westlichen bis ins östliche Afrika verbreitet. Die Vorkommen erstrecken sich über Benin, Burkina Faso, Burundi, Kamerun, über die Zentralafrikanische Republik, den Tschad, über die Demokratische Republik Kongo, Äthiopien, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kenia, Mali, Mauretanien, Niger, Nigeria, Ruanda, Senegal, Sudan, Tansania und Togo. Gemeine Riedböcke leben meist auf offenen Weideflächen, entlang von lichten Wäldern und in Auen. Je nach Vorkommen leben die Tiere im Flachland bis in Höhen von gut 3.200 m über NN (Nowak, 1999; IUCN, 2011).

Ernährung

Gemeine Riedböcke sind Weidetiere und ernähren sich hauptsächlich von Gräsern. Während der Trockenzeit ernähren sich die Tiere auch von trockener Vegetation. In der Nähe des Menschen wird mitunter auch Getreide gefressen. Auf Trinkwasser sind Gemeine Riedböcke nicht angewiesen, der Wasserbedarf wird hauptsächlich über die Nahrung gedeckt (Nowak, 1999).

Fortpflanzung

Männchen und Weibchen erreichen die Geschlechtsreife gegen Ende des zweiten Lebensjahres, Männchen gelegentlich erst im Dritten Lebensjahr. Die Hauptpaarungszeit erstreckt sich über die Regenzeit, wobei es auch darüber hinaus ganzjährig zu Paarungen kommen kann. Nach einer Tragezeit von 7,5 Monaten bringt ein Weibchen ein einzelnes Jungtier an geschützter Stelle zur Welt. In den ersten 2 Monaten bleiben die Jungtiere im dichten Gras verborgen. Erst danach folgen die Kälber den Müttern. Die Jungtiere bleiben meist bis zu 9 Monaten bei der Mutter. Die Lebenserwartung ist unbekannt (Nowak, 1999).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Gemeine Riedböcke gehörenheute noch nicht zu den bedrohten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher in der Kategorie LC, Least Concern geführt. Die größte Gefahr geht im natürlichen Verbreitungsgebiet von der Bejagung und vom Verlust des Lebensraumes aus. Eine weitere Bedrohung kann eine lang anhaltende Dürre darstellen (Nowak, 1999; IUCN, 2011).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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