Gemeiner Strauchdieb

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Gemeiner Strauchdieb

Taxonomie
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Zweiflügler (Diptera)
Unterordnung: Fliegen (Brachycera)
Teilordnung: Spaltschlüpfer (Orthorrhapha)
Familie: Raubfliegen (Asilidae)
Unterfamilie: Asilinae
Gattung: Strauchdiebe (Neoitamus)
Art: Gemeiner Strauchdieb
Wissenschaftlicher Name
Neoitamus cyanurus
Loew, 1849

Der Gemeine Strauchdieb (Neoitamus cyanurus) zählt innerhalb der Familie der Raubfliegen (Asilidae) zur Gattung der Strauchdiebe (Neoitamus).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Gemeine Strauchdieb erreicht eine stattliche Körperlänge von 20 bis 30 Millimeter. Der Vorderkörper, also der Thorax, ist sehr groß ausgebildet und dominiert gegenüber dem zierlichen Abdomen regelrecht. Der Thorax ist überwiegend grau gestreift und ist deutlich segmentiert. Zudem ist er stark behaart. Der Abdomen ist überwiegend bräunlich, die hinteren Bereiche sind meist dunkel, fast schwarz gefärbt. Beim Weibchen läuft der Abdomen in einem langen Legebohrer aus und ist deutlich zum Ende hin verengt. Der Kopf ist geprägt durch die sehr großen Komplexaugen. An Vorderkopf ist deutlich eine starke Behaarung erkennbar, die charakteristisch nach vorne zeigt. Die Mundwerkzeuge sind kräftig ausgeprägt und bilden den Stech- und Saugrüssel, mit dem der Gemeine Strauchdieb sticht und aussaugt. Die Extremitäten sind mit langen, borstenartigen Haaren bedeckt.

Verbreitung

Der Gemeine Strauchdieb ist sehr weit verbreitet. Seine Verbreitungsgebiete erstrecken sich über ganz Europa, über Nordafrika und über weite Teile Asiens. Man findet die Tiere meist an Waldränder, an Gebüschrainen, in Parks und größeren Gärten in meist höherer Vegetation wie Sträucher und Bäume.

Ernährung

Der Gemeine Strauchdieb ernährt sich als Larve und als Imago räuberisch von anderen Insekten. Das Imago ist ein Lauerjäger, der von einer Ansitzwarte aus auf Beute wartet. Beutetiere werden im Flug erbeutet. Dabei können Beutetiere leicht größer sein als der Gemeine Strauchdieb selbst. Zu den bevorzugten Beutetieren gehören neben Fliegen, Mücken, Schnaken auch Käferarten. Die Larven leben im Boden räuberisch von Insektenlarven.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit erstreckt sich über den Sommer. Die eigentliche Paarung wird meist in der Luft vollzogen, gelegentlich auch auf festem Untergrund. Die Eiablage erfolgt durch das Weibchen über ihren langen Legestachel. Die länglich ovalen Eier werden in den Boden gelegt. Nach bereits wenigen Tagen bis zu einer Woche schlüpfen die Larven und leben fort an im Boden, wo sie sich räuberisch von Insektenlarven ernähren. Gegen Ende ihrer Entwicklung verpuppen sich die Larven im Boden. Nach der Reifezeit schlüpfen aus den Larven die fertigen Imagines.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Ake Sandhall, übersetzt von Dr. Wolfgang Dierl: BLV Bestimmungsbuch 15. Insekten und Weichtiere. Niedere Tiere und ihre Lebensräume-Gliedertiere, Würmer, Nesseltiere, Weichtiere, Einzeller. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München Wien Zürich 1984. ISBN 3-405-11390-3
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
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