Gerbillurus setzeri

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Gerbillurus setzeri
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Teilordnung: Myodonta
Überfamilie: Hamster- und Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Langschwanzmäuse (Muridae)
Gattung: Namib-Rennmäuse (Gerbillurus)
Art: Gerbillurus setzeri
Wissenschaftlicher Name
Gerbillurus setzeri
(Schlitter, 1973)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Gerbillurus setzeri zählt innerhalb der Familie der Langschwanzmäuse (Muridae) zur Gattung der Namib-Rennmäuse (Gerbillurus) und hier zur Untergattung Gerbillurus. Der nächste Verwandte ist Gerbillurus vallinus. Im Englischen wird die Art Namib Brush-tailed Gerbil oder Setzer's Hairy-footed Gerbil genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt (Dempster, Perrin, Griffin & Downs, 1998).

Inhaltsverzeichnis

Erkennung und Unterschiede

Gerbillurus setzeri ist in der Fellfärbung ähnlich wie Gerbillurus paeba. Unterschieden werden können die beiden Arten aufgrund des Gewichtes. Gerbillurus setzeri ist mit 30 bis 40 g deutlich schwerer als Gerbillurus paeba. Zudem ist die Schwanzspitze von Gerbillurus setzeri ausgeprägter. Das Fell ist bei beiden Arten blass zimtfarben gefärbt. Das Fell von Gerbillurus setzeri ist länger und dichter als bei Gerbillurus paeba. Innerhalb der Gattung ist Gerbillurus setzeri die größte Art, jedoch ist der Schwanz in Relation zur Körperlänge kürzer als bei Gerbillurus tytonis und Gerbillurus vallinus (Dempster, Perrin, Griffin & Downs, 1998).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Gerbillurus setzeri ist eine robust gebaute Namib-Rennmaus mit einem langen, buschigen Schwanz. Das Fell ist dorsal je nach Vorkommen zimtfarben bis hellbraun oder beige, ventral zeigt sich eine weißliche Färbung. Rund um das Maul und die unteren Bereiche der Glieder ist das Fell ebenfalls weißlich gefärbt. Gerbillurus setzeri erreicht eine Gesamtlänge von 217 bis 263 (233) mm, eine Schwanzlänge von 113 bis 145 (127,4) mm, eine Hinterfußlänge von 30 bis 35 (32,5) mm, eine Ohrlänge von 12 bis 16 (13,9) mm, eine Hirnschädelbreite von 14,1 bis 16,1 (14,9) mm, eine Rostrumbreite von 36,6 bis 4,3 (4,1) mm, eine Schädelhöhe von 12,7 bis 13,8 (13,2) mm sowie ein Gewicht von 30 bis 40 (32,9) g. Das Gebiss besteht aus 16 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i1/1, c0/0, p0/0, m3/3 (Dempster, Perrin, Griffin & Downs, 1998).

Lebensweise

Gerbillurus setzeri ist strikt nachtaktiv. Am Tage halten sich die Tiere in ihren Erdbauten auf. Die Nester befinden sich meist in seitlichen Gängen des Tunnelsystems. Während der aktiven Zeit ist häufiges Sandbaden zu beobachten, das der Fellpflege dient. Zum Graben im Sand dienen die Vorderpfoten, mit den Hinterpfoten wird der lose Sand nach hinten befördert. Die Reviergrenzen überlappen sich deutlich mit Revieren anderer Individuen. Die Tiere bewegen sich am Boden quadrupedal (von Quadrupedie, lat. quadrus = vier und pes = Fuß) auf allen vier Extremitäten fort (Dempster, Perrin, Griffin & Downs, 1998).

Verbreitung und Lebensraum

Gerbillurus setzeri ist im nordwestlichen Angola und im nordwestlichen Namibia endemisch. Die Art besiedelt hauptsächlich sandige Böden, Schotterflächen und trockene Flussbetten.

Biozönose

Sympatrie

Gerbillurus setzeri teilt sich seinen Lebensraum mit anderen kleinen Nagern wie der nah verwandten Art Gerbillurus paeba sowie dem Kurzohrrüsselspringer (Macroscelides proboscideus) (Dempster, Perrin, Griffin & Downs, 1998).

Ernährung

Über die Ernährung der Art ist nur wenig bekannt. Magenanalysen haben ergeben, dass sich die aufgenommene Nahrung aus 10% Sämereien, 40% pflanzliches Material und rund 50% Gliederfüßer (Arthropoda) zusammensetzen. Zu den nachgewiesenen Futterpflanzen gehören beispielsweise Mittagsblumengewächse (Aizoaceae) wie Tetragonia reduplicata, Akanthusgewächse (Acanthaceae) wie Blepharis grossa und Hülsenfrüchtler (Fabaceae) wie Akazien (Acacia) (Dempster, Perrin, Griffin & Downs, 1998).

Fortpflanzung

Die Fortpflanzungszeit von Gerbillurus setzeri erstreckt sich über das ganze Jahr. Nach einer Tragezeit von 21 Tagen bringt ein Weibchen 1 bis 6 (3) Jungtiere zur Welt. Das Geburtsgewicht liegt bei 2,3 g, die Wachtumsrate innerhalb der ersten 23 Tage bei 0,7 g pro Tag. Bei der Geburt sind die Jungen nackt und die Augen sind geschlossen. Im Alter von 18 Tagen öffnen die Jungen erstmals die Augen, mit 23 bis 28 Tagen werden sie von der Muttermilch entwöhnt (Dempster, Perrin, Griffin & Downs, 1998).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Gerbillurus setzeri gehört heute noch nicht zu den bedrohten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher in der Kategorie LC, Least Concern, geführt. Die größte Bedrohung geht aktuell von der Überweidung der wüstenähnlichen Vegetation aus. Ansonsten sind keine größeren Gefahren bekannt. Schutzmaßnahmen wurden bislang nicht ergriffen (IUCN, 2013).

Anhang

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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