Gespenstschrecken

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Gespenstschrecken
Australische Gespenstschrecke (Extatosoma tiaratum tiaratum)

Systematik
Reich: Tiere (Animalia)
Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Unterstamm: Sechsfüßer (Hexapoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Ordnung: Gespenstschrecken
Wissenschaftlicher Name
Phasmatodea
Gray, 1835

Die Gespenstschrecken (Phasmatodea) zählen zur Klasse der Insekten (Insecta) und hier speziell zur Unterklasse der Geflügelten Insekten (Pterygota). Es sind etwa 2.500 Arten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Körperlänge beträgt je nach Art zwischen 0,5 und 18,0 Zentimeter, die Riesen-Stabschrecke (Phobaeticus serratipes) kann in seltenen Einzelfällen sogar bis zu 55,0 Zentimeter erreichen und ist damit das längste Insekt überhaupt. Alle Arten der Gespenst- und Stabschrecken sind reine Pflanzenfresser.

Ihre Körper imitieren immer Teile ihrer Umgebung, in der Regel Pflanzenteile (sog. Phytomimese). Die Phobaeticus serratipes ähnelt z.B. einem Stängel oder Ast, das Wandelnde Blatt (Phyllium giganteum) ähnelt, wie es der Name schon sagt, einem Blatt. Außerdem sind Gespenstschrecken auch farblich an ihre Umgebung angepasst. Alles in allem sind sie also Meister der Tarnung.

Verbreitung

Die Gespenstschrecken kommen in tropischen und subtropischen Gegenden Südostasiens sowie Australiens vor. Sie leben in Sträuchern sowie Bäumen und sind nachtaktiv. Einige Arten von der Gespenstschrecken bewohnen auch die Gegenden rund um das Mittelmeer, eine der bekanntesten ist die Mittelmeerstabschrecke (Bacillus rossii).

Ernährung

Gespenstschrecken sind reine Pflanzenfresser. Sie ernähren sich von Blattwerk. Einige Arten können bei Massenvermehrung in ihrer Heimat große Schäden durch Kahlfraß anrichten.

Fortpflanzung

Die zweigeschlechtliche Fortpflanzung ist zwar bei den Gespenstschrecken die Regel, dennoch können sich einige Arten auch ohne (Parthenogenese) Männchen mittels unbefruchtete Eier fortpflanzen. Die Eier bestehen aus einem hartschaligen Eikörper, der mit einer Art Deckel versehen ist und beim Schlupf von der Larve von innen aufgestoßen wird. Der Zeitraum zwischen Embryonalentwicklung im Ei bis zum erwachsenen Tier dauert je nach Art zwischen 3 und 6 Monate. Im Laufe ihrer Entwicklung häuten sich die Tiere 5-6 mal und erreichen ein Alter von 1 - 1,5 Jahren.

Systematik der Gespenstschrecken

Tropidoderus childrenii: Verdeutlichung der Tarnfähigkeit
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Tropidoderus childrenii: Verdeutlichung der Tarnfähigkeit

Überstamm: Häutungstiere (Ecdysozoa)

Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Überklasse: Sechsfüßer (Hexapoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Ordnung: Gespenstschrecken (Phasmatodea)
Überfamilie: Timematoidea
Familie: Timematidae
Überfamilie: Phyllioidea
Familie: Phylliidae
Familie: Pseudophasmatidae
Tribus: Anisomorphini
Tribus: Stratocleidini
Tribus: Pseudophasmatini
Tribus: Xerosomatini
Tribus: Prisopodini
Tribus: Heteronemiini
Tribus: Xeropsidini
Familie: Korinnidae
Familie: Aschiphasmatidae
Tribus: Aschiphasmatinae
Familie: Heteropterygidae
Tribus: Heteropterygini
Tribus: Obrimini
Tribus: Anisacanthini
Tribus: Datamini
Familie: Pygirhynchidae
Familie: Bacillidae
Tribus: Xylicini
Tribus: Antongiliini
Tribus: Bacillini
Überfamilie: Phasmatoidea
Familie: Tropidoderidae
Tribus: Tropidoderini
Tribus: Monandropterini
Familie: Phasmatidae
Familie: Eurycanthidae
Tribus: Neopromachini
Tribus: Eurycanthini
Familie: Xeroderidae
Familie: Platycranidae
Familie: Bacteriidae
Tribus: Hesperophasmatini
Tribus: Cladoxerini
Tribus: Craspedoniini
Tribus: Bacteriini
Tribus: Otocraniini
Familie: Palophidae
Familie: Necrosciidae
Familie: Pachymorphidae
Tribus: Ramulini
Tribus: Hemipachymorphini
Tribus: Pachymorphini
Familie: Lonchodidae
Tribus: Lonchodini
Tribus: Menexenini
Familie: Diapheromeridae
Tribus: Diapheromerini
Tribus: Libethrini
Tribus: Ocnophilini
Tribus: Oreophoetini

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann: Insekten (ohne Schmetterlinge). Erkennen und Bestimmen. 2002 by Mosaik Verlag in der Verlagsgruppe FALKEN/Mosaik, einem Unternehmen der Verlagsgruppe Random House GmbH, 81673 München / 5 4 3 2 1. ISBN 3-576-11476-9
  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Ake Sandhall, übersetzt von Dr. Wolfgang Dierl: BLV Bestimmungsbuch 15. Insekten und Weichtiere. Niedere Tiere und ihre Lebensräume-Gliedertiere, Würmer, Nesseltiere, Weichtiere, Einzeller. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München Wien Zürich 1984. ISBN 3-405-11390-3
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
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