Gewöhnliche Eierschlange

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Gewöhnliche Eierschlange

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schlangen (Serpentes)
Familie: Nattern (Colubridae)
Unterfamilie: Land- und Baumnattern (Colubrinae)
Gattung: Afrikanische Eierschlangen (Dasypeltis)
Art: Gewöhnliche Eierschlange
Wissenschaftlicher Name
Pomacanthus xanthometopon
Linnaeus, 1758

Die Gewöhnliche Eierschlange (Dasypeltis scabra) zählt innerhalb der Familie der Nattern (Colubridae) zur Gattung der Afrikanischen Eierschlangen (Dasypeltis).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Gewöhnliche Eierschlange erreicht eine Länge von durchschnittlich 70 bis 90 cm. Selten wird eine Länge von knapp über einem Meter erreicht. Die Grundfärbung reicht von bräunlich, über grau bis fast schwarz. Der Rücken ist mit einem rautenförmigen Muster teilweise quer gebändert, das eine dunkle Farbe aufweist. Die Schuppen sind stark gekielt. Der verhältnismäßig kleine Kopf setzt sich nur wenig vom Körper ab. Die Schnauze hat eine abgerundete Form. Der lange Schwanz weist beim Männchen eine verdickte Schwanzwurzel auf. Die Pupillen sind senkrecht geschlitzt, ein Indiz für ihre Nachtaktivität.

Die Geschlechter kann man an der Länge des Schwanzes sowie an der Dicke der Schwanzwurzel bestimmen, die beim Männchen deutlich dicker ist. Die Gewöhnliche Eierschlange kann sehr gut klettern und geht auch in den Bäumen auf die Jagd nach Eiern. Bei Gefahr rollt sie sich zusammen, so daß die Beschuppung aneinanderreibt und rasselnde Geräusche von sich gibt. Sie bläst auch ihren Körper auf, um größer zu erscheinen. Sie ist eine ungiftige Schlange, insgesamt aber ausgesprochen aggressiv und geht gerne in die Offensive. Die Gewöhnliche Eierschlange ist in ihrer Art noch nicht bedroht.

Verbreitung

Die Gewöhnliche Eierschlange ist in weiten Teilen Afrikas und der Arabischen Halbinsel verbreitet. Das nördliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Marokko, Algerien bis nach Ägypten, im Süden reicht es bis hinunter nach Südafrika. Sie bewohnt ausgesprochen trockene Gebiete, die mit Büschen und Bäumen durchsetzt sind. Regenwald und Wüste werden strikt gemieden. Die Schlange hält sich sowohl auf dem Boden als auch in den Bäumen auf.

Nahrung

Dasypeltis scabra
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Dasypeltis scabra

Als Nahrungsspezialist lebt die Gewöhnliche Eierschlange nur von Eiern, die von Vögeln oder Reptilien stammen können. Zusammen mit der Indischen Eierschlange (Elachistodon westermanni) ist sie die einzige Schlangenart mit dieser Nahrungsgewohnheit. Mit ihrer gespaltenen Zunge prüft sie die Frische von Eiern. Ein Ei kann leicht den vierfachen Durchmesser als ihr Körper haben. Die Kiefer sind äußerst dehnbar und hängen an Bändern. Im Rachen und in der Speiseröhre hat die Gewöhnliche Eierschlange sogenannte Dornfortsätze, die mit einem zahnschmelzähnlichen Material überzogen sind und zwischen dem 24. bis 30. Rückenwirbel liegen. Ein Ei, das die Schlange hinunterschlingt, reibt sich an diesen scharfen Dornfortsätzen auf und zerbricht mit der einhergehenden Kontraktion der Halsmuskulatur in der Speiseröhre. Die Schalen werden später wieder hervorgewürgt.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife wird mit zwölf bis achtzehn Monaten erreicht. Das Gelege der Gewöhnlichen Eierschlange umfasst bis zu 18 Eier, aus denen je nach Inkubationstemperatur binnen 90 und 120 Tagen die Jungschlangen schlüpfen. Die Schlüpflinge weisen eine Länge von etwa 20 bis 25 cm auf. Die Gewöhnliche Eierschlange kann ein Alter von 18 bis 22 Jahren erreichen.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Roland Bauchot: Schlangen, Weltbild Verlag, 1999, ISBN 3-8289-1501-9
  • Dieter Schmidt: Nattern faszinierend & exotisch, Gräfe & Unzer, Auflage 1 (Februar 2005), ISBN 3774269475
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