Gewöhnliche Mamba

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Gewöhnliche Mamba

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Familie: Giftnattern (Elapidae)
Gattung: Mambas (Dendroaspis)
Art: Gewöhnliche Mamba
Wissenschaftlicher Name
Dendroaspis angusticeps
(Smith, 1849)

Die Gewöhnliche Mamba (Dendroaspis angusticeps) zählt innerhalb der Familie der Giftnattern (Elapidae) zur Gattung der Mambas (Dendroaspis). Im Englischen wird die Gewöhnliche Mamba Common Mamba oder Eastern Green Mamba genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die schlank gebaute Gewöhnliche Mamba erreicht eine durchschnittliche Länge von 150 bis 180 Zentimeter, nur in Ausnahmefällen wird eine Länge von bis zu 250 oder gar 270 Zentimeter erreicht. Männchen sind meist kräftiger gebaut als Weibchen. Die Grundfärbung ist ein Smaragdgrün, wobei einzelne Schuppen durchaus leicht bläulich oder gelblich abgesetzt sein können. Ventral zeigt sich eine blassgrüne Beschuppung. Auch hier kann sich eine leicht gelbliche Färbung einstellen. Juvenile Gewöhnliche Mambas weisen eine überwiegend gelblichgrüne Färbung auf. Mit einer Länge von etwa 80 Zentimeter stellt sich die adulte Ausfärbung ein. Trotz des schlanken Aussehens ist die gewöhnliche Mamba durchaus kräftig gebaut. Der schlanke und längliche Kopf setzt sich nur wenig vom Hals ab. Die recht großen Augen sind durch runde Pupillen gekennzeichnet. Sie weisen eine grünliche Färbung auf. Die Anzahl der Schilde ist recht variabel. Die Oberlippenschilde variieren zwischen 7 und 9, die Unterlippenschilde zwischen 7 und 11, die ventrale Beschuppung zwischen 201 und 232, die subcaudale Beschuppung (Schwanzschilde) zwischen 99 und 126. Die Gewöhnliche Mamba verfügt über 17 bis 21 Schuppenreihen. Die anale Beschuppung ist geteilt.

Gift

Gewöhnliche Mamba
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Gewöhnliche Mamba

Das Gift der Gewöhnlichen Mamba ist hoch toxisch. Die lokalen Effekte, die sich durch das Gift ergeben, sind ausgesprochen schmerzhaft. Das Gift verfügt hauptsächlich über neurotoxische Wirkstoffe. Sie wirken auf das zentrale Nervensystem. Es wird insbesondere die Atemmuskulatur und das sonstige Muskelsystem angegriffen. Weitere Symptome reichen von Erbrechen, Schockzustand, Hypotonie (Abfall des Blutdrucks), Schwitzen bis hin zu Tachykardie (anhaltend beschleunigter Puls) und krampfartige Schmerzen. Der LD-50-Wert (letale Dosis) liegt bei 3.05 mg/kg. Der Tod kann durch Atemstillstand oder Schock eintreten, Herzstillstand kann auch nicht ausgeschlossen werden.

Verbreitung

Die Gewöhnliche Mamba ist im südöstlichen und südlichen Afrika weit verbreitet. Die Art ist insbesondere in Kenia, Malawi, Tansania, Mosambik, Swasiland und im nordöstlichen Südafrika anzutreffen. Lichte Trockenwälder, halboffene Flächen und Agrarland gehören zu den natürlichen Lebensräumen. Ein Gewässer wie ein Flusslauf befindet sich immer im Lebensraum. Üblicherweise lebt die Gewöhnliche Mamba in den Bäumen und dichten Büschen, nur selten begibt sie sich auch auf den Waldboden auf Nahrungssuche. In der Nähe des Menschen werden auch Plantagen (Mango- oder Teeplantagen) besiedelt. Nicht selten dringt sie auch bis in die Siedlungen der Menschen vor.

Ernährung

Zum Nahrungsspektrum der Gewöhnlichen Mamba gehören üblicherweise Vögel (Aves) und deren Nestlinge, Lurche (Amphibia) und kleinere Säugetiere (Mammalia). Auf Nahrungssuche gehen die Tiere am Tage ausschließlich in den Bäumen oder Büschen, am Boden nur in seltenen Fällen.

Fortpflanzung

Ansicht der Körperbeschuppung
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Ansicht der Körperbeschuppung

Die Gewöhnliche Mamba gehört zu den eierlegenden Schlangen. Die Paarungszeit beginnt in ihren natürlichen Verbreitungsgebieten in der Regel im Frühjahr. Dies ist im südöstlichen Afrika zwischen Oktober und November der Fall. Während der Paarungszeit folgen die Männchen den Weibchen aufgrund ihrer Duftspur. Dabei kommt es unter konkurrierenden Männchen durchaus häufig zu erbitterten Kommentkämpfen. Die Kämpfe können sich unter Umständen über mehrere Stunden erstrecken. Beim Paarungsakt wird das Weibchen typischerweise umschlungen und das Männchen dringt mit seinem Hemipenis in die Kloake des Weibchens ein. Das Weibchen legt gegen Ende der zwei- bis dreimonatigen Trächtigkeit an geschützter Stelle zwischen 7 und 15, zuweilen auch bis zu 18 Eier ab. Hierzu wird eine flache Grube gegraben und später sorgsam verschlossen. Aus den Eiern schlüpfen nach 85 bis 95 Tagen die Jungschlangen. Sie befreien sich mit Hilfe des Eizahns aus der Eischale. Der Eizahn fällt den Tieren kurz nach dem Schlupf ab. Die Jungschlangen sind weit entwickelt und sind von Anfang an auf sich alleine gestellt. Die Schlupflänge beträgt rund 40 bis 50 Zentimeter. Eine Brutpflege seitens der Mutter gibt es nicht. Die Giftdrüsen der Jungschlangen sind bereits mit dem Schlupf voll entwickelt. In den 8 bis 11 Tagen ernähren sie sich vom Dottersack, erst danach gehen sie aktiv auf die Jagd nach kleinen Tieren. Die Lebenserwatung liegt bei etwa 15 bis 20 Jahren.

Gefährdung und Schutz

Über die Bestände der Gewöhnlichen Mamba in den einzelnen Populationen ist nur wenig bekannt. Es ist jedoch von sinkenden Beständen auszugehen. Zu den Hauptgefährdungsgründen gehört zweifelsohne die Vernichtung der natürlichen Lebensräume und die Bejagung durch die einheimische Bevölkerung. Auch der Wildfang für den internationalen Haustierhandel stellt durchaus ein großes Problem dar. In der Roten Liste der IUCN wird die Art nicht geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Roland Bauchot: Schlangen, Weltbild Verlag, 1999, ISBN 3-8289-1501-9
  • Ludwig Trutnau, Schlangen im Terrarium, in 2 Bdn., Bd.2, Giftschlangen,
    Verlag: Ulmer (Eugen); Auflage: 4., Aufl. (1998) - ISBN 3800173719
  • W. P. Mara, Das Große Buch der Giftschlangen, Verlag: Bede (Februar 2002) - ISBN 3927997536
  • Mark O'Shea, Giftschlangen. Alle Arten der Welt in ihren Lebensräumen, Franckh-Kosmos Verlag, 2006 - ISBN 3440106195
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