Gila-Krustenechse

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Gila-Krustenechse

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Eigentliche Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Autarchoglossa
Familie: Helodermatidae
Gattung: Krustenechsen (Heloderma)
Art: Gila-Krustenechse
Wissenschaftlicher Name
Heloderma suspectum
Cope, 1869

IUCN-Status
Near Threatened (NT)

Die Gila-Krustenechse (Heloderma suspectum), oder auch Gila-Monster, gehört innerhalb der Familie Helodermatidae zur Gattung der Krustenechsen (Heloderma).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Merkmale

Die Gila-Krustenechse erreicht eine Gesamtlänge von gut 65 cm sowie ein Gewicht von durchschnittlich zwei Kg. Ihr plumper Körper weist eine schwarze Grundfärbung auf. Fleischfarbene oder orangene Flecken verteilen sie über fast die gesamte Körperoberfläche. Lediglich der vordere Teil des Kopfes ist überwiegend schwarz. Beim Männchen sind die Flecken farblich stärker ausgebildet. Die Extremitäten sind sehr kurz aber kräftig gebaut und enden in scharfen Krallen. Mit ihnen gräbt die Krustenechse ihre Erdbauten, in denen sie sich tagsüber verbirgt. Der große Kopf setzt sich deutlich vom Körper ab und ist recht flach und breit. Die Augen sind in Relation zum Kopf sehr klein. Die Zunge ist wie bei vielen Reptilien gespalten. Der Schwanz ist zwar kurz aber von beachtlichem Unfang. Er dient während der Winterruhe und in Hungerperioden als Fettspeicher. Die Gila-Krustenechse ist in der Lage über ein Jahr zu fasten. Sie ist dämmerungs- und nachtaktiv.

Giftigkeit

In ihrem Unterkiefer besitzt die Gila-Krustenechse Giftdrüsen, die ein hoch wirksames Gift (Toxin) produzieren. Für die Wirkung sind vor allem Enzyme wie Hyaluronidase und Kallikrein sowie Serotonin verantwortlich. Aus insgesamt sechs Zähnen wird das Gift über Kanäle abgegeben. Symptome nach einem Biss sind beim Menschen die Bildung von Ödemen an der Bissstelle, Abfall des Blutdrucks, Übelkeit und Erbrechen sowie Muskelkrämpfe. Die Behandlung erfolgt symptomatisch. In seltenen Fällen kann der Biss einer Krustenechse lebensbedrohlich werden, todesfälle sind nicht ausgeschlossen, aber sehr selten.

Verbreitung

Die Gila-Krustenechse findet ihre Verbreitung, insbesondere in der Sonora-Wüste im Südwesten der USA sowie im Norden Mexkos. Sie bevorzugt trockene und steinige Habitate wie Wüsten und Halbwüsten mit geringem Niederschlag. Sie ist bis in Höhen von 1.200 bis 1.500 Metern anzutreffen. Sie lebt ausschließlich auf dem Boden.

Ernährung

Gila-Krustenechse
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Gila-Krustenechse

Auf dem Speisezettel der Gila-Krustenechse stehen Eier von Vögeln und Reptilien, kleinere Wirbeltiere und wirbellose Tiere sowie Aas. Mit Hilfe des Jacobson'schen Organs kann sie ihre Beute auch in der Nacht aufspüren.

Fortpflanzung

Die Gila-Krustenechse erreicht die Geschlechtsreife im dritten Lebensjahr. Das Weibchen legt nach einer Brutdauer von 130 bis 150 Tagen etwa 5 bis 15 Eier, die eine ovale Form aufweisen. Die Eier werden in selbstgegrabene Gruben gelegt. Die Gruben werden nach der Eiablage sorgsam verschlossen. Das Weibchen bleibt während der Brutdauer in der Nähe des Nestes und verteidigt es gegenüber Feinden und Artgenossen. Nach durchschnittlich 30 Tagen schlüpfen die Jungtiere, die bereits die kompackte Bauweise ihrer Eltern aufweisen. Die Gila-Krustenechse erreicht in Freiheit ein Alter von bis zu 20 Jahren, in Gefangenschaft kann die Lebenserwartung durchaus bis zu 30 Jahren betragen.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Reichl, Franz-Xaver: Taschenatlas der Toxikologie, Kap. Tiergifte; Nikol Verlag; 2., aktualisierte Auflage. ISBN 978-3868200058.
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