Gilaspecht

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Gilaspecht

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Spechtvögel (Piciformes)
Familie: Spechte (Picidae)
Unterfamilie: Echte Spechte (Picinae)
Gattung: Melanerpes
Art: Gilaspecht
Wissenschaftlicher Name
Melanerpes uropygialis
Baird, 1854

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Gilaspecht (Melanerpes uropygialis) zählt innerhalb der Familie der Spechte (Picidae) zur Gattung Melanerpes. Im Englischen wird die Art Brewster's Woodpecker, Cardon Woodpecker oder Gila Woodpecker genannt.

Der Gilaspecht kann leicht mit dem Carolinaspecht (Melanerpes carolinus) und dem Hoffmannspecht (Melanerpes aurifrons) verwechselt werden. Der Männchen des Carolinaspechtes kann leicht am rot gefärbten Nacken identifiziert werden. Der Nacken der Hoffmannspechte ist hingegen gelblich bis gelblichorange gefärbt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der mittelgroße und kompakt gebaute Gilaspecht erreicht eine Körperlänge von 24 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 41 bis 45 Zentimeter sowie ein Gewicht von 50 bis 80 Gramm. Die Flügel und der Rücken weisen eine schwarz-weiße Querbänderung auf. Der Bürzel ist weißlich gefärbt. Zwischen der unteren Bauchseite und dem Bürzel geht die Gefiederfärbung in ein Gelblichbraun über. Eine hellbraune Färbung zeigt sich im Bereich der Brust, am Bauch, Nacken, Kehle und Kopf. Die Steuerfeder (Rectrices) sind schwarz gefärbt, wobei sich an der jeweils äußeren Feder wieder eine weiße Bänderung zeigt. Eine leichte schwarz-weiße Bänderung zeigt sich auch im Lateralbereich des unteren Bauches. Der Schnabel ist dunkelgrau bis schwarz und die Augen weisen eine dunkelrote, fast rubinrote Färbung auf. Die Beine sind grünlichbraun bis leicht bläulich gefärbt. Im Gegensatz zu den Weibchen weist das Männchen einen karmesinrot gefärbten Scheitel auf. Im Flug erkennt man den Gilaspecht leicht an seinem weißen Fleck am Flügelbug. Juvenile Gilaspechte ähneln im Wesentlichen den Erwachsenen, sie sind jedoch ein wenig heller gefärbt.

Lebensweise

Die tagaktiven Gilaspechte verfügen über eine kräftige Muskulatur im Bereich des Halses. Dadurch sind sie befähig, mit dem meißelartigen Schnabel in Kakteen Höhlen zu hämmern. Mit den kräftigen Zehen halten sie sich dabei an der Außenfläche der Kakteen fest. Als Stütze dient dabei der kräftige Schwanz. Die Höhlen werden meist nur für eine Brut angelegt und danach verlassen. Für eine Zweitbrut wird demnach eine neue Höhle angelegt.

Unterarten

Verbreitung

Der Gilaspecht ist im Grenzgebiet der südwestlichen USA und im nördlichen Mexiko endemisch. Die Art kommt in den USA im südlichen Arizona, im südwestlichen New Mexico sowie äußersten Süden von Kalifornien vor. In Mexiko werden Baja California, Baja California Sur, Baja California Norte und Sonora besiedelt. In allen Regionen handelt es sich beim Gilaspecht um einen Standvogel. Besiedelt werden reine Wüsten, die mit großen Kakteen, insbesondere im Saguaro (Carnegiea gigantea), durchsetzt sind. Dieser Kakteenart dient den Vögeln als Nistplatz. Im geringen Umfang werden in Mexiko auch die Ränder subtropischer Wälder besiedelt.

Ernährung

Gilaspechte ernähren sich im Wesentlichen von Insekten (Insecta) und andere Gliederfüßern (Arthropoda), Früchten, Beeren und Sämereien. Hin und wieder werden auch die die Eier von Vögeln (Aves) und kleine Wirbeltiere (Vertebrata) wie kleine Eidechsen (Lacertidae). Unter den Insekten stehen besonders Käfer (Coleoptera) aller Art, Ameisen (Formicidae) und Termiten (Isoptera), saisonal auch Schnabelkerfe (Hemiptera) wie Zikaden und Schmetterlinge (Lepidoptera) auf der Speisekarte. Insekten werden meist aus der Rinde von Bäumen oder Kakteen aufgelesen, ansonsten erfolgt die Nahrungssuche eher am Boden.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreicht der Gilaspecht mit gut einem Jahr. In den natürlichen Verbreitungsgebieten im Südwesten der USA und im nördlichen Mexiko erstreckt sich die Paarungszeit über das ganze Jahr. Wie alle Spechte nisten auch Gilaspechte in Baumhöhlen. Diese werden jedoch nicht wie üblich in Bäumen angelegt, sondern in sehr großen Kakteen wie zum Beispiel in dem Saguaro (Carnegiea gigantea). Die Temperatur in den Spechthöhlen ist ganzjährig moderat und garantiert so einen Aufzuchterfolg. Die Spechthöhlen werden von Männchen und Weibchen gleichermaßen erstellt und entstehen meist in einer Höhe von 3 bis 4 Metern. Verlassene Spechthöhlen dienen anderen Tieren als Unterschlupf. Hier sind insbesondere der Kalifornien-Schopftyrann (Myiarchus cinerascens), die Purpurschwalbe (Progne subis) und die Eulen (Strigiformes) zu nennen. Eine frisch erstellte Nisthöhle wird jedoch nicht direkt belegt, da sie erst austrocknen muss. Ist die Höhle bezugsfertig, so legt das Weibchen 2 bis 7 (3-4) weißliche Eier in das Nest. Die Eier werden über einen Zeitraum von 13 bis 14 Tagen gewärmt. Am Brutgeschäft beteiligen sich beide Geschlechter. Die geschlüpften Küken sind als Nesthocker nackt und ausgesprochen hilflos. Die Nestlingszeit endet gegen Ende der vierten Lebenswoche. Der Zeitpunkt der Selbständigkeit und die Lebenserwartung sind nicht bekannt.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Das Verbreitungsgebiet der Gilaspechte ist mit etwa 570.000 km² relativ klein und wird nach Angaben der IUCN von rund 3,3 Millionen Indivisuen besiedelt. Mit diesen Bestandszahlen gehören Gilaspechte nicht zu den bedrohten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Klasse der Vögel (Aves)

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

Qualifizierte Weblinks

'Persönliche Werkzeuge