Girlitz

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Girlitz
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Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Finken (Fringillidae)
Gattung: Girlitze (Serinus)
Art: Girlitz
Wissenschaftlicher Name
Serinus serinus
Linnaeus, 1766
Verbreitungsgebiet

Der Girlitz (Serinus serinus) gehört zur Familie der Finken (Fringillidae) sowie zur Gattung der Girlitze (Serinus).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Girlitz erreicht eine Körperlänge von elf bis zwölf cm und eine Flügellänge von sieben cm sowie ein Gewicht von gut 13 Gramm. Er hat einen zierlichen Körperbau und ist in Deutschland der kleinste Finkenvogel. Das Gefieder ist überwiegend gelblichgrün gefärbt und weist dunkle Streifen auf. Der Bürzel ist gelb. Der kleine aber sehr kräftige Schnabel ist hornfarben bis grau. Die Beine und Füße sind fleischfarben gefärbt. In Mittel- und Nordeuropa ist der Girlitz ein Zugvogel, im Süden ein Standvogel. Zum Überwintern fliegt der Girlitz üblicherweise nach Nordafrika oder Spanien und kehrt im April zurück.

Verbreitung

Ursprünglich war der Girlitz nur im Mittelmeerraum verbreitet. Heute ist er in weiten Teilen Mittel- und Nordeuropas verbreitet. Er bevorzugt offene Landschaften wie Heide, Sümpfe, Moore und Lichte Wälder. Auch in Mittelgebirgen ist er in Höhenlagen anzutreffen. Oft ist er in der Nähe von Wasserläufen zu finden. Als Kulturfolger scheut er die Nähe zum Menschen nicht und fühlt sich auch in Parks und Gärten heimisch.

Nahrung

Der Girlitz ernährt sich hauptsächlich von Knospen, jungen Trieben, Sämereien und Insekten. Auf Nahrungssuche geht der Girlitz tagsüber.

Fortpflanzung

Die Brutzeit beginnt in den südlichen Verbreitungsgebieten im März, in den nördlichen Verbreitungsgebieten etwa im Mai. Girlitze brüten in lichten Wäldern, Parks, Gärten oder ähnlichen Habitaten. Während der Brutzeit ist der Kopf des Männchens leuchtend gelb gefärbt. Die Nester werden vorzugsweise an unzugänglicher Stelle in Bäumen oder Büschen angelegt. In der Regel befindet sich ein Nest in einer durchschnittlichen Höhe von drei bis vier Meter. Das napfartige Nest wird vom Weibchen aus Halmen, Fasern, Moosen und ähnlichen Utensilien gebaut und mit weichem Material ausgepolstert.

Das Weibchen legt zwischen drei und fünf blaßbläuliche Eier, die sie über einen Zeitraum von 13 Tagen ausbrütet. Die Eier weisen eine Größe von 16,5 x 12,5 mm auf. Während dieser Zeit wird das Weibchen vom Männchen mit Nahrung versorgt. Oftmals kommt es zu zwei Jahresbruten. Die geschlüpften Jungvögel verbleiben rund 14 Tage im Nest und sind dann selbständig. Während der Nestlingszeit werden sie von beiden Elternteilen mit Nahrung versorgt. Girlitze gehören zu den wenigen Vögeln, die sich und ihre Brut ausschließlich vegetarisch ernähren. Das Gefieder der Jungvögel ist rötlich bis bräunlich und weist dunkle Querstreifen auf. Zur Herbstmauser bekommen sie die adulte Befiederung.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Pierandrea Brichetti: Vögel. In Garten, Park und freier Natur. Neuer Kaiser Verlag , 2002.ISBN 370431322X
  • Rob Hume: Vögel in Europa. Dorling Kindersley; Auflage: 1 (Januar 2003) ISBN 3831004307
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Dr. Einhard Bezzel: Der zuverlässige Naturführer. BLV Handbuch Vögel. 3. überarbeitete Auflage (2006). BLV Buchverlag GmbH & Co. KG, München.ISBN 3-8354-0022-3; ISBN 3-8354-0022-1
  • Manfred Pforr, Alfred Limbrunner: Ornithologischer Bildatlas der Brutvögel Europas, Band 2. Weltbild Verlag GmbH, Augsburg, 1991 ISBN 3894400072
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