Glanzschenkel-Baumsteiger

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Glanzschenkel-Baumsteiger
Mit Kaulquappen auf dem Rücken

Systematik
Klasse: Lurche (Amphibia)
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Überfamilie: Echte Frösche und Verwandte (Ranoidea)
Familie: Baumsteigerfrösche (Dendrobatidae)
Gattung: Allobates
Art: Glanzschenkel-Baumsteiger
Wissenschaftlicher Name
Allobates femoralis
(Boulenger, 1884)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Glanzschenkel-Baumsteiger (Allobates femoralis), auch unter den Synonymen Dendrobates femoralis und Prostherapis femoralis bekannt, zählt innerhalb der Familie der Baumsteigerfrösche (Dendrobatidae) zur Gattung Allobates. Im Englischen wird der Glanzschenkel-Baumsteiger brilliant-thighed poison frog genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Das Männchen erreicht eine Körperlänge von etwa 28,0 bis 33,0 Millimeter, während das Weibchen eine Körperlänge von etwa 33,0 bis 35,0 Millimeter erreicht. Der Rücken weist eine schwarze oder dunkelbraune Färbung auf. Ein hellbrauner dorsolateraler Streifen und eine gestrichelte weiße Linie ventrolateral zieht sich von der Schnauze bis zur Basis der Beine hin. Die Beine sind von einer dunkelbraunen Färbung. Ferner zeigt sich ein orangefarbener halbmondförmiger Fleck an der Basis der Beine auf den Oberschenkeln und ein orange-gelber Fleck ist noch hinter dem Vorderbein zu erkennen. Der Bauch ist weiß und mit unregelmäßigen schwarzen Flecken besetzt. Die Kehlregion weist eine schwarze Färbung auf. Der Ameisenfrosch (Leptodactylus lineatus) ähnelt in Größe und Farbe dem Glanzschenkel-Baumsteiger, aber der Ameisenfrosch hat einen gelben Streifen, der sich dorsolateral von der Schnauzenspitze bis zu den hinteren Extremitäten hinzieht. Des Weiteren sind die Hinterbeine abwechselnd mit hellen und dunklen Binden gezeichnet und auf den Oberschenkeln sind mehrere orangefarbene Flecken zu erkennen.

Lebensweise

Laut der Roten Liste der IUCN ist der Glanzschenkel-Baumsteiger eine tagaktive Art. Er ist auf dem Waldboden in den tropischen Tiefland-Wäldern zu finden. Der Glanzschenkel-Baumsteiger hält sich den ganzen Tag über in den primären und sekundären Wäldern sowie auf Lichtungen auf. Das Weibchen legt die Eier im Blattlaub ab. Nach dem Schlupf werden die Kaulquappen auf dem Rücken zu den temporären Pools getragen, wo sie ihre Entwicklung als Erwachsene vollziehen.

Verbreitung

Glanzschenkel-Baumsteiger
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Glanzschenkel-Baumsteiger

Laut der Roten Liste der IUCN ist der Glanzschenkel-Baumsteiger in den Auwäldern von Guyana, Suriname und Französisch-Guayana sowie im Amazonas-Einzugsgebiet von Kolumbien, Ecuador, Peru und im westlichen Amazonas von Bolivien und Brasilien verbreitet. Ferner wurde eine Population in der Region La Escalera und in der Provinz Bolívar, Venezuela, gefunden, aber diese wurde mittlerweile der Art Ameerega picta zugewiesen. Im Allgemeinen hält sich der Glanzschenkel-Baumsteiger in einer Höhe von unter 300 Metern auf, tritt aber auch bis zu 1.000 Meter über dem Meeresspiegel in Ecuador und in Kolumbien auf.

Ernährung

Glanzschenkel-Baumsteiger sind überwiegend Insektenfresser, die sich von Ameisen, Termiten, Käfern und Fliegen in passender Größe ernähren. Hier und da werden auch Spinnentiere und kleinere Gliederfüßer erbeutet. Die Frösche fangen ihre Beutetiere mit Hilfe ihrer klebrigen Zunge. Die Larven und Jungfrösche ernähren sich zudem auch von Plankton und Kleinstlebewesen wie Insektenlarven.

Fortpflanzung

Die Reproduktion erfolgt zwischen November und April mit einem Höhepunkt im Januar und Februar. Das Männchen ruft den ganzen Tag vom Waldboden aus und häufig wechselt er den Standort und sucht einen höher gelegenen Ansitz auf wie tote Baumstümpfe. Das Männchen ist sehr territorial und aggressiv und greift andere Männchen an, wenn sie sich seinem Territorium nähern. Die 8 bis 17 Eier werden außerhalb des Wassers zwischen den herabgefallenen Blättern abgelegt. Das Schlüpfen der Kaulquappen findet zwischen den Blättern statt.
Glanzschenkel-Baumsteiger mit Kaulquappen auf dem Rücken
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Glanzschenkel-Baumsteiger mit Kaulquappen auf dem Rücken
Die Kaulquappen werden auf dem Rücken des Männchens zu den temporären Pools getragen. Dort bleiben die Kaulquappen bis sie ihre vollständige Entwicklung abgeschlossen haben. Während dieser Zeit bewacht das Männchen auch die Kaulquappen.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Glanzschenkel-Baumsteiger heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Er ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Glanzschenkel-Baumsteiger selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird er als least concern (nicht gefährdet) geführt. Für die Art sind keine größeren Gefahren bekannt. Es gibt einige lokalisierte Verluste von Lebensraum durch verschiedene menschliche Aktivitäten wie Ackerbau und Viehzucht.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 2, Lurche. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3
  • Kurt Brauer, Annette Bromma: Kröten. Urania, Freiburg (1991). ISBN 3332003798

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