Glasflügelfalter

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Glasflügelfalter

Taxonomie
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Teilklasse: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Unterordnung: Glossata
Familie: Edelfalter (Nymphalidae)
Unterfamilie: Danainae
Tribus: Ithomiini
Gattung: Greta
Art: Glasflügelfalter
Wissenschaftlicher Name
Greta oto
(Hewitson, 1854)

Der Glasflügelfalter (Greta oto) zählt innerhalb der Familie der Edelfalter (Nymphalidae) zur Gattung Greta. Im Englischen wird der Glasflügelfalter glasswinged butterfly genannt. Die Art ist monotyopisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Glasflügelfalter erreicht eine Spannweite von etwa 56,0 bis 58,0 Millimeter und die Länge der Vorderflügel beträgt 27,0 bis 31,0 Millimeter. Aufgrund seiner transparenten Flügel wird dieser Schmetterling Glasflügelfalter genannt. Der Saum der Flügel weist eine braune bis rötlich-braune Färbung auf, dadurch kommen die Flügel besser zur Geltung. Der obere Teil der Vorderflügel hat einen weißen Streifen, der durch braunen Bereich verläuft. Die winzigen Schuppen auf den Flügeln fehlen bei diesem Falter. Der opake Saum seiner Flügel ist dunkelbraun, manchmal schimmern diese zinnoberrot, leuchtend rot oder auch orange. Das Gewebe zwischen den Äderchen der Flügel sieht wie Glas auf, so dass es schwierig ist, den Falter bei Licht und Schatten zwischen dem Unterwuchs der Pflanzen ausfindig zu machen. Der Glasfügelfalter weist schuppige Antennen und einen schlanken braunen Körper auf. Auf den Hinterflügeln des Männchens erkennt man zusätzlich noch kleine Büschel aus feinen Härchen, die unter der Überlappung der Vorderflügel die meiste Zeit versteckt sind. Sie dienen mehr der Balz in der Paarungszeit. Wie alle Schmetterlinge so durchläuft auch dieser Falter eine Metamorphose. Die kleinen grün gefärbten Raupen verwandeln sich in chrom-silberfarbene Puppen, die in der Sonne wie Wassertröpfchen auf den Blättern glitzern.

Lebensweise

Glasflügelfalter
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Glasflügelfalter

Der Glasflügelfalter ist ein Migrant und ist in Costa Rica sowohl auf der atlantischen als auch auf der pazifischen Seite des Landes zu finden. Des Weiteren reicht seine Verbreitung von Mexiko bis nach Panama. Der Falter hält sich auch in Höhen von etwa 500 bis 2.600 Meter über dem Meeresspiegel auf. Seine Lebensräume sind offene Flächen und gelegentlich sucht er die Gärten in der Meseta-Zentral-Region auf. Ferner ist er in folgenden National-Parks zu Hause: Guanacaste National Park, Rincón de la Vieja National Park, Monteverde Cloud Forest Reserve, Palo Verde National Park, Carara National Park, Poás Volcano National Park, La Selva Biological Station und Reserve, Juan Castro Blanco Nationalpark, Irazú Volcano National Park, Chirripó National Park und La Amistad National Park. Der Glasflügelfalter ist das ganze Jahr über zu finden und kann bis zu 12 Kilometer am Rag während der Migration zurücklegen.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet reicht von Mexiko, Argentinien bis nach Panama und Kolumbien. Des Weiteren findet man den Glasflügelfalter auch in Venezuela und in den Bergen rund um Caracas sowie in den Regenwäldern von Südamerika.

Ernährung

Der adulte Glasflügelfalter ernährt sich vom Nektar und vom Pollen bestimmter Blumen wie Korbblütler (Asteraceae) und Raublattgewächse (Boraginaceae), deren Nektar Pyrrolizidinalkaloide enthalten. Der Glasflügelfalter absorbiert die Chemikalien aus dem Nektar und ist für die natürlichen Feinde somit ungenießbar.
Glasflügelfalter
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Glasflügelfalter
Die gleichen Alkaloide werden von den Männchen in Pheromone umgewandelt und genutzt, um die Weibchen anzulocken. Die Raupen ernähren sich ebenfalls von giftigen Pflanzen und speichern Giftstoffe in ihrem Körpergewebe und sind für die natürlichen Feinde ungenießbar, vor allem für die 24-Stunden-Ameise (Paraponera clavata).

Fortpflanzung

Auch bei dem Glasflügelfalter erstreckt sich die Entwicklung über vier Entwicklungsstadien: Ei, Raupe, Puppe und fertiger Schmetterling. Mit dem Schlupf aus der Puppe oder kurze Zeit später ist der Glasflügelfalter auch geschlechtsreif und kann sich fortpflanzen. Ein juveniles Stadium gibt es bei dem Schmetterling nicht. Die Geschlechtsorgane liegen bei beiden Geschlechtern im Bereich des Hinterleibes. Zur Begattung berühren sich die Falter jeweils mit dem Hinterleib. Dabei schauen sie in die entgegengesetzte Richtung. Die Partner verhaken sich dabei regelrecht. Bei der eigentlichen Begattung führt das Männchen sein Begattungsorgan in das Weibchen ein. Der in das Weibchen übertragene Samen wird in einer Begattungstasche, der sogenannten Bursa copulatrix, gespeichert. Nach erfolgreicher Paarung legen die Weibchen ihre Eier auf tropische Nachtschattengewächse der Gattung Hammersträucher (Cestrum). Der Schlupf der Raupe ist je nach Verbreitungsgebiet temperaturabhängig, in der Regel sind es etwa zwei Wochen. Am Ende dieser Periode verpuppt sich die Raupe und nach etwa neun bis fünfzehn Tagen schlüpft aus der Puppe ein ausgewachsener Glasflügelfalter.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann: Der neue Kosmos-Schmetterlingsführer. Schmetterlinge, Raupen und Futterpflanzen. Kosmos, 2003 ISBN 3440093301
  • Leon Rogez: Schmetterlinge und Raupen. Ensslin im Arena Verlag, 2006 ISBN 3401452541
  • Thomas Ruckstuhl: Schmetterlinge und Raupen. Gondrom Verlag, 2001 ISBN 3401452541
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
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