Gleitaar

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Gleitaar

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Greifvögel (Falconiformes)
Familie: Habichtartige (Accipitridae)
Unterfamilie: Gleitaare (Elaninae)
Gattung: Gleitaare (Elanus)
Art: Gleitaar
Wissenschaftlicher Name
Elanus caeruleus
Desfontaines, 1789

Der Gleitaar (Elanus caeruleus) zählt innerhalb der Familie der Habichtartigen (Accipitridae) zur Gattung der Gleitaare (Elanus).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Gleitaar erreicht eine Körperlänge von 30 bis 35 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 70 bis 85 Zentimeter sowie ein Gewicht von bis zu 240 Gramm. Das Obergefieder ist überwiegend grau bis blaugrau gefärbt. Ventral ist das Gefieder überwiegend weißlich. Der Bereich der Schulter, die Spitzen der Flügel sowie der Bereich um die Augen sind dunkelgrau bis schwarz gefärbt. Die Flügel laufen ausgesprochen spitz zu. Der große Kopf endet in einem hakenförmigen Schnabel, der eine schwärzliche Färbung aufweist. Die Wachshaut ist gelblich, die Iris der Augen weist eine rote Färbung auf. Die Extremitäten sind bis hinab zu den Zehen weißlich befiedert. Die federlosen Zehen sind gelb gefärbt und enden in kräftigen Krallen.

Unterarten

Verbreitung

Der Gleitaar ist in weiten Teilen Afrikas, in Südostasien und auf der Iberischen Halbinsel verbreitet. In Asien ist der Gleitaar vor allem in Indonesien, Indien, Malaysia, Sri Lanka, Neu Guinea und in Indochina anzutreffen. In Afrika sind die Gleitaare insbesondere in Algerien, Marokko, Syrien und in Ägypten verbreitet. Kleinere Populationen leben im Süden Spaniens und Portugals. Bevorzugter Lebensraum sind offene Landschaften wie Steppen, lichte Baum- und Buschsavannen und offenes Agrarland.

Gefährdung, Schutz

Insgesamt ist der Gleitaar noch nicht gefährdet. Allerdings steht es um die Populationen auf der Iberischen Halbinsel nicht gut. Seit Jahren nimmt der bestand immer weiter ab. Man schätzt die Anzahl der Brutpaare in Südwesteuropa auf unter 2.000. Hauptgründe dürften die Vernichtung der natürlichen Lebensräume, die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln sowie die teilweise Stilllegung von Agrarflächen sein. Die Art wird in der Roten Liste des IUCN noch als nicht gefährdet geführt.

Ernährung

Zu bevorzugten Nahrung des Gleitaar gehören neben kleinen Säugetieren auch Vögel, Reptilien und Eier. Gelegentlich werden auch Insekten aller Art nicht verschmäht. Die Jagd kann von einer Ansitzwarte oder aus einem Suchflug oder Rüttelflug erfolgen. Beutetiere werden in der Regel an einen sicheren Ort verbracht, ehe sie gefressen werden.

Fortpflanzung

Gleitaare leben in monogamer Einehe, die in der Regel ein Leben lang hält. Die Nester werden in Bäumen oder größeren Büschen errichtet und bestehen aus Ästen und Reisig. Die Nester befinden sich zumeist in geringer Höhe und gleichen den Horsten anderer Raubvögel. In Südeuropa beginnt die Paarungs- und Balzzeit meist schon im Februar oder im März. Die Paarungszeit von Afrika und in Südostasien kann davon abweichen. Das Weibchen legt im Abstand von zwei bis drei Tagen meist drei bis vier weißliche Eier, die bräunliche Flecken aufweisen. Ein Ei weist eine Länge von 39 Millimeter und eine Breite von 31 Millimeter auf. Die Brutdauer erstreckt sich über 25 bis 28 Tagen. Das Brutgeschäft betreibt ausschließlich das Weibchen. Während dieser Zeit sorgt das Männchen für Nahrung und Schutz. Die Jungvögel sind Nesthocker und werden von beiden Elternteilen mit hochgewürgter Nahrung versorgt. Die Nestlingszeit erstreckt sich in der Regel über 32 bis 35 Tagen. Anders als die Eltern haben die Jungvögel gelbliche Augen. Das Gefieder ist graubraun bis braun gefärbt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. hc Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

Links

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