Moschuslori

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Moschuslori

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Unterordnung: Papageien (Psittaciformes)
Familie: Eigentliche Papageien (Psittacidae)
Unterfamilie: Loris (Loriinae)
Gattung: Moschusloris (Glossopsitta)
Art: Moschuslori
Wissenschaftlicher Name
Glossopsitta concinna
(Shaw, 1791)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Moschuslori (Glossopsitta concinna), auch unter dem Synonym Psittacus concinnus bekannt, zählt innerhalb der Familie der Lories (Loriidae) zur Gattung der Moschusloris (Glossopsitta). Im Englischen wird der Moschuslori musk lorikeet genannt. Der eigentümliche süßliche moschusartige Geruch war für die Art namensgebend.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Moschuslori erreicht eine Körperlänge von etwa 21,0 bis 22,0 Zentimeter und eine Schwanzlänge von etwa 9,0 Zentimeter. Im Allgemeinen ist das Gefieder grasgrün gefärbt. Der Vorderkopf und die Ohrgegend sind scharlachrot. Der Oberkopf ist meerblau getönt und der Nacken sowie der Oberrücken sind von einer braunen Färbung. Die Brustseiten sind wiederum gelb getönt. Das Gefieder des Männchen ist grasgrün. Die Stirn, die Zügel und der Streif sind vom unteren Augenrand an bis über die Ohrgegend scharlachrot gefärbt. Der Oberkopf sowie der Hinterkopf sind meerblau und die Federn an der Basis zeigen eine grüne Tönung. Unter dem Auge zeigt sich eine blau verwaschene Tönung. Der Nacken ist grün und der Oberrücken ist olivbraun verwaschen. An den Brustseiten zeigt sich auf jeder Seite ein länglicher goldgelber Fleck. Die erste Schwinge ist ganz schwärzlich, die übrigen sind nur an der Innenfahne und sind zusätzlich schmal gelb gesäumt. Die Aussenfahne ist von einer grünen Tönung. Die kleinen Flügeldecken sind unterseits grün, die größten wie die Unterseite der Schwingen sind schwärzlich gefärbt. Die fünf äußersten Schwanzfedern auf jeder Seite an der Basis der Innenfahne bis bis zur Hälfte scharlachrot. Die übrige Innenfahne ist dunkel gelb und geht allmählich ins Grünliche über, ebenso ist der Schwanz unterseits gefärbt. Der Schnabel ist schwarz und die Spitze des Oberschnabels auf dem First ist rötlich, während die Spitze des Unterschnabels von eienr gelbbraunen Färbung ist.
Moschuslori - Pärchen
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Moschuslori - Pärchen
Die Füsse sind fahlgrau geschönt und die Krallen dunkelbraun. Die Iris der Augen weisen eine braungelbe Tönung mit schmalen lichtgelben Ringen auf. Die Wachshaut sowie der Augenring sind olivbraun gefärbt.

Lebensweise

Die Art ist auf Tasmanien, in Süd-Australien und in Neu-Süd-Wales verbreitet. In Neu-Süd-Wales ist der Moschuslori Standvogel. Der Moschuslori verbringt die meiste Zeit in den Eukalyptus-Bäumen, wo er sich in kleinen Gruppen aufhält. Man sieht den Moschuslori auch paarweise zusammen. Der Moschuslori ist sehr zutraulich und wenig scheu, so dass man ihn nur schwer von den Bäumen vertreiben kann. Der Moschuslori ist eine laute Art und rund um die Bäume, in dem er sich befindet hört man ewigen kreischenden Lärm. Bei der Suche nach Pollen und Nektar kriecht er unter die Blätter und unter kleinere Äste in einer außergewöhnlichen Weise, mal hängend und festhaltend in allen möglichen verschiedenen Positionen. Obwohl der Moschuslori in der Regel in Gruppen auftritt, so findet man ihn häufig paarweise, die einen Leben lang zusammenhalten und im Flug nebeneinander fliegen. Wenn die Hitze unerträglich wird, so sucht er Zuflucht unter dem Schatten der Eukalyptus-Art Eucalyptus goniocalyx.

Unterarten

Moschuslori
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Moschuslori

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN kommt der Moschuslori nur in Australien vor. Der Moschuslori bewohnt folgende Lebensräume: Subtropische und tropische trockene Wälder, Feuchtgebiete (Inland) wie Flüsse, Bäche und schmale Buchten mit Wasserfall sowie Plantagen und ländliche Gärten.

Ernährung

Der Moschuslori ernährt sich hauptsächlich von Pollen und Nektar von Eukalyptus-Blüten. Des Weiteren verzehrt der Moschuslori frische Triebe und Knospen. Ferner nimmt der Moschuslori allerlei Getreidekörner zu sich. Auch Insekten (Insecta) und deren Larven werden von ihm nicht verschmäht. Die Nahrung nimmt der Mochuslori vorwiegend in den Bäumen auf, wo man ihn in kleinen Trupps oder auch paarweise antrifft. Besonders aktiv bei der Nahrungssuche ist der Moschuslori in den Morgen- und Abendstunden.

Moschuslori und Gelbstirn-Honigfresser (Lichenostomus melanops)
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Moschuslori und Gelbstirn-Honigfresser (Lichenostomus melanops)

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreicht der Moschuslori etwa mit zwei Jahren. Die Brutzeit erfolgt hauptsächlich in den Monaten von August bis Januar. Das Nest wird in der Regel in einem hohlen Ast eines Eukalyptus-Baumes gebaut. Das Weibchen legt zwei schmutzig weiße Eier auf eine Unterlage aus Holzspänen, die jedes Jahr erneuert wird. Die Eier weisen eine gerundete Form auf. Die Eigröße beträgt etwa 25,0 x 20,0 mm. Das Nest ist ziemlich leicht zu finden, weil die Rinde oft um das Eingangsloch herum entfernt wird. Nach einer Inkubationszeit von etwa 26 bis 27 Tagen schlüpfen die Küken. Die Küken bleiben für etwa sieben Wochen in der Nisthöhle, danach sind sie flügge und verlassen das Nest.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Moschuslori heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Er ist in weiten Teilen seines Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Moschuslori selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird der Moschuslori als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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