Goldkopflöwenäffchen

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Goldkopflöwenäffchen

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Primaten (Primates)
Unterordnung: Trockennasenaffen (Haplorhini)
Familie: Krallenaffen (Callitrichidae)
Gattung: Löwenäffchen (Leontopithecus)
Art: Goldkopflöwenäffchen
Wissenschaftlicher Name
Leontopithecus chrysomelas
Kuhl, 1820

IUCN-Status
Endangered (EN)

Das Goldkopflöwenäffchen (Leontopithecus chrysomelas) zählt innerhalb der Familie der Krallenaffen (Callitrichidae) zur Gattung der Löwenäffchen (Leontopithecus).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Goldkopflöwenäffchen erreichen eine Körperlänge von 25 bis 33 cm, eine Schwanzlänge von bis zu 40 cm sowie ein Gewicht von 600 bis 700 Gramm. Weibchen bleiben etwas kleiner und leichter als Männchen. Das langhaarige Fell ist überwiegend dunkelbraun bis schwarz. Charakteristisch ist die goldgelbe Mähne am Kopf. Die Stirn ist hellgelb bis weißlich. Die Vorderpfoten sind ebenfalls goldgelb gefärbt. Das haarlose Gesicht weist eine graubraune Färbung auf. Die ausgesprochen langen Finger enden mit Ausnahme der ersten Zehe in kräftigen Krallen.

Die Goldkopflöwenäffchen sind tagaktive Primaten, die ihre Nachtruhe für gewöhnlich in Baumhöhlen verbringen. Sie leben in den Bäumen in mittlerer Höhe von rund zehn Metern. Die Tiere leben in Kleingruppen von bis zu acht Tieren. Die Gruppen bestehen aus einem Pärchen sowie deren Nachwuchs. Selten leben mehrere Weibchen in einer Gruppe. Die Tiere pflegen ein ausgeprägtes Sozialverhalten, das sich in Teilen von Nahrung und gegenseitiger Fellpflege ausdrückt. Das beanspruchte Revier weist eine Größe von 50 bis 80 Hektar auf und wird erbittert gegenüber Artgenossen verteidigt.

Zu den natürlichen Hauptfeinden zählen Raubkatzen, Greifvögel und Schlangen. Heute sind Goldkopflöwenäffchen stark vom Aussterben bedroht. Gründe sind zum einen die weitflächige Vernichtung der Regenwälder und zum anderen die übermäßige Bejagung durch die einheimische Bevölkerung. In den letzten Jahrzehnten hat allerdings ein Umdenken eingesetzt. So wurden mittlerweile Schutzgebiete eingerichtet und Wiederansiedlungsprogramme iniziiert. Die IUCN führt das Goldkopflöwenäffchen als bedrohte Art mit dem Status "endangered". Das Washingtoner Artenschutzabkommen stellt die Tiere in Anhang I unter weltweitem Schutz.

Verbreitung

Goldkopflöwenäffchen sind in einem kleinen Gebiet an der atlantischen Küste des brasilianischen Bundesstaates Bahia zu Hause. Sie bewohnen hier den tropischen Regenwald und halten sich fast ausschließlich in den Bäumen auf.

Nahrung

Als Omnivoren leben die Goldkopflöwenäffchen von pflanzlicher und tierischer Nahrung. Dazu gehören insbesondere Blätter, Knospen, Früchte, Eier, Insekten, Spinnen und kleinere Wirbeltiere. Mit ihren verlängerten Fingern angeln sie in Holzspalten und Rinde nach Insekten.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife wird mit 18 bis 24 Monaten erreicht, wobei Männchen erst mit 24 Monaten geschlechtsreif werden. Die Paarungszeit ist zwar ganzjährig, aber in der Regel kommt es zwischen September und März zu den meisten Paarungen. Sind innerhalb einer Gruppe mehrere Weibchen, so paart sich nur das dominante Weibchen.

Nach einer Tragezeit von rund 130 Tagen bringt das Weibchen ein oder zwei, selten drei Jungtiere zur Welt, die ein Geburtsgewicht von 50 bis 60 Gramm aufweisen. An der Betreuung der Jungtiere ist die ganze Gruppe beteiligt. Vor allem der Vater kümmert sich sorgsam um seinen Nachwuchs. Die Entwöhnung von der Muttermilch ist meist nach drei Monaten abgeschlossen. In Freiheit können diese Primaten ein Alter von über zehn Jahren erreichen. In Gefangenschaft auch bis 18 Jahre.

Anhang

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999

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