Goldmusang

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Goldmusang

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Katzenartige (Feloidea)
Familie: Schleichkatzen (Viverridae)
Unterfamilie: Palmenroller (Paradoxurinae)
Gattung: Musangs (Paradoxurus)
Art: Goldmusang
Wissenschaftlicher Name
Paradoxurus zeylonensis
Schreber, 1778

IUCN-Status
Vulnerable (VU)

Der Goldmusang (Paradoxurus zeylonensis) zählt innerhalb der Familie der Schleichkatzen (Viverridae) zur Gattung der Musangs (Paradoxurus). Im Englischen wird die Art Golden Palm Civet genannt. Der Goldmusang ist auch unter den heute ungültigen Synonymen aureus F. G. Cuvier, 1822; fuscus Kelaart, 1852; montanus Kelaart, 1852; zeylanica (Gmelin, 1788) (vgl. Wilson & Reeder, 2005) bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der eher kleinwüchsige Goldmusang erreicht eine Körperlänge von 51 cm, eine Schwanzlänge von gut 46 cm sowie ein gewicht von etwa 3.000 g. Das dichte Fell ist goldbraun bis dunkelbraun gefärbt, ventral zeigt sich eine hellere Färbung. Die dreieckigen Ohren sind an den Spitzen dunkel gefärbt. Die kleinen Ohren sitzen weit hinten, leicht seitlich am Schädel. Der Schwanz ist rundlich und kräftig gebaut. Der Körperbau ist ausgesprochen schlank und dennoch kräftig. Dies unterstreichen auch die kurz und kräftig gebauten Extremitäten. Beide Geschlechter weisen im Analbereich Geruchsdrüsen auf. Die Drüsen sitzen unterhalb des Schwanzansatzes und dienen wahrscheinlich der Reviermarkierung und während der Paarungszeit der Kommunikation.

Lebensweise

Goldmusangs sind nachtaktiv und leben einzelgängerisch. Die Geschlechter treffen nur während der Paarungszeit aufeinander. Die Art ist baumbewohnend, den Waldboden betreten die Tiere eher selten, meist nur während der Nahrungssuche. In der Nacht gehen sie auch auf Nahrungssuche, am Tage ruhen sie in dichter Vegetation, auf Bäumen oder in Baumhöhlen.

Verbreitung und Lebensraum

Der Goldmusang ist in Südostasien ausschließlich auf Sri Lanka endemisch. Auf Sri Lanka ist die Art überwiegend im Süden und Südosten der Insel zu finden. Die Vorkommen sind zudem in etwa 5 zersplitterten Populationen unterteilt. Goldmusangs leben in montanen Wäldern und tropischen Regenwäldern. Hier verbringen die Tiere ihre Zeit fast ausschließlich hoch oben in den Bäumen. Baumhöhlen dienen ihnen als Unterschlupf.

Ernährung

Goldmusangs ernähren sich hauptsächlich von Früchten wie Mango (Mangifera indica), Ananas (Ananas comosus), Bananen (Musa), Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) und Kaffee (Coffea). Zu einem kleineren Teil nehmen die Tiere auch Fleisch zu sich. Hier sind insbesondere kleine Säugetiere (Mammalia), Schlangen (Serpentes), Vögel (Aves), Lurche (Amphibia), Eidechsen (Lacertidae) und Insekten (Insecta) zu nennen. Die Nahrungssuche und -aufnahme erfolgt in der Nacht.

Fortpflanzung

Über das Fortpflanzungsverhalten ist sehr wenig bekannt. Ein Weibchen bringt 1 bis 2 mal im Jahr 2 bis 3 Junge zur Welt. Der Nachwuchs ist nackt und blind. Die Dauer der Tragezeit, der Zeitpunkt der Entwöhnung, das Erreichen der Geschlechtsreife sowie die Lebenserwartung sind unbekannt.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Der Goldmusung gehört heute zu den bedrohten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher in der Kategorie VU, Vulnerable geführt. Aufgrund des sehr kleinen Verbreitungsgebietes ist die Art für Störungen aller Art besonders anfällig. Insbesondere die Zerstörung der Wälder auf Sri Lanka sorgt für eine Zersplitterung der natürlichen Lebensräume. Durch die Zersiedelung kommt es dadurch lokal zu einer genetischen Armut.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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