Goldschildfliege

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Goldschildfliege

Taxonomie
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Zweiflügler (Diptera)
Unterordnung: Fliegen (Brachycera)
Teilordnung: Muscomorpha
Familie: Raupenfliegen (Tachinidae)
Unterfamilie: Wanzenfliegen (Phasiinae)
Gattung: Phasia
Art: Goldschildfliege
Wissenschaftlicher Name
Phasia aurigera
Egger, 1860

Die Goldschildfliege (Phasia aurigera), auch unter der Bezeichnung Goldschild-Wanzenfliege bekannt, zählt innerhalb der Familie der Raupenfliegen (Tachinidae) zur Gattung Phasia. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Das Julius-Kühn-Institut (JKI) wählte in Kooperation mit dem Naturschutzbund (NABU) die Goldschildfliege zum Insekt des Jahres 2014.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Goldschildfliege erreicht eine Körperlänge von etwa 8,0 bis 10,0 Millimeter, eine Flügellänge von etwa 8,0 Millimeter und eine Flügelbreite von etwa 4,0 Millimeter. Die Flügel sind von gewöhnlicher Form, gleichmässig und intensiv bräunlich oder schwärzlich tingiert, höchstens nach der Spitze zu etwas intensiver. Von der Wurzel her in grösserer oder geringerer Ausdehnung rostgelb. Die hintere Querader befindet sich genau in der Mitte zwischen der kleinen Querader und der Beugung der Discoidalader. Diese Varietät ist verhältnismässig schlank und die Flügel sind ziemlich spitz geformt. Das goldschimmernde Toment des Rückenschildes ist weniger auffallend als bei den übrigen Varietäten. Das Schildchen ist glänzend schwarz. Die schwarzblaue Rückenstrieme des Hinterleibes ist sehr veränderlich, oft nur eine gelbrote Unreinheit an der Seite des Hinterleibes zu erkennen. Die Spitzenhälfte der Flügel ist intensiv bräunlich tingiert und durch die etwas gesäumten Queradern und durch die dunklere Flügelspitzen etwas gewölkt erscheinend. Die Längsadern auf der Wurzelhälfte sind intensiv rostgelb. Insbesondere weist das Männchen auf der Brustoberseite eine auffällige goldgelbe Zeichnung auf und fällt durch seine grossen roten Augen auf. Das Weibchen dagegen ist weniger auffällig gefärbt und die Brustoberseite ist einfarbig schwarz. Das Weibchen weist ebenfalls grosse rote Augen auf, die fast zusammenstossen, wobei beim Männchen die Augen etwas getrennt liegen.

Lebensweise

Die Larve der Goldschildfliege parasitiert die Gemeine Stinkwanze (Palomena prasina)
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Die Larve der Goldschildfliege parasitiert die Gemeine Stinkwanze (Palomena prasina)

Die Goldschildfliege ist eine wärmeliebende Art und man findet sie fast nur in den südlichen Teilen von West-, Ost- und Südeuropa. Jedoch wurde in letzter Zeit beobachtet, dass die Goldschildfliege auch nördliche Regionen aufsucht. Am häufigsten kann man die adulten Goldschildfliegen auf den Blüten der Schafgarbe beobachten, wo sie den Blütennektar saugen.

Verbreitung

Die Goldschildfliege ist eine paläarktische Art und ist in West-, Ost- und Südeuropa verbreitet. Des Weiteren kommt die Goldschildfliege auch in Südkorea sowie in China vor und ist auch im Fernen Osten Russlands zu finden. In Grossbritannien ist die Goldschildfliege nicht vertreten und in Polen ist sie gefährdet. Gegenwärtig scheint die Goldschildfliege sich nach Norden auszubreiten und wurde vor kurzem erstmals auch in Mecklenburg gesichtet. Die Goldschildfliege bevorzugt warme Biotope, wie zum Beispiel warme Waldlichtungen.

Ernährung

Die Larve der Goldschildfliege parasitiert die Graue Gartenwanze (Rhaphigaster nebulosa)
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Die Larve der Goldschildfliege parasitiert die Graue Gartenwanze (Rhaphigaster nebulosa)

Die Goldschildfliege ernährt sich vom Blütennektar und man findet sie oft auf den Blüten der Schafgarbe. Die Larven parasitieren verschiedene Baumwanzen, wie zum Beispiel die Gemeine Stinkwanze (Palomena prasina), die Graue Gartenwanze (Rhaphigaster nebulosa) sowie die Lederwanze (Coreus marginatus).

Fortpflanzung

Die adulte Goldschildfliege lebt in zwei Generationen pro Jahr. Die erste Generation lebt von Mai bis Juli und die zweite Generation von August bis Oktober. Nach erfolgter Paarung sucht das Weibchen eine Wanze auf und durchdringt mit dem Legebohrer den Panzer der Wanze, um dort ein Ei abzulegen. Nach dem Schlupf ernähren sich die Larven erst von der Körperflüssigkeit der Wanze, später werden auch die Organe des Wirtes verzehrt.

Weitere Synonyme

Die Larve der Goldschildfliege parasitiert die Lederwanze (Coreus marginatus)
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Die Larve der Goldschildfliege parasitiert die Lederwanze (Coreus marginatus)
  • Phasia urnifera - von Roser, 1840
  • Alophora bonapartea - Róndani, 1861
  • Alophoa kriechbaumeri - Schiner, 1869
  • Hyalomyia helleri - Palm, 1876
  • Alophora bonapartea - Girscher, 1887
  • Allophora aurigera - Wenfurter, 1906
  • Brumptallophora aurigera - Dupuis, 1952
  • Alophora aurigera - Draber-Monko, 1965
  • Phasia aurigera - Herting, 1984

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Ake Sandhall, übersetzt von Dr. Wolfgang Dierl: BLV Bestimmungsbuch 15. Insekten und Weichtiere. Niedere Tiere und ihre Lebensräume-Gliedertiere, Würmer, Nesseltiere, Weichtiere, Einzeller. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München Wien Zürich 1984. ISBN 3-405-11390-3
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
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