Goldstachelmaus

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Goldstachelmaus

Systematik
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Teilordnung: Myodonta
Überfamilie: Hamster- und Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Langschwanzmäuse (Muridae)
Unterfamilie: Echte Mäuse (Murinae)
Gattung: Stachelmäuse (Acomys)
Art: Goldstachelmaus
Wissenschaftlicher Name
Acomys russatus
Wagner, 1840

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Die Goldstachelmaus (Acomys russatus) zählt innerhalb der Ordnung Rodentia zur Unterfamilie der Echten Mäuse (Murinae). Dort ist sie mit anderen, verwandten Arten in der Gattung Acomys zusammengefasst. Im Englischen wird diese Maus auch Golden Spiny Mouse genannt.

Die Goldstachelmaus ist aufgrund markanter Merkmale leicht von den anderen Vertretern der Stachelmäuse (Acomys) zu unterscheiden. Hier ist insbesondere die rötliche bis rötlichorangene, zuweilen auch goldgelbe Färbung, der kurze Schwanz und die hellbraunen bis weißlichen Ohren zu nennen. Die Schwanzlänge liegt unterhalb der Körperlänge.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die kleine bis mittelgroße Goldstachelmaus erreicht eine Körperlänge von 106 bis 122 (113) Millimeter, eine Schwanzlänge von 68 bis 81 (74,8) Millimeter, eine Hinterfußlänge von 20 bis 22 (20,4) Millimeter, eine Ohrlänge von 19 bis 22 (20,3) Millimeter sowie ein Gewicht von 24 bis 53,2 (37) Gramm. Die Geschlechter weisen weder in der Größe noch im Gewicht einen Dimorphismus auf. Die Unterart Acomys russatus aegyptiacus bleibt ein wenig kleiner als die Nominatform. Auf dem Rücken sind deutlich sichtbar borstenartige Haare zu sehen. Diese Eigenschaft in Verbindung mit der Färbung war für die Art namensgebend. Ventral ist das Fell weißlich bis cremefarben gefärbt. Die knopfartigen und großen Augen weisen eine dunkle Färbung auf. Die großen Augen sind jedoch kein Indiz für die Nachtaktivität dieser Tiere. Der Schwanz ist ausgesprochen brüchig und neigt bei Gefahr zur Autotomie. Markantes Merkmal der Goldstachelmaus ist das relativ lange Rostrum (knöcherne Teil der Schnauze). Das Gebiss besteht aus 16 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i1/1, c0/0, p0/0, m3/3. Die Weibchen verfügen je nach Unterart zum Säugen des Nachwuchses über 2 bis 3 Paar Zitzen.

Lebensweise

Anders als die meisten anderen Nagetiere ist die Goldstachelmaus völlig an das Leben in Wüsten angepasst. Sie ist beispielsweise besser an das Leben angepasst als die Ägyptische Stachelmaus (Acomys cahirinus). Die Goldstachelmaus ist tagaktiv, vermeidet jedoch Außentemperaturen von mehr als 33 Grad Celsius und weniger als 18 Grad Celsius. Da Goldstachelmäuse jedoch nicht kälteresistent sind, legen sie vor der kalten Jahreszeit deutlich an Gewicht zu. Einen Winterschlaf halten sie daher nicht. In strengen Wintern kann es jedoch zu einer deutlich höheren Mortalitätsrate kommen. Trotz der wüstenartigen Habitate, in der die Goldstachelmaus lebt, ist sie auf Trinkwasser angewiesen. Ihren Bedarf an Wasser deckt sie dabei zum einen über die Nahrung und zum anderen über Tau in den frühen Morgenstunden. Sie ist sogar in der Lage Salzwasser zu trinken. Um darüber hinaus mit dem Wasser hauszuhalten, geben die Tiere hochkonzentrierten Urin ab.

Unterarten

Verbreitung

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Die Goldstachelmaus ist entlang der syrisch-afrikanischen Grabensenke verbreitet. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Ägypten (Sinai), Israel, Jordanien, Oman, Saudi Arabia und Jemen. Felsige und sandige Habitate wie Stein- und Geröllwüsten gehören zu den natürlichen Lebensräumen.

Ernährung

Goldstachelmäuse ernähren sich von Landschnecken (Gastropoda) und salzigen Pflanzen. Die Tiere sind auf Trinkwasser angewiesen und können sogar Salzwasser trinken. Überschüssige Salze werden über den hoch konzentrierten Urin ausgeschieden.

Fortpflanzung

Die Goldstachelmaus erreicht die Geschlechtsreife bereits mit rund 2 bis 3 Monaten. Die Tiere leben wie alle Stachelmäuse in Familiengruppen und sind insbesondere bei der Versorgung des Nachwuchses sehr sozial eingestellt. Neben der Mutter kümmern sich auch andere Familienmitglieder um die Versorgung der Jungtiere. Die Paarungszeit ist an keine feste Jahreszeit gebunden, Paarungen erfolgen somit ganzjährig. Nach einer Tragzeit von 28 bis 32 Tagen bringt das Weibchen durchschnittlich 1 bis 5 Jungtiere zur Welt. Ältere Weibchen bringen für gewöhnlich größere Würfe zur Welt. Die Jungtiere sind schon relativ weit entwickelt, verfügen über geöffnete Augen und können meist schon einen Tag nach der Geburt umherlaufen. Ihr Geburtsgewicht beträgt durchschnittlich 7 Gramm. Zur Geburt kommt es im Wohnkessel ihrer Bauten. Die eigentlichen Nester sind meist nur spärlich gepolstert. Die Säugezeit erstreckt sich zwischen 2 und 3 Wochen. Die Goldstachelmaus erreicht in Freiheit selten ein Alter von zwei bis drei Jahren. In Gefangenschaft ist eine Lebenserwartung von bis zu 5 Jahren möglich.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Die Goldstachelmaus gehört heute noch nicht zu den gefährdeten Arten und ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes noch häufig anzutreffen. In der Roten Liste der IUCN wird die Art als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt.

Anhang

Literatur und Quellen

Links

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