Goldstreifensalamander

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Goldstreifensalamander

Systematik
Klasse: Lurche (Amphibia)
Unterklasse: Lissamphibia
Ordnung: Schwanzlurche (Caudata)
Unterordnung: Salamanderverwandte (Salamandroidea)
Familie: Echte Salamander (Salamandridae)
Gattung: Chioglossa
Art: Goldstreifensalamander
Wissenschaftlicher Name
Chioglossa lusitanica
Bocage, 1864

IUCN-Status
Vulnerable (VU) - IUCN

Der Goldstreifensalamander (Chioglossa lusitanica) ist ein Schwanzlurch (Caudata) aus der Familie der Echten Salamander (Salamandridae). Im Englischen wird der Goldstreifensalamander Gold-Striped Salamander genannt. Beschrieben wurde die Art im Jahre 1864 von Bocage.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Goldstreifensalamander sind sehr langgestreckte und schlanke Salamander. Der Schwanz ist auffallend lang und ist ungefähr anderthalb bis zweimal so lang wie der Rumpf. An der Schwanzwurzel beginnend ist der Schwanz rund und verjüngt sich zum Schwanzende hin und ist da etwas abgeflacht und schmal auslaufend. Auf der Körperoberseite verlaufen, beginnend am Kopf, zwei kupferfarbene Längsbinden. Diese laufen am Schwanz zusammen. Die beiden Längsbinden sind unterschiedlich deutlich von einander getrennt. Nach der Häutung leuchten diese Binden goldfarben und der Salamander seine Namen verdankt. Die Bauchunterseite ist grau schwarz. An den Körperseiten befinden sich viele kleine weißlich bis silbernfarbene Punkt. Diese nehmen zur Bauchmitte hin ab. An den Schwanzseiten sind diese Punkte ebenfalls vorhanden, jedoch wesentlich weniger. Die Beine wirken etwas schwach und sind seitlich vom Rumpf abgestellt. An den Vorderfüßen sind vier, an den Hinterfüßen fünf Zehen vorhanden. An den Körperseiten befinden sich 10-11 senkrechte Furchen, die nach hinten immer flacher werden. Die Zunge ist am Unterkiefer, im vorderen drittel, angewachsen und sitzt stielartig auf. Der Goldstreifensalamander wird bis zu 15 cm groß. Das Männchen unterscheidet sich besonders im Frühjahr zur Paarungszeit vom Weibchen durch die stärker ausgebildete Kloake und die angeschwollenen Oberarme.

Lebensweise

Goldstreifensalamander sind während der Dämmerung und in der Nacht aktiv. Am Tage ist er nur bei kühl-feuchter Witterung, vornehmlich im Frühjahr zur Paarungszeit, anzutreffen. Im Sommer verkriecht sich der Goldstreifensalamander und hält eine Sommerruhe. Der Goldstreifensalamander hält sich tagsüber gern in kühlen und feuchten Felsspalten auf. Dort verbringt er schlafend den Tag und beginnt mit der Dämmerung seine Beutezüge um Nahrung zu suchen. Dazu sucht der Salamander auch Feuchtgebiete wie Bachränder und Sumpfgebiete auf, entfernt sich aber nie sehr weit von langsam fließenden Bächen.

Verhalten

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Der Goldstreifensalamander ähnelt in seinem Verhalten eher einer Eidechse denn einem Salamander. Er bewegt sich flink und geschickt durch seinen Lebensraum. Er ist in der Lage kurze Entfernungen sehr schnell und flink zu bewältigen, ist aber auch ebenso schnell erschöpft. Eine Besonderheit zeichnet ihn ebenfalls aus: Er wirft bei Bedrohung den Schwanz ab, so wie es Eidechsen auch tun. Eine Bruchstelle ist vorhanden. Der Schwanz wächst jedoch nur bei Jungsalamander wieder etwas nach. Werfen erwachsene Goldstreifensalamander den Schwanz ab, wächst er fast nicht mehr nach. Bei Gefähr fieht er auch oft ins Wasser und versteckt sich unter Wasser zwischen Steinen am Bodengrund oder im Uferbereich.

Ernährung

Mit seiner Schleuderzunge erbeutet der Goldstreifensalamander Geflügelte Insekten (Pterygota), Grillen (Gryllus), Heimchen (Acheta domesticus), Falter (Lepidoptera), Spinnen (Arachnida) und Asseln (Isopoda) in geeigneter Größe.

Überwinterung und Fortpflanzung

Im Herbst ziehen sich die Goldstreifensalamander in geeignete Winterquartiere zurück. In den Winterquartieren fällt die Temperatur nie unter den Gefrierpunkt. Diese sind an Land und im lockeren Bodenbereich unter morschen Baumstämmen, Moosen, Steinen und anderem. Die Überwinterungsstellen sind nicht sehr naß und haben einen relativ guten Luftaustausch.

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Die Fortpflanzungszeit beginnt im zeitigen Frühjahr mit dem Ansteigen der Temperaturen. Die Goldstreifensalamander sind bereits im Februar zu beobachten. Zur Paarungszeit schwellen die Kloaken der Männchen besonders stark an und an den Oberarmen der Männchen bilden sich Verdickungen aus. Damit können sie die Weibchen von unten an den Vorderbeinen umklammern und beginnen sich zu paaren. Die Paarung ähnelt wahrscheinlich der vom Rippenmolch, Pleurodeles spec.. Zuverlässige Freilandbeobachtungen der Paarung liegen bis heute nicht vor.

Entwicklung

Die Eier werden in langsam fließende, saubere, sauerstoffreiche und klare Bäche abgesetzt. Die Eiablage erfolgt einzeln und diese werden an Steine geheftet. Die Larven haben einen aalartigen Körperbau, besonders kurze Beinchen und kleine Kiemen. Auf dem Rumpf ist eine versteifte Rückenlinie zu sehen. Der Schwanz ist gut entwickelt und besitzt einen großen Flossensaum. Dies ist besonders bei fließwasserbewohnenden Larven häufig zu beobachten. Die Larvenentwicklung dauert bis zum Ende des Sommers. Nach der Metamorphose gehen die Jungsalamander an Land und führen ab diesem Zeitpunkt ein eigenständiges Leben wie die adulten Goldstreifensalamander.

Verbreitung

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Der Goldstreifensalamander ist im nordwestlichen Spanien sowie im nördlichen Portugal verbreitet. Er kommt in einer Höhe von bis zu 1.300 Meter über NN vor. Der Goldstreifensalamander bevorzugt steinige und mit Laubbäumen bewachsene Habitate. Er ist in der Nähe von Sümpfen und Feuchtgebieten unter Steinen, Laub, Moos, in Felsspalten, morschem Holz und Gebirgsschluchten zu finden. Zumeist hält er sich in Gewässernähe auf und ist dort auch im Uferbereich von klaren, kühlen und schwach fließenden Bächen zu finden.

Feinde

Einziger Feind des Goldstreifensalamanders ist nur der Mensch.

Parasiten und Prädatoren

Es treten häufig Darmparasiten auf. Bei Verschmutzungen der Gewässer treten Pilze auf welche die Haut besiedeln. Prädatoren sind Eulen (Strigiformes), Marderartige (Mustelidae), Katzen (Felis catus), Füchse (Vulpes), Schlangen (Serpentes) und Froschlurche (Anura).

Bedrohung und Schutz

In einigen Gebieten ist der Goldstreifensalamander recht häufig anzutreffen. In Gebieten welche landwirtschaftlich oder touristisch genutzt werden, verschwinden die Lebensräume immer mehr. Besonders schnell wirken sich Verschmutzungen der Lebensräume und Gewässer auf die Populationen der Goldstreifensalamander aus. Der Goldstreifensalamander wurde in die Rote Liste der IUCN aufgenommen und wird als gefährdet (VU, Vulnerable) geführt.

Gefangenschaftshaltung

Goldstreifensalamander zählen zu den schönsten Landsalamander. Für verschiedene Tierarten wurden sogenannte Haltungsrichtlinien [1] erarbeitet und sollen die ordnungsgemäße Haltung und Pflege der Tiere absichern. Für Goldstreifensalamander sind längere Terrarien mit einem ausreichende großem Wasserteil die Grundlage für eine erfolgreiche Pflege. Da sich der Goldsalamander sehr viel und aktiv bewegt, ebenfalls auf Beutefang geht, muss dem sehr hohen Bewegungsdrang entsprochen werden. Als Bodengrund wird Laubwalderde Humusziegel oder gemischter Torf verwendet. Darauf gibt man in verschiedenen Größen Moospolster, Steine, Wurzeln, Laub, Moorkienwurzeln und Schieferplatten. Korkplatten sind ungeeignet. Sie können kein Wasser speichern. Das Wasserteil kann für erwachsene Salamander ab dem Sommer relativ klein sein. Besonders wichtig ist die absolute Sauberkeit im Terrarium und dem Wasserteil. Eine Bepflanzung kann mit verschiedenen Farnen, Pfennigkraut und Sumpfpflanzen erfolgen. Der Behälter ist mit einem gazebespannten Deckel gut und sorgfältig abzudecken. Goldstreifensalamander können an den Glaswänden der Behälter senkrecht nach oben laufen und durch die kleinsten Spalten entweichen. Ohne Feuchtigkeit vertrocknen die Goldstreifensalamander innerhalb weniger Stunden. Um die notwendige Luftfeuchtigkeit zu erreichen, muss der Behälter täglich mit abgestandenem Wasser übersprüht werden. Ab dem Frühjahr kann man die Goldstreifensalamander auch in Aquaterrarien pflegen, welche einen wesentlich höheren Wasserteil haben. Die Wassertiefe kann von 0 bis 12 cm betragen. Goldstreifensalamander können sich auch im tieferen Wasser sehr gut bewegen und suchen unter Steinen und Wurzeln am Grund des Wasserteils Schutz. Den natürlichen Bedürfnissen anzupassen ist dann für eine schwache Strömung des Wasser zu sorgen. Eine Strömung erreicht man am einfachsten mit einer Aquarienpumpe. Diese wird am Ende des Behälters so ins Wasser verbracht das sie beim ausströmen des Wasser genau an der Wasseroberfläche durch den Ausstrom das Wasser bis zum anderem Beckenende bewirkt. Links und rechts werden Steinaufbauten in das Becken verbracht und bilden so den natürlichen Bachrand aus den Ursprungsgebieten nach. Eine Bepflanzung des Wasserteils ist nicht notwendig. An den Uferrändern können verschiedene Sumpfpflanzen eingesetzt werden. Diese erhöhen zum einem das Mikroklima und ermöglichen den Salamandern zusätzlich sich gut verstecken zu können. Ein weiterer positiver Effekt ist darin zu sehen das sich die Futtertiere dort gut aufhalten aber auch gejagt werden können. Die Ernährung kann zum Herbst, vor der Winterruhe, reichlich gehalten werden. Die Winterruhe der Goldstreifensalamander erstreckt sich nur über zwei Monate, von Dezember bis Januar. Welche Temperaturen die Salamander dabei im unteren Bereich benötigen um Spermien und Eier auszubilden, ist nicht ganz sicher. Frostgrade werden nicht vertragen. Eine Temperaturgrenze von 10°C, einige Tage auch etwas niedriger, dürften aber ausreichend sein. Werden die Goldstreifensalamander bei höheren Temperaturen wieder aktiv, so ist die Winterruhe abzubrechen und die Frühjahrsphase einzuleiten. Dies ist der eigentlichen Zeitpunkt wo die Fortpflanzung beginnt. Diese ist bis heute noch nicht schlüssig geklärt, beobachtet oder in Gefangenschaft positiv erreicht worden. Ein wichtiger Grund könnte die nicht immer korrekt eingehaltenen Ruhephasen sein. Das betrifft nicht nur die Winter- sondern auch die Sommerruhe. Ein weiterer Grund könnten die unterschiedlichen Nahrungstiere sein, welche in den unterschiedlichen Jahreszeiten aufgenommen werden, aber auch die veränderten Lichtverhältnisse.

Anhang

Literatur und Quellen

Links

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