Golfkröte

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Golfkröte

Systematik
Klasse: Amphibien (Amphibia)
Unterklasse: Lissamphibia
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Familie: Kröten (Bufonidae)
Gattung: Echte Kröten (Bufo)
Art: Golfkröte
Wissenschaftlicher Name
Wiegmann, 1833

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Die Golfkröte (Bufo valliceps), die auch Golfküstenkröte genannt wird, zählt innerhalb der Familie der Kröten (Bufonidae) zur Gattung der Echten Kröten (Bufo) . Im Englischen wird diese Kröte Gulf Coast Toad genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Golfkröte gehört zu den kleineren Kröten innerhalb der Gattung der Echten Kröten (Bufo) und erreicht eine durchschnittliche Körperlänge von fünf bis zehn Zentimeter. Männchen bleiben kleiner und leichter als Männchen. Zudem weisen die Männchen im Kehlbereich eine gelblichgrüne Färbung auf. Die Körperfärbung kann je nach Vorkommen und Lebensraum stark variieren. Die dorsale Färbung reicht von gelblichbraun bis hin zu schwarzbraun. Markantes Merkmal dieser Kröten ist die helle, meist cremefarbene Längslinie in der Mitte des Rückens, die sich vom Hinterkopf bis zum Körperende erstreckt. Dorsolateral sind ebenfalls je eine helle Linie zu erkennen, die jedoch weniger auffällig ausfallen. Die Bauchseite ist überwiegend weißlich bis cremefarben gefärbt. Wie bei allen Vertretern der Valliceps-Gruppe (Golfkröten), so ist auch der Schädel der Golfkröte ausgesprochen breit. Auch die knöchernen Schädelleisten sind besonders kräftig ausgeprägt. Im Bereich dieser Kämme befinden sich Parotoid-Drüsen, über die ein giftiges Sekret abgegeben wird. Zur Valliceps-Gruppe gehören insgesamt 13 Arten, die alle in Mittelamerika beheimatet sind.

Verbreitung

Die Golfkröte ist rund um den Golf von Mexiko verbreitet. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich in den USA von Louisiana bis Texas, in Mexiko über die Bundesstaaten Tamaulipas, Veracruz, Tabasco, Yucatán und Quintana Roo. In Mittelamerika werden Guatemala und Belize besiedelt. Die Golfkröte hält sich vorwiegend in feuchten, grasartigen Regionen in der Nähe von Kiefernwäldern oder in Savannen mit sandigem Boden auf. Auch Strände und Dünenbereiche werden durchaus häufig besiedelt. Während der Reproduktionszeit sucht die Golfkröte Wasserlachen, Abzugsgräben sowie Teiche und Tümpel in Sumpfgebieten auf.

Ernährung

vergrößern

Die Golfkröte ist ein Fleischfresser. Sie ernährt sich hauptsächlich von terrestrischen Insekten (Insecta) und anderen kleinen Gliederfüßern (Arthropoda). Die Nahrungssuche erfolgt in der Dämmerung und in der Nacht.

Fortpflanzung

Die Reproduktionszeit der Golfkröten findet je nach Verbreitungsgebiet in den Monaten von März bis September statt. Der Beginn der Paarungszeit fällt in die Zeit der ersten schweren und warmen Regen. Während der Paarungszeit versammeln sich die Männchen in den flachen temporären Teichen, Tümpeln oder größeren Lachen oder in den Entwässerungsgräben und beginnen mit ihren lauten Rufen die Weibchen anzulocken. Im erfolgreichen Fall klettert das Männchen auf den Rücken des Weibchens und klammert sich mit seinen langen Vorderbeinen am Körper des Weibchens fest. Das Männchen bleibt so lange in der Amplexusstellung, bis das Weibchen ihre Eier in das Wasser freigibt. Das Weibchen stößt durch Muskelkontraktion Eier aus. Das Männchen bemerkt diese Muskelkontraktion und gibt gleichzeitig sein Sperma ab, um die Eier zu befruchten. Das Weibchen legt 500 bis 800 Eier in kurzen gallertartigen Strängen von einigen Zentimeter Länge am Gewässerboden ab. Nach einigen Tagen der Embryonalentwicklung schlüpfen die Kaulquappen. Die Körperlänge der Kaulquappen beträgt sechs bis acht Millimeter. Sie ernähren sich hauptsächlich von Mikroorganismen, Algen und totem Material. Die Metamorphose zur Jungkröte ist nach etwa zwei Monaten abgeschlossen. Zu diesen Zeitpunkt begeben sich die Jungkröten dann an Land und geben ihr amphibisches Leben auf und haben sich zu voll erwachsenen Golfkröten entwickelt. Die Ontogenese der Larven der Golfkröte kann in 45 Stadien untergliedert werden. Dieses wurde bereits im Jahre 1957 von Limbaugh und Volpe wissenschaftlich untersucht.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 2, Lurche. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3
  • Kurt Brauer, Annette Bromma: Kröten. Urania, Freiburg (1991). ISBN 3332003798

Links

'Persönliche Werkzeuge