Gophernatter

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Gophernatter

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Familie: Nattern (Colubridae)
Unterfamilie: Eigentliche Nattern (Colubrinae)
Gattung: Bullennattern (Pituophis)
Art: Gophernatter
Wissenschaftlicher Name
Pituophis catenifer
Blainville, 1835

Die Gophernatter (Pituophis catenifer) zählt innerhalb der Familie der Nattern (Colubridae) zur Gattung der Bullennattern (Pituophis).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Gophernatter erreicht eine durchschnittliche Körperlänge von 120 bis 160 Zentimeter. Rekordlängen von über 200 Zentimeter sind selten aber dokumentiert. Die stark gekilte Beschuppung weist eine graubraune bis gelblichbraune oder sandfarbene Grundfärbung auf. Dorsal zeigen sich bräunliche Sattelflecken, die zumeist schwarz eingefasst sind. Die Sattelflecken laufen im Nackenbereich aus und gehen am Schwanz in Querbänder über. Die Querbänder am Schwanz sind schwarz bis schwarzbraun gefärbt. Lateral verwischen die Sattelflecken allmählich und fehlen auf der einfarbig weißen Bauchseite völlig. Der schmale und leicht spitz zulaufende Kopf setzt sich sichtbar vom Hals ab. Die großen Augen verfügen über große runde Pupillen und liegen weit vorne am Kopf. Die einzelnen Unterarten können stark in der Färbung variieren.

Verhalten

Gophernattern sind im wesentlichen tagaktiv. Sie sind jedoch bis weit in die Dämmerung hinein aktiv. Im Hochsommer kann es aber durchaus auch sein, dass die Gophernatter in der Nacht unterwegs ist, sie ist da sehr anpassungsfähig. Die Ruhephasen werden in der Regel in Nagetierbauten eingelegt. Hier verbringt sie auch ihre Nachtruhe. Gophernattern sind terrestrische Schlangen, sie können dennoch gut klettern und sind auch ausgezeichnete Schwimmer. Während der kalten Jahreszeit hält die Gophernatter eine mehrmonatige Winterruhe. Sie erstreckt sich in der Regel von September bis April. Zumeist werden Nagerbauten oder ähnlich geschützte Orte für die Winterruhe aufgesucht. Zu den natürlichen Hauptfeinden zählen insbesondere Raubvögel.

Unterarten

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Verbreitung

Die Gophernatter ist hauptsächlich in den westlichen und südwestlichen Bundesstaaten der USA sowie im nördlichen Mexiko beheimatet. In einigen Verbreitungsgebieten können sich die Unterarten überschneiden. Der natürlichen Lebensraum erstreckt sich über Sumpfgebiete, lichte Wälder, dessen Ränder und angrenzendes Gras- und Buschland mit sandigem Untergrund. Aber auch landwirtschaftliche Flächen wie Äcker und Weiden werden gerne besiedelt. Sie lebt hauptsächlich in der Ebene, In Höhenlagen ist sie bis in Höhen von gut 800 Metern, selten auch bis 1.000 Metern anzutreffen.

Ernährung

Zur Hauptnahrung der Gophernatter gehören Nagetiere wie Mäuse, Wühlmäuse, Hörnchen, Kaninchen und Taschenratten der Familie Geomyidae wie die Gebirgs-Taschenratte (Thomomys bottae). Aber auch Vögel und Reptilien sowie deren Eier werden nicht verschmäht. Beutetiere werden durch Umschlingen erdrosselt und dann mit dem Kopf voran im Ganzen verschlungen. Auf Nahrungssuche geht die Gophernatter am Tage oder den frühen Morgen- und Abendstunden.

Fortpflanzung

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Das Weibchen der Gophernatter erreicht die Geschlechtsreife mit drei bis vier Jahren, das Männchen bereits mit ein bis zwei Jahren. Die Paarungszeit beginnt kurz nach der Winterruhe. Dies ist in den meisten Verbreitungsgebieten ab April oder Mai der Fall, in den nördlichen Regionen später, in den südlichen Gebieten entsprechend früher. Während der Paarungszeit kommt es unter den Männchen zu heftigen Kommentkämpfen um das Paarungsrecht mit den Weibchen. Bei der Kopulation kommt es zu dem für Reptilien typischen Genickbiss durch das Männchen. Zeitlich kann sich die Kopulation von wenigen Minuten bis zu mehreren Stunden erstrecken. Kurz nach der Kopulation trennen sich die Geschlechter wieder. Je nach Alter und Ernährungszustand des Weibchens legt sie zwischen Juni und August meist 5 bis 25 Eier an geschützter Stelle, meist an sandigen Plätzen, ab. Je nach Umgebungstemperatur erstreckt sich die Inkubationszeit über 70 bis 90 Tage. Die geschlüpften Jungschlangen weisen eine durchschnittliche von 40 bis 45 Zentimeter auf. Die Lebenserwartung einer Gophernatter liegt bei 15 bis 20 Jahren.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Roland Bauchot: Schlangen, Weltbild Verlag, 1999, ISBN 3-8289-1501-9
  • Dieter Schmidt: Nattern faszinierend & exotisch, Gräfe & Unzer, Auflage 1 (Februar 2005), ISBN 3774269475
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