Gouldamadine

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Gouldamadine

Systematik
Reich: Tiere (Animalia)
Stamm: Chordatiere (Chordata)
Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata)
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Oscines)
Familie: Prachtfinken (Estrildidae)
Gattung: Gouldamadinen (Chloebia)
Art: Gouldamadine
Wissenschaftlicher Name
Chloebia gouldiae
Gould, 1844

IUCN-Status
Endangered (EN) - IUCN

Die Gouldamadine (Chloebia gouldiae) ist ein Sperlingsvogel aus der Familie der Prachtfinken (Estrildidae). Sie wird im Englischen Lady Gouldian finch.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Gouldamadine erreicht eine Körperlänge von gut elf cm sowie eine Schwanzlänge von drei bis vier cm. Das Rückengefieder sowie die Flügeldecken sind überwiegend grünlich. Die Brust ist lila- bis fliederfarben und setzt sich deutlich von der gelblichen Bauchfärbung ab. Zum Schwanz hin wird die Bauchfärbung deutlich heller. Bürzel und die oberen Schwanzdecken sind bläulich gefärbt. Die braunen Augen sind mit einem hellblauen Lidring umrandet. Innerhalb einer Population kann es zu drei verschiedenen Kopffärbungen kommen. Am häufigsten scheint die schwarze Kopffärbung zu sein. Daneben gibt es rote und gelbe Kopffärbungen. Diese unterschiedliche Kopffärbung ist durch ein schwarzes Band vom restlichen Gefieder abgetrennt, das sich vom Hinterkopf bis zur Kehle erstreckt. Insgesamt sind weibliche Vögel weniger intensiv gefärbt und besitzen eine schwarze Schnabelspitze. Die Schnabelspitze der Männchen ist gelblich oder rot.

Die tagaktiven Vögel leben in zum Teil sehr großen Schwärmen. Die Nacht verbringen sie auf ihren Schlafbäumen. Hier sitzen sie jeweils auf den dünnsten Ästchen, um vor Feinden sicher zu sein. Zu den Hauptfeinden adulter Tiere zählen insbesondere Schlangen und Greifvögel. Den Jungtieren können Ameisen, die die Brut bei lebendigem Leib auffressen können, gefährlich werden. Auch Reptilien bedrohen oft die Brut. Mittlerweile sind Gouldamadinen in Australien selten geworden. In der Vergangenheit wurden die Vögel von Wilderern zu tausenden gefangen, um den Bedarf an exotischen Vögeln in Europa und Nordamerika zu stillen. Seit 1960 herrscht in Australien ein strenges Ausfuhrverbot für Tiere aller Art.

Verbreitung

Die Vögel sind im Norden Australiens zu Hause. Vor allem außerhalb des tropischen Regenwaldes in der Cape York-Region, im Northern Territory und im nordwestlichen Queensland sind sie zu beobachten. Sie bevorzugen ausgesprochen heißes Klima von bis zu 45 Grand Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von bis zu 90 Prozent. Die Nähe von Wasserstellen ist für die Gouldamadinen lebensnotwendig. Zu Beginn der Brutzeit kann es zu ausgedehnten Wanderungen in ihre Brutreviere kommen. Sie ziehen mehr oder weniger der Regenzeit hinterher. Außerhalb der Regenzeit sind sie oft in küstennahen Gebieten oder an Gewässerrändern anzutreffen.

Ernährung

Gouldamadine
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Gouldamadine

Gouldamadinen ernähren sich hauptsächlich von Sämereien und Insekten aller Art. Während der Brutzeit fressen sie überwiegend Insekten. Um zu trinken suchen sie nahe gelegene Wasserstellen auf. Dabei nehmen sie sehr schnell eine große Menge Wasser durch sogenanntes Saugtrinken auf. Dabei werden notwendige Mineralstoffe über kleine Erdklümpchen aufgenommen.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife wird bereits mit vier Monaten erreicht. Zur ersten Brut kommt es aber erst mit Beginn des zweiten Lebensjahres. Die Brutzeit beginnt mit der Regenzeit in ihren natürlichen Lebensräumen. Die Brutgebiete erstrecken sich über wenige Regionen wie den Kimberleys, Northern Territory und das nordwestliche Queensland. Hier brüten sie in zum Teil großen Kolonien. Gouldamadinen sind Höhlenbrüter, die ihre Nester vorzugsweise in Astlöchern oder Löchern im Stamm von Eukalyptusbäumen bauen. Ausgepolstert werden die Nester mit allerlei weichem Material. Je nach Ausgiebigkeit der Regenzeit kann es zu mehreren Bruten kommen.

Ein Gelege besteht aus durchschnittlich sechs Eiern, die von beiden Elternteilen über einen Zeitraum von vierzehn Tagen ausgebrütet werden. Die geschlüpften Jungen sind anfangs noch unbedunt. Sie werden vorzugsweise mit kleinen Insekten sowie Sämereien gefüttert. Bei der Aufzucht der Brut helfen auch noch nicht geschlechtsreife Vögel aus der Vorbrut. Nach rund drei Wochen ist ihnen ihr Jugendgefieder gewachsen, ab dem 24. Tag verlassen sie zeitweise ihr Nest. Mit 38 bis 40 Tagen sind sie dann selbständig, verbleiben aber bis zur Geschlechtsreife im Familienverband. Die Mauser zum adulten Gefieder erfolgt nach rund drei Monaten. Die Lebenserwartung liegt bei acht bis zehn Jahren.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Klasse der Vögel (Aves)

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

Links

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