Grünbürzel-Sperlingspapagei

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Grünbürzel-Sperlingspapagei
Männchen

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
Familie: Eigentliche Papageien (Psittacidae)
Unterfamilie: Neuweltpapageien (Arinae)
Gattung: Sperlingspapageien (Forpus)
Art: Grünbürzel-Sperlingspapagei
Wissenschaftlicher Name
Forpus passerinus
(Linnaeus, 1758)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Grünbürzel-Sperlingspapagei (Forpus passerinus), auch unter dem Synonym Psittacus passerinus bekannt, zählt innerhalb der Familie der Eigentliche Papageien (Psittacidae) zur Gattung der Sperlingspapageien (Forpus). Im Englischen wird der Grünbürzel-Sperlingspapagei green-rumped parrotlet genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Grünbürzel-Sperlingspapagei gehört zu den kleinsten Papageien und erreicht lediglich eine Größe von gut 12 Zentimeter. Das Gefieder beider Geschlechter ist überwiegend grün gefärbt. Die Unterseite der Flügel und deren Kanten sind leuchtend blau gefärbt. Weibchen zeichnen sich durch deutlich weniger Blauanteile aus. Auf der Stirn weisen Weibchen eine gelbliche Stelle auf, daran sind sie leicht zu erkennen.

Lebensweise

Grünbürzel-Sperlingspapageien sind ausgesprochen gesellige Tiere, die in Gruppen von nicht selten 30 bis 50 Vögeln leben. Auch wenn sie sich recht vorsichtig verhalten, so sind sie regelmäßig in der Nähe menschlicher Siedlungen zu sehen. Sie sind tagaktiv, jedoch halten sie während der heißen Mittagszeit in ihren Ruheräumen eine Mittagsruhe. Ihr Flug zeichnet sich wie bei den meisten Papageienarten durch eine wellenförmige Art aus.

Untenarten

Grünbürzel-Sperlingspapagei - Männchen
vergrößern
Grünbürzel-Sperlingspapagei - Männchen

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Grünbürzel-Sperlingspapageien erstreckt sich von Venezuela über Kolumbien bis in den Nordosten von Brasilien. Die geselligen Vögel bewohnen vorzugsweise offenes Baumland oder Busch- und Baumsteppen. Sie halten sich zumeist in Bäumen oder Büschen auf und sind gelegentlich, vor allem bei der Nahrungssuche, auch auf dem Boden anzutreffen.

Ernährung

Grünbürzel-Sperlingspapageien ernähren sich von trockenen oder halbreifen Sämereien, Früchten und Beeren sowie zur Blütezeit auch von Knospen und Blüten. Die Früchte und Blüten diverser Kakteen stehen dabei ganz oben auf ihrem Speiseplan. Auf Nahrungssuche gehen die Grünbürzel-Sperlingspapageien nur am Tage, und das auch grundsätzlich nur in Gruppen. Die Nahrungssuche geht zumeist mit aufgeregtem Geschnatter der Vögel einher.

Fortpflanzung

Der Grünbürzel-Sperlingspapagei erreicht die Geschlechtsreife mit rund einem Jahr. Die Brutzeit erstreckt sich vom Mai bis August, gelegentlich auch bis September. Während der Brutzeit leben die Vögel paarweise, selten auch in kleineren Gruppen. Ihr Nest errichten sie für gewöhnlich in einer Baumhöhle oder ähnlichen Orten. Die Nester befinden sich meist in mittlerer Höhe von einigen Metern Höhe. Das Weibchen legt zwischen drei und sechs oder sieben Eier, die über einen Zeitraum von gut 20 bis 22 Tagen ausgebrütet werden. Die Eier werden im Abstand von ein bis zwei Tagen gelegt und weisen eine Größe von 17 mal 15 Millimeter auf. Um die Fütterung kümmern sich beide Elternteile gleichermaßen. Nach einer Nestlingszeit von 35 bis 40 Tagen verlassen die voll befiederten Jungvögel das Nest. Sie werden aber noch weitere drei bis vier Wochen von den Eltern versorgt bis sie ihre Selbständigkeit erlangt haben. Die volle Ausfärbung des Gefieders wird mit etwa gegen Ende des ersten Lebensjahres erreicht. Die Lebenserwartung liegt bei bis zu 15 Jahren.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Grünbürzel-Sperlingspapagei heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Er ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Grünbürzel-Sperlingspapagei selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird er als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

Qualifizierte Weblinks

'Persönliche Werkzeuge