Grüne Kröte

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Grüne Kröte

Systematik
Klasse: Amphibien (Amphibia)
Unterklasse: Lissamphibia
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Familie: Kröten (Bufonidae)
Gattung: Echte Kröten (Bufo)
Art: Grüne Kröte
Wissenschaftlicher Name
Bufo debilis
Girard, 1854

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Die Grüne Kröte (Bufo debilis) zählt innerhalb der Familie der Kröten (Bufonidae) zur Gattung der Echte Kröten (Bufo). Im Englischen wird diese Kröte Green Toad genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Grüne Kröte gehört zu den kleinsten Vertretern innerhalb der Gattung der Echten Kröten (Bufo). Sie erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 30 bis 55 Millimeter. Der Körper ist ausgesprochen breit und wirkt dadurch sehr flach. Ähnlich flach ist auch der Kopf gebaut, die Schnauze ist leicht spitz zu laufend. Die gelblichgrüne Färbung war für die Art namensgebend. Die gesamte Körperoberfläche ist mit gelblichen und schwarzen Punkten und Mustern überzogen. Warzige Auswüchse sind auf der dorsalen Seite weitflächig zu sehen. Diese Warzen und die Warzen oberhalb der Augen können ein giftiges Sekret abgeben. Die Körperoberfläche ist aufgrund der zahlreichen Warzen sehr rauh beschaffen. Die Drüsen werden auch als Paratoid-Drüsen bezeichnet. Das Sekret dient vor allem zur Abschreckung von Fleischfressern und Parasiten. Die Bauchseite ist weißlich bis cremefarben gefärbt, es zeigen sich hier vereinzelt kleine dunkle Flecken. Der Kehlbereich ist bei beiden Geschlechtern gelblich bis cremefarben gefärbt.

Lebensweise

Grüne Kröten halten sich überwiegend unter der Erde oder an ähnlich feuchten Orten verborgen. Nur bei genügend Feuchtigkeit oder Regen sind sie in der Nacht auch an der Oberfläche aktiv. Während der kalten Jahreszeit halten die Tiere eine mehrmonatige Winterruhe. Aber auch während der Trockenzeit verhalten sich die Grünen Kröten inaktiv und leben von ihren Fettreserven. Grüne Kröten sind nur wenig territorial. Während der Paarungszeit halten einzelne Männchen jedoch einen Abstand von einem bis drei Meter zueinander.

Unterarten

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Verbreitung

Die Grüne Kröte ist im Südwesten der USA und im nordwestlichen Mexiko weit verbreitet. In den USA werden vor allem die Bundesstaaten Texas, New Mexico, das südwestliche Arizona, das südwestliche Colorado, das östliche Kansas sowie das südliche Oklahoma besiedelt. Wiesen und Weiden, Grasland, Steppen und Halbwüsten, die nur spärlich mit Büschen bewachsen sind, gehören zu den natürlichen Lebensräumen. Sie sind dabei grundsätzlich in der Nähe von Kleinstgewässern wie Teiche, Tümpel und temporäre Wasserlachen anzutreffen. Aber auch an Bächen und langsam fließenden Flüssen sind die Grünen Kröten regelmäßig anzutreffen. In diesen Gewässern erfolgt auch die Fortpflanzung sowie die erste Lebensphase der Larven. In Höhenlagen kann man die Grünen Kröten bis in Höhen von knapp 1.500, seltener auch bis 2.000 Metern beobachten. Hohlräume unter Steinen und Felsen sowie verlassenen Bauten von Nagetieren dienen den Kröten als Unterschlupf.

Prädatoren

Zu den natürlichen Feinden der Grünen Kröte gehören beispielsweise Amerikanische Ochsenfrösche (Rana catesbeiana), Strumpfbandnattern (Thamnophis), wie die Bunte Strumpfbandnatter, (Thamnophis marcianus), Tigersalamander (Ambystoma tigrinum), Streifenskunks (Mephitis mephitis), Nordamerikanische Waschbären (Procyon lotor). Gelegentlich stellen auch Westliche Hakennasennattern (Heterodon nasicus), Gewöhnliche Kutscherpeitschennattern (Masticophis flagellum) und Gophernattern (Pituophis catenifer) den Kröten nach. Die Eier und die Kaulquappen haben insbesondere mit Parasiten wie Wasserschimmel (Saprolegnia), Libellenlarven (Odonata), Schnabelkerfen (Hemiptera) wie Rückenschwimmern (Notonectidae) und Riesenwanzen (Belostomatidae), Käfern (Coleoptera) wie Schwimmkäfern (Dytiscidae) und Wasserkäfern (Hydrophilidae) zu kämpfen. Viele andere potentielle Feinde lassen sich von dem giftigen Sekret aus den Paratoid-Drüsen abschrecken. Dennoch ist die Sterblichkeit vor allem unter den Jungkröten extrem hoch. Nur wenige erreichen die Geschlechtsreife. Grüne Kröten halten sich am Tage zum Schutz vor Fleischfressern an geschützten Stellen verborgen. Neben den bekannten Fleischfressern werden Grüne Kröten auch von einer Vielzahl von Parasiten heimgesucht. Dazu gehören beispielsweise Fadenwürmer (Nematoda).

Ernährung

Als dämmerungs- und nachtaktive Jäger ernähren sich die Grünen Kröten räuberisch. Sie fressen dabei alles was in ihr Maul passt. Zu ihrer Hauptnahrung gehören Wirbellose und Weichtiere, wie Schnecken (Gastropoda) und Würmer, Spinnentiere (Arachnida), sowie Insekten (Insecta) in passender Größe, wie beispielsweise Käfer (Coleoptera), Langfühlerschrecken (Ensifera), Kurzfühlerschrecken (Caelifera), Ameisen (Formicoidea) und andere Hautflügler (Hymenoptera). Sie machen ihre Beute über die Bewegung der potentiellen Mahlzeit aus. Tiere, die sich regungslos verhalten, können somit nicht ausgemacht werden. Da Grüne Kröte nicht zu den schnellsten Jägern gehöret, muß sie die Beute relativ nah heran kommen lassen, bevor sie ein Beutetier mit ihrer hervorschnellenden Zunge ergreifen kann. Beutetiere werden grundsätzlich im Ganzen verschlungen.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife wird je nach Ernährungszustand mit ein bis zwei Jahren erreicht. Dies entspricht einer Körperlänge von 37 bis 50 Millimeter. Die Paarungszeit beginnt nach der Winterruhe im zeitigen Frühjahr und wird durch die ersten ergiebigen warmen Regen ausgelöst. Dies ist in den meisten Regionen ab April, teilweise schon ab Ende März der Fall. Die Paarungszeit endet je nach Verbreitungsgebiet spätestens Anfang August. Als Fortpflanzungsgewässer dienen im wesentlichen temporäre Wasserlachen wie Tümpel und größere Pfützen. Aber auch langsam fließende Bäche und Flüsse werden häufig genutzt. Männchen versuchen durch lautstarke Balzrufe auf sich aufmerksam zu machen. Hat ein Männchen ein Weibchen gefunden, so klettert das Männchen auf den Rücken des Weibchens und klammert sich mit seinen Vorderbeinen am Körper des Weibchens fest. Die Geschlechter bilden so ein Amplexuspaar. Nach erfolgter Eiablage trennen sich die Geschlechter und das Männchen geht auf die Suche nach dem nächsten Weibchen. Die Lebensweise ist also als polygam zu bezeichnen. Das Weibchen legt ihre Eier in kleineren Ketten auf dem Gewässergrund ab. Hier haften die Eier zumeist an Pflanzenteilen.

Die Eier weisen einen Durchmesser von etwa drei Millimetern auf. Sie sind in einer gallertartigen Masse eingebunden. Die Anzahl der Eier schwankt stark mit dem Alter und dem Ernährungszustand eines Weibchen. Durchschnittlich legt ein Weibchen bis zu 1.200 Eier. Nur selten kann es auch zu größeren Gelegen kommen. Je nach Temperatur des Wassers schlüpfen die Kaulquappen nach ungefähr zwei bis drei Tagen der Embryonalentwicklung. Die Kaulquappen weisen eine durchschnittliche Länge von etwa drei Millimeter auf. Der Körper ist kurz und oval geformt. Der Schwanz ist länglich ausgebildet und weist eine obere und untere Flosse auf. Die Kaulquappen leben gesellig und schwimmen meist in größeren Schwärmen umher. Dabei halten sie sich wegen der Wärme meist in den oberen Wasserschichten auf. Sie ernähren sich hauptsächlich von Algen und totem organischem Material (Detritus), selten auch von Kleinstlebewesen. Gegen Ende der Entwicklungszeit weisen die Kaulquappen eine Länge von etwa 19 bis 20 Millimeter auf. Die Metamorphose zur juvenilen Kröte ist nach rund knapp drei bis vier Wochen abgeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt begeben sich die Jungkröten dann an Land und haben somit ihr amphibisches Leben abgeschlossen. Die Lebenserwartung in Freiheit liegt bei drei bis sechs Jahren. Weibchen werden in der Regel etwas älter als Männchen. Die Geschlechtsreife erreicht jedoch kaum ein Prozent der Jungtiere.

Gefährdung und Schutz

Die Grüne Kröte ist heute noch nicht vom Aussterben bedroht. Dennoch sind seit Jahrzehnten abnehmende Bestände zu beobachten. Zu den Gründen gehören die Vernichtung der natürlichen Lebensräume und die stetig ansteigende Wasserverschmutzung und die Umwandlung von Habitaten in Siedlungsraum und Agrarflächen. Dadurch wird der natürliche Lebensraum für die Grüne Kröte immer weiter eingeschränkt. In der Roten Liste der IUCN wird die Grüne Kröte als nicht gefährdet geführt.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 2, Lurche. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3
  • Kurt Brauer, Annette Bromma: Kröten. Urania, Freiburg (1991). ISBN 3332003798

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