Grüne Peitschennatter

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Grüne Peitschennatter
Zooparadies Flade (Zoo-Flade) in 57518 Betzdorf

Systematik
Klasse: Kriechtiere (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Familie: Nattern (Colubridae)
Unterfamilie: Eigentliche Nattern (Colubrinae)
Gattung: Peitschennattern (Ahaetulla)
Art: Grüne Peitschennatter
Wissenschaftlicher Name
Ahaetulla prasina
(Boie, 1827)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Grüne Peitschennatter (Ahaetulla prasina), auch unter den Synonymen Dryophis prasinus, Dryophis prasinus chinensis und Tragops xanthozonius sowie unter der Bezeichnung Grüner Baumschnüffler bekannt, zählt innerhalb der Familie der Nattern (Colubridae) zur Gattung der Peitschennattern (Ahaetulla). Im Englischen wird die Grüne Peitschennatter asian vine snake, gunther’s whip snake, jade vine snake oder oriental whipsnake genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Grüne Peitschennatter ist lang und sehr schlank. Insgesamt kann die Körperlänge bis zu 2,0 Meter betragen, obwohl die meisten eine Körperlänge von etwa 1,5 bis 1,8 Meter mit einer Schwanzlänge von etwa 0,6 Metern erreichen. Der Schwanz wirkt wie eine Peitsche, daher auch die Namensgebung. Die Grüne Peitschennatter kann eine gelblich-braune oder eine braune oder weißliche Färbung aufweisen, vor allem bei jungen Tieren. Der Kopf ist ziemlich lang gestreckt und ist an der Mündung konisch geformt. Der dünne Hals erscheint im Geäst wie ein grüner Zweig. Die Augen sind groß und weisen eine gelbe Färbung auf. Die Pupille ist schlitzförmig horizontal geformt. Die Länge der Schnauze ist mindestens zweimal so lang als das Auge. Die Wangen ähnlich einer Kurve und bilden eine horizontale Linie bis zur Nase, so dass die Augen mit einem steroeskopischen Sehen die Position der Beute genau abschätzen können. Die Oberseite des Körpers (dorsal) weist eine grüne Färbung auf und ist gleichmäßig bis in den Schwanz hinein verteilt.
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Grüne Peitschennatter
In der Regel ist die Färbung im Bereich des Schwanzes etwas dunkler. Wenn sich die Grüne Peitschennatter bedroht fühlt, vergrößert sie sich und biegt den Hals wie ein Buchstabe S. Dabei bildet sich eine Warnfarbe meliert-weiß und unter den Schuppen erscheint die Haut schwarz. Ventral zeigt sich eine blasse weißlich-grüne Färbung mit dünnen weißlich-gelben Linie am unteren Rand des Körpers (ventrolateral). 8 bis 9 große Schuppen sind auf der Oberlippe (supralabial) vorhanden und 4 bis 6 zeigen sich im Bereich der Augen. Ferner sind in 15 Reihen dorsale Schuppen angeordnet. 13 Reihen befinden sich in der Nähe des Schwanzes. Ventral sind 189 bis 241 Schuppen vorhanden, anal sin die Schuppen getrennt, selten einfach. Des Weiteren befinden sich subkaudal 169 bis 183 Schuppen.

Lebensweise

Die Grüne Peitschennater wird oft in den Höfen, in Gärten, zwischen Sträuchen und in den Wäldern gesehen oder gefunden. Sie hält sich in den Baumkronen der Bäume und in den Sträuchern auf. Manchmal steckt die Grüne Peitschennatter den Kopf zwischen die Blätter und Ranken und gelegentlich wenn eine Brise weht, wiegt sie sich hin und her. Tagsüber ist sie aktiv und jagt eine Vielzahl von Beutetieren, wie Frösche, Eidechsen und Chamäleons. Auch kleine Vögel und kleine Säugetiere zählen zum Nahrungsspektrum. Wie viele Arten der Baumschlangen ist auch die Grüne Peitschennatter ovovivipar. Die Eier entwickeln sich in der Gebärmutter. Die Jungschlangen weisen nach dem Schlupf schon eine Körperlänge von etwa 20,0 Zentimeter auf. Auf Sumatra kommt die Grüne Peitschennater nahe der Küste in einer Höhe von 1.300 Meter über dem Meeresspiegel vor. Die Grüne Peitschennatter zählt zu den Giftschlangen und das Gift wird als mittel eingestuft, jedoch kann dieses Gift innerhalb von wenigen Minuten einen Spatz töten. Die Auswirkungen eines Bisses beim Menschen variieren unterschiedlich. So kann ein Biss Juckreiz, Schwellungen und einen kleinen Muskelkater hervorrufen. Traditionell werden diese Wunden in der Regel mit Honig oder mit Antiseptikum wie Jod-Lösung behandelt, um Infektionen zu vermeiden.

Grüne Peitschennatter
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Grüne Peitschennatter

Unterarten

  • Ahaetulla prasina prasina - (Boie, 1827)
  • Ahaetulla prasina medioxima - Lazell, 2002
  • Ahaetulla prasina preocularis - (Taylor, 1922)
  • Ahaetulla prasina suluensis - Gaulke, 1994

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN lebt die Grüne Peitschennatter sowohl in Primär-Tieflandwäldern als auch in montanen feuchten Wäldern, Sekundär-Wäldern und in trockenen sowie in offenen Wäldern. Ferner findet man die Grüne Peitschennater auch im Buschland, auf Plantagen, in Gärten, in Monsunwäldern, im Kulturland, an Straßenrändern und in Stadtgärten. Die Grüne Peitschennatter ist ein reiner Baumbewohner. Sie hält sich aber auch in Büschen und Sträuchern auf. Die Nahrung sucht sie jedoch auf dem Boden. Im südostasiatischen Festland und auf den Philippinen nimmt die Grüne Peitschennatter den größten Teil dieser Lebensräume ein und hält sich auf Kokosnuss-Plantagen und in Bereichen des Agroforstes auf. Auf Sumatra trifft man die Art in einer Höhe bis über 900 Meter über dem Meeresspiegel im Kerinci-Tal und in der Nähe von Berastagi in einer Höhe von etwa 1.300 Meter über dem Meeresspiegel an.

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Grüne Peitschennatter

Laut der Roten Liste der IUCN ist die Grüne Peitschennatter in Indien, Südchina, in Vietnam sowie auf den Philippinen und in Indonesien weit verbreitet. Zwei Unterarten sind auf den Philippinen endemisch. Die Unterart Ahaetulla prasina preocularis ist von Panay, Luzon, Dinagat, Siargao, Basilan, Batan, Bohol, Camiguin, Cebu, Leyte, Mindanao, Negros, Polillo bis nach Sibuyan verbreitet. Wahrscheinlich kommt die Unterart Ahaetulla prasina preocularis noch auf vielen anderen philippinischen Inseln vor. Die Unterart Ahaetulla prasina suluensis findet man in Jolo, Siasi, Sangasanga, Tawitawi, Bongao und Sibutu. Die Nominatform Ahaetulla prasina prasina kommt fast überall vor und die Unterart Ahaetulla prasina medioxima tritt man nur in China an. Nativ ist die Grüne Peitschennatter in folgenden Ländern: Bangladesch, Bhutan, Brunei Darussalam, Kambodscha, China, Indien, Indonesien, Demokratische Volksrepublik Laos, Malaysia, Myanmar, Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam.

Ernährung

Tagsüber ist die Grüne Peitschennatter aktiv und jagt eine Vielzahl von Beutetieren, wie Frösche, Eidechsen und Chamäleons. Auch kleine Vögel und kleine Säugetiere zählen zum Nahrungsspektrum. Die Grüne Peitschennatter zählt zu den Giftschlangen und das Gift wird als mittel eingestuft, jedoch kann dieses Gift innerhalb von wenigen Minuten einen Spatz töten.

Fortpflanzung

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Grüne Peitschennatter

Wie viele Arten der Baumschlangen ist auch die Grüne Peitschennatter ovovivipar. Das heißt, die Eier verbleiben bis zum Schlupf der Jungen im Körper des Weibchens. Die Vorteile liegen hierbei auf der Hand: Im Körper des Weibchens herrscht eine optimale Temperatur und Feuchtigkeit. Dies ist vor allem in gemäßigten oder relativ kalten Regionen ein Vorteil, da manchmal selbst im Sommer nicht immer ausreichend hohe Temperaturen vorherrschen. Ein weiterer Vorteil ist auch die Geborgenheit, in der die Eier heranreifen. Nesträuber haben hier natürlich keine Chance. Neben den zahlreichen Vorteilen gibt es aber auch einige Nachteile: So ist ein trächtiges Weibchen in seinen Bewegungen beeinträchtigt und der Aufwand an Energie ist deutlich höher.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört die Grüne Peitschennatter heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Sie ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt die Grüne Peitschennatter selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird sie als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Weitere Synonyme

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Grüne Peitschennatter
  • Coluber Nasutus - Shaw, 1802
  • Coluber mycterizans - Raffles, 1822
  • Dryophis prasinus - Boie, 1827
  • Dryophis prasina - Reinwardt in Boie, 1827
  • Tragops xanthozonius - Duméril & Bibron, 1854
  • Tragops prasinus - Fischer, 1885
  • Passerita prasina - Stejneger, 1923
  • Passerita prasina - Mertens, 1930
  • Dryophis prasinus chinensis - Mell, 1930
  • Ahaetulla prasina - Stejneger, 1933
  • Passerita prasina - Smith, 1930
  • Tragops prasinus - Wagler, 1830
  • Dryinus prasinus - Cantor, 1847
  • Drynius [sic] prasinus - Kelaart, 1854
  • Tragops prasinus - Duméril & Bibron, 1854
  • Dryophis prasinus - Boulenger, 1897
  • Dryophis xanthozona - Holtzinger-Tenever, 1919
  • Dryophis prasinus - Smith, 1943
  • Dryophis prasinus - Hendrickson, 1966
  • Ahaetulla prasina - Manthey & Grossmann, 1997
  • Ahaetulla prasina - Cox et al., 1998
  • Ahaetulla prasina - Gaulke, 1999
  • Ahaetulla prasinus - Sharma, 2004
  • Ahaetula [sic] prasina - Woning, 2004
  • Ahaetulla prasina preocularis - (Taylor, 1922)
  • Ahaetulla prasina preocularis - Devan-Song & Brown, 2012

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

Qualifizierte Weblinks

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