Grantgazelle

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Grantgazelle

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Gattung: Gazellen (Gazella)
Art: Grantgazelle
Wissenschaftlicher Name
Gazella granti
Brooke, 1872

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Grantgazelle (Gazella granti) zählt innerhalb der Familie der Hornträger (Bovidae) zur Gattung der Gazellen (Gazella).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Grantgazelle erreicht eine Körperlänge von 145 bis 165 Zentimeter, eine Widerristhöhe von 80 bis 100 Zentimeter, Schwanzlänge von 25 bis 35 Zentimeter, Gewicht von 35 bis 85 Kilogramm. Weibchen bleiben deutlich kleiner und leichter als Männchen. Die stark gefurchten und geschwungenen Hörner können eine Länge von bis zu 30 bis 80 Zentimeter erreichen. Die Hörner der Weibchen fallen mit 30 bis 40 Zentimeter deutlich kürzer aus. Das kurzhaarige Fell ist rötlichbraun gefärbt, die Bauchseite und das Hinterteil weisen eine weißliche Färbung auf. Die Grantgazelle ist recht hochbeinig und schlank gebaut, die Rückenlinie fällt deutlich nach hinten hin ab. An den Oberschenkeln der Hinterbeine sind senkrechte schwarze Markierungen zu sehen.

Die Männchen und Weibchen der Grantgazelle leben in getrennten Herden. Ältere, geschlechtsreife Bullen leben meist einzelgängerisch. Die Weibchenherden umfassen meist um die 25 Tiere. Während der Wanderungen schließen sich in der Regel einzelne Herden zu größeren zusammen. Nicht selten kommen so mehrere hundert Tiere zusammen. Männchen sind ausgesprochen territorial und verteidigen ihr Revier gegenüber Artgenossen vehement. Die Reviere werden mit Urin und Kot markiert. Einzelne Herden beanspruchen Reviere in einer Größe von 100 bis 300 Quadratkilometer.

Verbreitung

Die Grantgazelle ist in Ost- und Südostafrika weit verbreitet. Sie ist insbesondere in Äthiopien, Kenia, Somalia, Sudan, Tansania und Uganda verbreitet. Halbwüste, karge Baum- und Strauchsteppen bilden die natürlichen Lebensräume. Auch auf Hochlandsteppen ist die Grantgazelle bis in Höhen von gut 2.000 Meter und mehr über NN. anzutreffen. Während der Trockenzeit unternehmen Grantgazellen zum Teil weite Wanderungen auf der Suche nach Nahrung.

Unterarten

Prädatoren

Zu den natürlichen Fressfeinden der Grantgazelle gehören größere Räuber wie Geparden (Acinonyx jubatus), Afrikanische Wildhunde (Lycaon pictus), Schabrackenschakale (Canis mesomelas). Der Schabrackenschakal ist allerdings nur in der Lage, Jungtiere zu reißen. Der Hauptfressfeind ist ohne Zweifel der Gepard. Er ist auch von der Geschwindigkeit her in der Lage, der Grantgazelle zu folgen. Mit Geschwindigkeiten von über 100 km/h auf kurzen Strecken ist der Gepard der schnellste Räuber in der Savanne. Kitze bleiben in den ersten Tagen im hohen Gras verborgen. Hier werden sie von der Mutter auch gesäugt. Erst später folgen sie der Mutter.

Ernährung

Grantgazellen ernähren sich ausschließlich von Blättern, jungen Trieben und Rinde. Während der Regenzeit unternehmen sie Wanderungen von mehreren hundert Kilometern, um die Grasgründe mit dem frischen Gras zu erreichen. Zu einem geringen Teil fressen sie auch Gräser und Kräuter. Auf Nahrungssuche gehen sie nur am Tage.

Fortpflanzung

Die Weibchen der Grantgazelle erreichen die Geschlechtsreife mit rund 18 Monaten, die Männchen erst sehr viel Später mit drei Jahren. Die Paarungszeit ist in den tropischen und subtropischen Verbreitungsgebieten nicht an eine bestimmte Jahreszeit gebunden. Jedoch fallen die meisten Geburten in die Regenzeit. Während der Paarungszeit kommt es unter den Männchen zu heftigen Gefechten, die mit den Hörnern ausgetragen werden und nicht selten blutig enden. Die Geburt der Kälber erstreckt sich über die Regenzeit, dies macht auch Sinn, da zu dieser zeit genügend Nahrung vorhanden ist. Nach einer Tragezeit von 185 bis 195 Tagen bringt das Weibchen an einer geschützten Stelle ein Jungtier zur Welt. Es weist ein Geburtsgewicht von drei bis vier Kilogramm auf. Es ist deutlich dunkler als adulte Gazellen gefärbt. Unmittelbar nach der Geburt leckt die Mutter ihr Junges vollständig sauber, um verräterische Gerüche zu entfernen. Die ersten zwei Wochen bleibt das Jungtier im hohen Gras verborgen, da es nicht kräftig genug ist, der Herde zu folgen. Die Mutter kommt mehrmals am Tag zum Kalb um es zu säugen. Später, wenn das Kalb stark genug ist, führt die Mutter ihr Junges an die Gruppe heran. Die Säugezeit erstreckt sich in der Regel über sechs Monate. Mit rund 18 Monaten sind Jungtiere selbständig. Männchen verlassen zu diesem Zeitpunkt die Herde. In Freiheit erreicht die Grantgazelle ein Alter von rund zehn bis zwölf Jahren, in Gefangenschaft können sie auch 15 Jahre alt werden.

Anhang

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999

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