Graubussard

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Graubussard

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Greifvögel (Falconiformes)
Familie: Habichtartige (Accipitridae)
Unterfamilie: Bussardartige (Buteoninae)
Gattung: Bussarde (Buteo)
Art: Graubussard
Wissenschaftlicher Name
Buteo nitidus
(Latham, 1790)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Graubussard (Buteo nitidus) zählt innerhalb der Familie der Habichtartigen (Accipitridae) zur Gattung der Bussarde (Buteo). Im Englischen wird der Graubussard grey hawk, gray hawk oder grey-lined hawk genannt. Dieses Taxon ist in zwei Spezies gesplittet: Buteo nitidus und Buteo plagiatus.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Graubussard ist einer kleiner Greifvogel und erreicht eine Körperlänge von etwa 37,0 bis 42,0 Zentimeter, wobei das Weibchen größer und schwerer ist als das Männchen. Das durchschnittliche Gewicht beträgt etwa 475,0 Gramm. Die Spannweite des Männchens beträgt 23,5 bis 25,7 Zentimeter und die Spannweite des Weibchens beträgt 24,6 bis 26,5 Zentimeter. Die Schwanzlänge des Männchens beträgt 15,5 bis 16,4 Zentimeter und die Schwanzlänge des Weibchens beträgt 15,9 bis 17,7 Zentimeter. Die Schnabelfirstlänge von der Wachshaut des Männchens beträgt 2,1 bis 2,3 Zentimeter und die Schnabelfirstlänge von der Wachshaut des Weibchens beträgt 2,2 bis 2,4 Zentimeter. Die Geschlechter sind gleichermaßen gefärbt. Das Obergefieder weist eine bräunlich-graue, schiefergraue oder eine helle blaugraue Färbung auf, manchmal gleichmäßig mit Streifen besetzt. An den Handschwingen zeigen sich schwarze Spitzen und die Innenbahnen sind basal weitgehend weißlich getönt. Des Weiteren zeigen sich an den Armschwingen weiße Spitzen. Der Schwanz weist eine schwarze Färbung mit weißen Spitzen auf und ist mit einer oder mehreren prominenten weißen Binden besetzt. Die Unterseite ist überwiegend grau gefärbt und gleichmäßig mit weißen Streifen versehen. Die Kehle ist von einem makellosen Weiß. Die Unterschwanzdecken und die Flügelunterseiten sind im Wesentlichen weiß gefärbt und die dunklen Streifen verlaufen weit auseinander. Die Iris ist von einer braunen Färbung und die Wachshaut sowie die Füsse weisen eine gelbe Tönung auf. Ferner ist der Schnabel blauschwarz gefärbt. Das Obergefieder der Jugendlichen ist hauptsächlich dunkelbraun, mehr oder weniger mit gelbbrauner oder rostbrauner Färbung meliert. Der Kopf, der Hals und der Nacken sind oft gelbbraun, weißlich bis blass zímtfarben getönt und sind zusätzlich noch mit braunen Streifen besetzt. Die Unterseite ist ebenfalls weißlich oder gelbbraun bis zimtfarben getönt, mehr oder weniger stark bräunlich gestreift oder gefleckt. Der Schwanz ist mit mehreren blassen zimtfarbenen bis gelbbraunen Binden besetzt.

Lebensweise

Graubussard
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Graubussard

Der Graubussard ist ein Teilzieher. Die nördlichen Brutpaare aus Arizona und aus dem Westen von Texas sowie aus dem Norden von Sonora wandern außerhalb der Brutzeit südwärts. Er tritt im Flachland in lichten Wäldern, an Waldrändern und in Savannen sowie auf Weiden mit Bäumen mehr als in dicht bewachsenen Wäldern auf. Der Graubussard hält sich meist auf Strommasten oder auf einem exponierten Baum auf offenen Lichtungen auf. In den Vereinigten Staaten im Lower Rio Grande Valley ist der Graubussard in halboffenen Auwäldern oder in trockenen Dornbuschsavannen zu finden. In Texas ist der Lebensraum sehr unterschiedlich, gelegentlich findet man den Horst in einem schmalen Waldstreifen entlang am Ufer eines Sees oder in einem blattlosen, sinkenden Auwald oder an einem schmalen Fleck einer angrenzenden bewachsenen Weide. Er ist ziemlich tolerant gegenüber menschlichen Tätigkeiten und legt seinen Horst in der Nähe von Wanderwegen, Straßen und in anderen Bereichen an, die von Menschen frequentiert werden. In Guatemala hält sich der Graubussard häufig auf Kaffee-Plantagen auf. In Salvador bevorzugt der Graubussard offene Felder mit vereinzelten Baumgruppen, Waldränder und Kaffee-Anbaugebiete und in Französisch-Guayana zieht er die typischen Waldränder, offene Wälder und Ackerland vor, vor allem solche Bereiche, die sich in der Nähe der Küste befinden.

Unterarten

  • Buteo nitidus nitidus - (Latham, 1790) - Südwestlich von Costa Rica bis Nord-Kolumbien und West-Ecuador, Ost-Kolumbien, Ost-Ecuador, vom Osten bis Venezuela und Guyana und südlich durch Amazonas Brasilien bis Nord-Maranhno.
  • Buteo nitidus costaricensis - Swann, 1922 - südwestlich von Costa Rica bis Nord-Kolumbien und westlich von Ecuador.
  • Buteo nitidus pallidus - Todd, 1915 - südlich-zentrales Brasilien, östlich von Bolivien, Paraguay und nördlich von Argentinien.
  • Buteo nitidus blakei - Hellmayr & Conover, 1949 - südwestlich von Costa Rica, vom Norden bis zur Térraba Region, Panama, Nord-Kolumbien und westlich vom Golf von Urabá.

Verbreitung

Graubussard
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Graubussard

Diese Art weist ein sehr großes Verbreitungsgebiet auf, das sich von Mexiko und Zentralamerika bis nach Amazonien und bis in den Süden von Argentinien erstreckt. Laut der Roten Liste der IUCN kommt der Graubussard in folgenden Verbreitungsgebieten vor: Argentinien, Belize, Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Costa Rica, Ecuador, El Salvador, Französisch-Guayana, Guatemala, Guyana, Honduras, Mexiko, Nicaragua, Panama, Paraguay, Peru, Surinam, Trinidad und Tobago, USA und Venezuela. Zu seinen Lebensräumen zählen unter anderem subtropische und tropische Trockenwälder, subtropische und tropische feuchte Tieflandwälder, trockene und feuchte Savannen.

Ernährung

Der Graubussard ernährt sich von Schlangen, Eidechsen, Fröschen, kleinen Säugetieren, Vögeln und von Insekten. Diese Art sitzt vor allem in den Baumkronen und wartet auf Beute. Hat er ein Beutetier erspäht, gleitet er nach unten oder verfolgt die Beute im aktiven Flug. Je nach Verbreitungsgebiet ist das Nahrungsspektrum unterschiedlich. In den Vereinigten Staaten ernährt sich der Graubussard von Schlangen, Echsen sowie von kleinen Kaninchen, Eichhörnchen wie zum Beispiel Mexikanischer Ziesel (Spermophilus mexicanus), von Mäusen, Wachteln, von jungen Tauben, von Fischen, Käfern, großen Heuschrecken und von anderen Insekten. In Mexiko erbeutet der Graubussard in der Regel Ameiven (Ameiva ameiva), kleine Schlangen, Mäuse, junge Vögel, einschließlich Geflügel und deren Küken. In Guatemala ernährt sich der Graubussard von Eidechsen und von Zikaden und in El Salvador von Mäusen und ebenfalls von kleinen Eidechsen sowie von Landkrabben, Schlangen, Langfühlerschrecken (Ensifera), von Pieperwaldsängern (Seiurus aurocapilla), Steißhühnern (Tinamiformes), von Fröschen und von Haushühnern. In Kolumbien ernährt sich der Graubussard hauptsächlich von jungen Leguanen. In Suriname ist sein Nahrungsspektrum ziemlich vielseitig, darunter fallen unter anderem mittelgroße Schienenechsen (Teiidae) wie zum Beispiel Goldteju (Tupinambis teguixin), kleinere Schienenechsen (Teiidae) wie zum Beispiel Ameive (Ameiva ameiva), kleine Säugetiere, kleine Vögel wie zum Beispiel Türkistangare (Tangara mexicana) und Däumlingszwergspecht (Picumnus minutissimus).

Fortpflanzung

Je nach Verbreitungsgebiet ist die Brutsaison unterschiedlich. In den Vereinigten Staaten dauert sie von März bis Juli, in Mexiko von Mai bis Juli, in El Salvador von Januar bis Juni, in Costa Rica von Februar bis Mai und in Trinidad von Februar bis April. Der Horst ist eine Plattform und besteht aus Ästen und Zweigen. Innen ist der Horst mit grünen Blättern ausgekleidet. Der Horst wird auf verschiedenen Bäumen in einer Höhe von 10 bis 25 Meter angelegt, darunter zählen unter anderem Ulmus crassifolia, Celtis laevigata und Brosimum sp. Der Horst befindet sich in der Nähe der Baumkrone oder liegt vollständig in der Baumkrone versteckt. Das Gelege besteht aus 1 bis 4 (meist 2) Eiern, die eine weiße oder bläulich-weiße Färbung aufweisen. Selten sind die Eier mit ein paar rötlich-braunen Flecken besetzt. Die Eischale ist glatt, aber nicht glänzend. Die Eier weisen je nach Verbreitungsgebiet eine unterschiedliche Größe von 56,0 x 41,2, 51,0 x 43,5, 47,0 x 39,4 und 49,0 x 38,2 Millimeter auf. Die Inkubationszeit beträgt 37 Tage, beginnend mit dem ersten Ei. Die geschlüpften Küken werden vom Weibchen in den ersten Tagen gehudert. Während dieser Zeit sorgt das Männchen allein für Nahrung. Mit 42 bis 45 Tagen sind die Jungvögel flugfähig, werden aber weiter von den Eltern mit Nahrung versorgt. Mit etwa 15 bis 18 Wochen sind sie dann endgültig selbständig.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Graubussard heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Er ist in weiten Teilen seines Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Graubussard selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird der Graubussard als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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