Graue Gartenwanze

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Graue Gartenwanze

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Schnabelkerfe (Hemiptera)
Unterordnung: Wanzen (Heteroptera)
Familie: Baumwanzen (Penatomidae)
Gattung: Rhaphigaster
Art: Graue Gartenwanze
Wissenschaftlicher Name
Rhaphigaster nebulosa
(Poda, 1761)

Die Graue Gartenwanze (Rhaphigaster nebulosa), auch unter der Bezeichnung Graue Feldwanze bekannt, zählt innerhalb der Familie der Baumwanzen (Penatomidae) zur Gattung Rhaphigaster. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Graue Gartenwanze erreicht eine Körperlänge von etwa 14,0 bis 16,0 Millimeter. Körper oval und nicht behaart. Fühler und Bein fein behaart. Der Kopf ist läng, vorn gerundet, Schwiel durchlaufend. Die Fühlerwurzel reicht nicht bis an das Kopfende. Pronotum quer sechseckig. Die Ecken am Corium sind zahnförmig ausgeschweift. Membran über den Hinterleib ragend. Die Oberseite weist eine graugelbliche Färbung auf. Kopf, Vorder- und Seitenrand des Pronotum, Schild sowie das Bandfeld der Halbdecken sind schwarz punktiert. Pronotum-Scheibe und Corium sind braun punktiert, stellenweise mit callosen Flecken besetzt. Die Unterseite ist mit flachen schwarzen Punkteindrücken versehen. Der Schild vor dem Ende ist mit zwei schwarzen Randflecken markiert. Membran durchsichtig und mit zerstreuten braungelben Flecken auf und zwischen den Rippen verziert. Rücken und Connexivum weisen eine schwarze Farbe auf und auf der Mitte jedes Schnittstückes zeigt sich gelblicher Randfleck. Die Fühler sind schwarz getönt und Glied 3, 4, 5 sind am Grund weißlich gefärbt. Die Beine sind von einer grau-gelblichen Farbe, fein schwarz punktiert und die Schenkelenden sind fast geringelt. Der Schienbeingrund und das Ende innerseit sind schwarz gefärbt. Die Fußglieder sind ebenfalls schwarz, jedoch obenauf weißgelb. Das Glied 2 und die Klauen weisen eine gelbe Färbung auf.

Lebensweise

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Graue Gartenwanze

Im späten Frühjahr legen die Weibchen rund 40 Eier an verschiedenen Teile von Pflanzen ab. Die jungen Wanzen variieren in der Färbung und sind noch flugunfähig. Bei den Nymphen sind nur Flügelstümpfe erkennbar. Zum Schutz vor natürlichen Feinden haben junge Wanzen stinkende Drüsen auf dem Rücken. Wenn sie bedroht werden, lösen sie ein stark riechendes weißes Sekret auf. Die Erwachsenen sind nicht fliegen nicht besonders gut, ihre Flug ist träge und wenn sie fliegen, hört man ein lautes Brummgeräusch. Die Graue Gartenwanze ist tagaktiv. Sie produziert nur eine Generation pro Jahr. Sie überwintert an den Wänden, die mit Efeu bewachsen sind. Auf der Suche nach geeigneten Winterquartieren verirrt sie sich gelegentlich auch in Häuser.

Verbreitung

Die Graue Gartenwanze ist in Deutschland, Frankreich, in der Schweiz sowie in Spanien und Italien weit verbreitet. Des Weiteren kommt die Graue Gartenwanze auch im Nordosten der Vereinigten Staaten vor. Im Allgemeinen ist sie im ganzen europäisch-nordafrikanischen Mediterrangebiet verbreitet und reicht bis nach West-, Mittel- und Osteuropa sowie bis nach Vorderasien, dazu zählen Türkei, Syrien, Irak, Afghanistan und Iran. Außerdem ist die Graue Gartenwanze in Mittelasien wie Turkestan, Mongolei und China zu finden. Auch Funde in Israel, Transkaukasien, Kaukasien sowie in West- und Mittelsibirien wurden gesichtet. Aus Großbritannien und Skandinavien sind allerdings keine Vorkommen bekannt. Sie hält sich auf Birken und in Gärten auf verschiedenen Pflanzen auf.

Ernährung

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Graue Gartenwanze

Die Graue Gartenwanze ist tagaktiv und bevorzugt warme Lebensräume wie Laubwälder, Brachflächen, Parks und Gärten, wo sie an Laubbäumen zu finden ist, wie Weißdorn (Crataegus), Pflaume (Prunus), Mehlbeere (Sorbus), Hasel (Corylus) oder Ulme (Ulmus) sowie auf Sträuchern, Hecken (Brombeere), und Kletterpflanzen (Efeu). Hauptsächlich ernährt sich die Graue Gartenwanze von Pflanzensäften. In seltenen Fällen nimmt sie Körperflüssigkeiten von toten Insekten (Insecta) wie zum Beispiel Blattkäferlarven zu sich.

Fortpflanzung

Im späten Frühjahr findet die Paarung statt. Nach erfolgreicher Paarung legt das Weibchen etwa 40 Eier an den verschiedenen Teilen der Pflanzen ab. Die Eier weisen am Anfang eine gelblich-weiße Färbung auf, späte geht diese Färbung in ein Braun über. Die geschlüpften Larven, auch Nymphen genannt, variieren in ihrer Färbung und weisen nur Flügelstummel auf. Die jungen Wanzen haben zur ihrer Verteidung gegen natürliche Feine übelriechende Drüsen auf dem Rücken. Im September ist die Entwicklung der Nymphen vollständig und nach der letzten Häutung sind sie voll entwickelte Wanzen. Zu den natürlichen Feinden zählt unter anderem die Raupenfliege (Cylindromyia bicolor). Die neue Generation überwintert häufig unter Baumrinden, in Ritzen und Spalten und auch in Häusern. Im Spätsommer oder Frühherbst können sie an sonnenbeschienenen Wänden von Gebäuden auftreten, wo sie Wärme absorbieren, bevor sie ihre Winterquartiere aufsuchen.

Weitere Synonyme

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Graue Gartenwanze
  • Cimex baccarum - Scopoli, 1763
  • Cimex interstinctus - Schrank, 1785
  • Cimex sagittifer - Goeze, 1778
  • Cimex lentiginosus - Gmelin, 1788
  • Cimex punctipennis - Illiger, 1790
  • Cimex griseus - Fabricius, 1794
  • Pentatoma stigmatica - Palisot De Beauvois, 1805

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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