Graue Kugelspinne

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Graue Kugelspinne

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Radnetzspinnen (Araneoidea)
Familie: Haubennetzspinnen (Theridiidae)
Gattung: Echte Kugelspinnen (Theridion)
Art: Graue Kugelspinne
Wissenschaftlicher Name
Theridion mystaceum
L. Koch, 1870

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:008541]

Die Graue Kugelspinne (Theridion mystaceum) gehört innerhalb der Familie der Haubennetzspinnen (Theridiidae) zur Gattung der Echten Kugelspinnen (Theridion).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Graue Kugelspinne ist eine recht kleine Art und erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 1,5 bis 2,0 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 2,0 bis 2,5 Millimeter. Das Männchen und das Weibchen gleichen sich in Färbung und Zeichnung. Diese Art wird sehr leicht mit der Art Theridion melanurum verwechselt und unterscheidet sich von dieser Art hauptsächlich durch eine geringere Größe und eine mehr weißlich-goldene Färbung des Hinterleibes. Die relativ dünnen, zerbrechlich wirkenden Beine sind deutlich goldfarben und dunkelbraun bis schwarz geringelt. Die Hintertarsen sind beborstet und tragen unterseits eine regelmäßige Reihe kammartig gezähnter Borsten. Das weißliche bis goldfarbene, breite Mittelband auf dem Hinterleibsrücken ist auffälliger als bei der Art Theridion melanurum und deutlich gezackt, jedoch nicht so tief eingezackt, dass man einzelne Dreiecke erkennen könnte. Das Stridulationsorgan des Männchens ist stark rückgebildet und meist nur unter dem Mikroskop zu erkennen. Die reifen Tiere sind meist von Mai bis September anzutreffen.

Lebensweise

Auch die Graue Kugelspinne webt ein sehr typisches Haubennetz, meist an der Spitze niedriger Pflanzen, die etwas über ihre Umgebung hinausragen. Im oberen Teil des kuppelförmigen Gespinstes liegt der dicht mit Spinnseide ausgekleidete, außen mit Pflanzenteilen bedeckte Schlupfwinkel. Er hat etwa die Form eines kleinen, umgedrehten Vogelnestes. Ab Ende Juli/Anfang August findet man darin das Weibchen mit seinem Eikokon.

Verbreitung

Die Graue Kugelspinne ist in weiten Teilen Mitteleuropas und Südeuropas beheimatet. In Deutschland trifft man sie häufig im östlichen Teil von Schleswig-Holstein einschließlich Hamburg an. Sie lebt bevorzugt an Baumstämmen und auf Büschen, ist aber auch gelegentlich in Gebäuden zu finden.

Ernährung

Die Graue Kugelspinne ernährt sich von Insekten (Insecta). Ihre Beute fängt sie mit ihrem Haubennetz. Die darin befindlichen klebrigen Fäden fangen ein Insekt und hindern es an der Flucht. Ist ein Beutetier gefangen, so tötet sie es mit einem Giftbiss und spinnt ihr Opfer ein und saugt es später aus.

Fortpflanzung

Die Graue Kugelspinne gehört zu den wenigen Spinnenarten, die eine ausgesprochen aufwändige Brutpflege betreibt. Das Weibchen legt ihre Eier nach erfolgreicher Befruchtung in einen Kokon, den sie dafür gesponnen hat. Bis zum Schlupf der Jungspinnen wird der Kokon gegen Fressfeinde und Artgenossen beschützt. Nach dem Schlupf der Jungspinnen verbleiben sie die erste Zeit im Schlupfwinkel bei der Mutter. Das Weibchen füttert ihre Jungen mit einem Brei aus vorverdauter Nahrung. Dabei gibt sie die Nahrung durch Mund-zu-Mund-Fütterung weiter. Bereits nach einigen Tagen erfolgt dann die erste Häutung. Nach zwei bis drei Wochen stirbt das Muttertier und dient dem Nachwuchs als Nahrung. Kurz danach verlassen die Jungspinnen ihr Geburtsnetz und bauen jeweils ein eigenes Netz. Im Juli erreichen sie die Endgröße.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 12. Juni 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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