Graufuchs

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Graufuchs

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Hunde (Canidae)
Tribus: Echte Füchse (Vulpini)
Gattung: Urocyon
Art: Graufuchs
Wissenschaftlicher Name
Urocyon cinereoargenteus
Schreber, 1775

Verbreitungsgebiet

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Graufuchs (Urocyon cinereoargenteus) zählt innerhalb der Familie der Hunde (Canidae) zur Gattung Urocyon.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Graufuchs erreicht eine Körperlänge von 55 bis 85 Zentimeter, eine Schulterhöhe von etwa 30 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 30 bis 40 Zentimeter sowie ein Gewicht von gut 3.500 bis 6.500 Gramm. Weibchen bleiben ein wenig kleiner und leichter als Männchen. Der deutsche Trivialname Graufuchs ist irreführend, da der Graufuchs nicht durchgängig grau gefärbt ist. Der Kopf, der Rücken und der Schwanz sind überwiegend grau gefärbt. Orangerot sind insbesondere die Ohren, der Nacken, Teile der Flanken und der Bauchseite sowie die Unterseite des Schwanzes. Neben der orangeroten Bereiche weist die Bauchseite auch weiße Fellteile auf. Dies gilt auch für die Kehle, unteren Bereiche der Extremitäten und die Füße. Der Schwanz ist auf der Oberseite mit einem breiten schwarzen Längsstreifen gekennzeichnet. Die Statur des Graufuchses ist durchaus sehr stämmig. Unterstützt wird der Eindruck durch die kräftigen kurzen Beine. Der Kopf ist fuchstypisch geschnitten.

Auch wenn Graufüchse terrestrisch leben, so gelten sie als ausgezeichnete Kletterer, die problemlos Bäume erklimmen können. Unterstützt werden sie dabei durch ihre kräftig ausgeprägten Krallen. Die senkrecht geschlitzten Pupillen lassen auf ihre überwiegende Nachtaktivität schließen. Am Tage ruhen die Tiere in ihren Höhlen, die sich meist in hohlen Baumstämmen oder dergleichen befinden. Der Geruchssinn des Graufuchses ist sehr hoch entwickelt und leitet die Tiere zielsicher zu ihrer Beute. Auch bei der Reviermarkierung spielt die chemische Kommunikation eine herausragende Rolle. Zu den natürlichen Hauptfeinden zählen insbesondere Wölfe, Luchse und Kojoten. Bei Gefahr flüchten Graufüchse nicht selten auf Bäume.

Verbreitung

Der Graufuchs ist in weiten Teilen Nordamerikas, insbesondere in den USA, sowie in Mittelamerika und im äußersten Nordwesten Südamerikas verbreitet. In Südamerika werden die nördlichen und nordwestlichen Teile Kolumbiens und Venezuelas bewohnt. Mittelamerika wird von Mexiko bis nach Panama besiedelt. Der Graufuchs fehlt nur in den arktischen und subartischen Regionen von Nordamerika. In Kanada ist er nur in den südlichen Landesteilen anzutreffen. Die Lebensräume sind so vielfältig wie das Verbreitungsgebiet groß ist. Er kommt sowohl in gebirgigen Regionen, wie den Rocky Mountains, als auch in den weiten Prärien, Halbwüsten und Steppen vor. Aber auch Laubwälder, dessen Ränder und Heideflächen werden gerne besiedelt.

Unterarten

Wissenschaftlicher Name Erstbeschreiber Vorkommen
Urocyon cinereoargenteus cinereoargenteus Schreber, 1775 östliche Bundesstaaten der USA
Urocyon cinereoargenteus borealis     Ontario und New England
Urocyon cinereoargenteus californicus Mearns, 1897 südliches Kalifornien bis Baja California
Urocyon cinereoargenteus colimensis        
Urocyon cinereoargenteus costaricensis     Casta Rica
Urocyon cinereoargenteus floridanus     südöstliche Bundesstaaten der USA
Urocyon cinereoargenteus fraterculus Elliot, 1896    
Urocyon cinereoargenteus furvus     Panama
Urocyon cinereoargenteus guatemalae Miller, 1899 südliches Mexiko, Nicaragua, Guatemala
Urocyon cinereoargenteus madrensis Hooper, 1941 Sonora-Wüste
Urocyon cinereoargenteus nigrirostris Lichtenstein, 1850    
Urocyon cinereoargenteus ocythous     nördliche und zentrale Teile der USA
Urocyon cinereoargenteus orinomous Goldman, 1938 südliches Mexiko
Urocyon cinereoargenteus peninsularis Huey, 1928 Baja California
Urocyon cinereoargenteus Scotti Mearns, 1891 südwestliche Bundesstaaten der USA
Urocyon cinereoargenteus townsendi     Kalifornien und Oregon
Urocyon cinereoargenteus venezuelae     Venezuela, Kolumbien

Ernährung

Während der späten Abendstunden beginnt der Graufuchs seine Suche nach Nahrung. Dabei ist er alles andere als wählerisch. Er frisst alles was sich überwältigen lässt. Neben seiner Hauptnahrung, den Kaninchen und Mäusen, frisst er auch Vögel und hin und wieder auch Reptilien. Selbst Amphibien und allerlei Wirbellose sind vor ihm nicht sicher. Hier und da nimmt er auch pflanzliche Kost wie Früchte und Beeren zu sich. Er ist insgesamt ein geschickter und anpassungsfähiger Jäger.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreicht der Graufuchs mit rund zehn Monaten. Je nach Verbreitungsgebiet beginnt die Paarungszeit im Januar und kann sich bis in den April erstrecken. Es kommt in einer Saison zu nur einem Wurf. Graufüchse führen eine monogame Einehe, die nicht selten ein Leben lang hält. In ihrem Bau bringt das Weibchen nach einer Tragezeit von 55 bis 59 Tagen meist zwischen vier und acht Jungtiere zur Welt. Sie werden nackt und blind geboren. Im Alter von gut drei Monaten erkunden die Jungfüchse erstmals die nähere Umgebung, ab dem vierten Monat begleiten sie die Eltern bereits bei der Nahrungssuche. Ab diesem Monat erfolgt auch die Entwöhnung. Mit Erreichen der Geschlechtsreife verlassen die Jungfüchse den Familienverband. Die Lebenserwartung liegt in Freiheit bei höchstens 10 Jahren. In Gefangenschaft kann ein Graufuchs durchaus ein Alter von bis zu 15 Jahren erreichen.

Anhang

Siehe auch

  • Die Familie der Hunde (Canidae)
  • Die Ordnung der Raubtiere (Carnivora)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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