Graumazama

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Graumazama

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hirsche (Cervidae)
Unterfamilie: Trughirsche (Odocoileinae)
Gattung: Spießhirsche (Mazama)
Art: Graumazama
Wissenschaftlicher Name
Mazama gouazoupira
von Waldheim, 1814

IUCN-Status
Least Concern (LC/DD) - IUCN

Der Graumazama (Mazama gouazoupira) zählt innerhalb der Familie der Hirsche (Cervidae) zur Gattung der Spießhirsche (Mazama).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Graumazama erreicht eine Körperlänge von 90 bis 110 Zentimeter, eine Schulterhöhe von 60 bis 68 Zentimeter sowie ein Gewicht von 18 bis 25 Kilogramm. Neben der Rotmazama und Großmazama ist der Graumazama die größte Art innerhalb der Gattung der Spießhirsche. Das kurzhaarige Fell der Graumazama weist im wesentlichen eine graubraune bis rotbraune Färbung auf. Die Unterseite des Schwanzes und die Bauchseite weisen eine cremefarbene bis weißliche Färbung auf. Das Geweih ist sehr kurz und besteht nur aus zwei kurzen, leicht gekrümmten Spießen. Beim Männchen kann das Geweih eine Länge von bis zu 15 Zentimeter erreichen.

Graumazamas leben fast ausschließlich einzelgängerisch, eher selten sind die Tiere in Kleinstgruppen anzutreffen. Nur zur Paarungszeit treffen sich die Geschlechter. Als besondere scheue Tiere halten sie sich vorzugsweise im Dickicht verborgen. Ihre aktivste Zeit ist die Dämmerung und die Nacht. Graumazamas legen ein territoriales Verhalten an den Tag und verteidigen ihr Revier. Die Reviere der Weibchen decken sich teilweise mit denen der Männchen. Reviergrenzen werden mit Urin und Kot markiert.

Verbreitung

Der Graumazama ist in weiten Teilen des tropischen und subtropischen Südamerika verbreitet. Das Verbreitungsgebiet reicht von Venezuela und Kolumbien bis in den Norden von Argentinien. Er ist insbesondere in Argentinien, Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Ecuador, Französisch Guiana, Guyana, Surinam, Uruguay und Venezuela anzutreffen. Lichte Wälder und deren Ränder, Dornbuschsavannen und Sumpfgebiete gehören zu den natürlichen Lebensräumen. Die Tiere sind sowohl in trockenen Habitaten als auch in Feuchtgebieten anzutreffen.

Prädatoren

Graumazamas stehen auf der Speisekarte großer Raubtiere. Zu den bekanntesten Raubtiere, die ein Graumazama oder ein Jungtier reißen können, gehören der Jaguar (Panthera onca), Puma (Puma concolor) und gelegentlich auch der Ozelot (Leopardus pardalis). Der wichtigste Feind ist und bleibt allerdings der Mensch.

Ernährung

Graumazamas ernähren sich von reifen Früchten, Wurzeln, Blüten und Knospen sowie Laub von Bäumen und Sträuchern. Gelegentlich werden auch Gräser und Kräuter gefressen. In der Nähe des Menschen sind sie nicht selten auch auf Getreidefeldern zu beobachten. Je nach Jahreszeit, vor allem während der Regen- und Trockenzeit kann die Nahrungszusammensetzung stark variieren.

Fortpflanzung

Der Graumazama erreicht die Geschlechtsreife mit rund einem Jahr. Während einer Saison kommt es zu einem Wurf, die Paarungszeit erstreckt sich in den meisten Verbreitungsgebieten über das ganze Jahr. Nach einer Tragezeit von rund 230 bis 240 Tagen bringt das Weibchen an geschützter Stelle ein Jungtier zur Welt. Für die nächsten sechs Monate säugt die Mutter ihr Junges. Jedoch nimmt es einige Monate vorher schon zusätzlich feste Nahrung zu sich. Kurze Zeit nach dem Absetzen wird ein Jungtier selbständig und verlässt die Mutter. Die Lebenserwartung beträgt um die zehn Jahre.

Gefährdung und Schutz

Graumazamas gehören noch nicht zu den bedrohten Art. Auch wenn keine verlässliche Zahlen vorliegen, so kann man davon ausgehen, dass es um die Art noch nicht so schlecht steht. In der Roten Liste der IUCN wird der Graumazama als nicht gefährdet geführt. Graumazamas werden traditionell von der Bevölkerung wegen des Fleisches gejagt. Da Graumazamas auch auf landwirtschaftlichen Flächen Schäden anrichten können, werden sie von Farmern verfolgt. In weiten Teilen der Verbreitungsgebiete ist eine weitreichende Zerstörung der natürlichen Lebensräume zu beobachten.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Familie der Hirsche (Cervidae)

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999

Links

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