Graupelikan
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| Graupelikan | |
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| Systematik | |
| Klasse: | Vögel (Aves) |
| Unterklasse: | Neukiefervögel (Neognathae) |
| Ordnung: | Ruderfüßer (Pelecaniformes) |
| Familie: | Pelikane (Pelecanidae) |
| Gattung: | Pelikane (Pelecanus) |
| Art: | Graupelikan |
| Wissenschaftlicher Name | |
| Pelecanus philippensis | |
| Gmelin, 1789 | |
| IUCN-Status | |
| Vulnerable (VU) - IUCN
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Der Graupelikan (Pelecanus philippensis) zählt innerhalb der Familie der Pelikane (Pelecanidae) zur Gattung der Pelikane (Pelecanus).
Inhaltsverzeichnis |
Beschreibung
Aussehen und Maße
Der Graupelikan erreicht eine Körperlänge von 130 bis 140 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 210 bis 230 Zentimeter sowie ein Gewicht von 4.000 bis 6.000 Gramm. Weibchen bleiben ein wenig kleiner und leichter als Männchen. Das Obergefieder ist überwiegend gräulich gefärbt, ventral weist das Gefieder eine weißliche Färbung auf. Der Oberkopf ist durch einen aufstellbaren Federschopf gekennzeichnet, der insbesondere während der Paarungszeit ausgeprägt ist. Der Bereich um die Augen bis hin zum Schnabelansatz ist unbefiedert und gelblich gefärbt. Wie alle Pelikane, so verfügt auch der Graupelikan über einen gewaltigen Schnabel, der eine Länge von über 30 Zentimeter erreichen kann. Der Schnabel ist im wesentlichen gräulich gefärbt, der Kehlsack weist eine leicht gelbliche Färbung auf. Die recht kurzen Extremitäten und die großen Füße weisen eine bräunliche Färbung auf.Verhalten
Graupelikane sind tagaktive und gesellige Vögel, die meist in Gruppen anzutreffen sind. Dies gilt auch für die Nahrungssuche, die grundsätzlich in Gruppen stattfindet. Während der Paarungszeit brüten sie in kleinen Kolonien und legen rund um ihr Nest ein territoriales Verhalten an den Tag. Außerhalb der Paarungszeit verhalten sich Graupelikane nicht territorial und leben in geselligen Gruppen in loser Zusammensetzung. Die Nahrungsaufnahme erfolgt, indem der Schnabel tief ins Wasser eingetaucht wird. Neben Unmengen an Wasser wird so auch Nahrung in Form von Fischen und Krebstieren aufgenommen. Die Nahrungsaufnahme liegt bei den Graupelikanen pro Tag bei rund 1.000 Gramm. Je nach Verbreitungsgebiet sind Graupelikane Zugvögel, die mit Beginn der kühlen Jahreszeit in Winterquartiere ziehen. Der Zug erfolgt zumeist in großen Schwärmen. Trotz der Größe sind Graupelikane gute und elegante Flieger, die vor allem die Thermik für lange und energiesparende Gleitflüge ausnutzen. Ihr Element ist allerdings das Wasser, hier zeichnen sie sich durch hervorragende Schwimmeigenschaften aus.
Verbreitung
Graupelikane sind in Indien, auf Sri Lanka und Südostasien verbreitet. In Südostasien sind sie insbesondere an den Küsten von Sumatra und in Kambotscha anzutreffen. Ursprünglich war der Graupelikan auch in Pakistan, auf Java und den Philippinen, in China, Laos und Nepal verbreitet. In diesen Verbreitungsgebieten gilt er als bereits ausgestorben. Die Brutgebiete liegen heute nur noch im Süden Indiens, auf Sri Lanka und an den Küsten von Kambotscha. Graupelikane leben an Seen, Teichen, Mündungsdelta und an Küsten. Sie bevorzugen sowohl Süß- und Brack- als auch Salzwasser.
Prädatoren
Ausgewachsene Graupelikane haben im Grunde keine natürlichen Fressfeinde. Jedoch fallen die Eier und die Jungvögel gelegentlich räuberisch lebenden Tieren zum Opfer. Neben dem Goldschakal (Canis aureus) zählen vor allem Raben und Krähen (Corvus) zu den Hauptfressfeinden. Insbesondere die Eier werden von diesen Räubern gerne gefressen.
Ernährung
Der Graupelikan ernährt sich hauptsächlich von Fischen in passender Größe sowie Krebstieren und Amphibien als Beifang. Dabei treiben die Pelikane in größeren Gruppen schwimmend auf dem Wasser Fische in Flachgewässer und schöpfen mit ihren riesigen Schnäbeln ihre Beute aus dem Wasser. Die Gemeinschaftsjagd ist eine energiesparende und effiziente Methode der Nahrungsgewinnung. Nachdem das Wasser aus dem Schnabel gedrückt wurde, wird die Beute im Ganzen verschlungen. In der Regel nimmt der Graupelikan rund ein Kilogramm an Nahrung am Tag zu sich.
Fortpflanzung
Graupelikane erreichen die Geschlechtsreife mit etwa 2,5 Jahren. Die Paarungszeit erstreckt sich im Hauptbrutgebiet auf Sri Lanka von Dezember bis in den April hinein. In Kambotscha und Indien beginnt die Paarungszeit meist schon zwei Monate früher. Während dieser Zeit kommt es nur zu einem Gelege. Graupelikane leben in einer monogamen Saisonehe. Eine Paarbindung über mehrere Jahre findet bei den Vögeln dabei nicht statt. Nachdem sich ein Paar gebildet hat beginnt der Nestbau. Dabei herrscht eine strikte Arbeitsteilung; das Männchen sorgt für Baumaterial, das Weibchen verbaut dieses. Die Nester entstehen in hohen Bäumen und werden im wesentlichen aus Ästen und Reisig gebaut. Als Kolonienbrüter finden sich meist 10 bis 15 Paare in einem Baum oder einer Baumgruppe zusammen. Jedoch wird jedes einzelne Nest von den Brutpaaren verteidigt. Rund um das Nest wird also ein imaginäres Revier gebildet.
In das fertige Nest legt das Weibchen im Abstand von gut zwei Tagen meist drei Eier. Die Brutzeit beträgt durchschnittlich 30 Tage und teilt sich auf beide Elternvögel auf. Die Küken sind beim Schlupf noch nackt und blind, nach einigen Tagen öffnen sie aber bereits die Augen. Sie werden anfangs mit hochgewürgter und bereits vorverdauter Nahrung gefüttert. Später werden sie mit ganzen Fischen gefüttert, die die Jungvögel gleich aus dem Schlund der Altvögel fischen. Flugfähig sind die Jungvögel mit 80 bis 90 Tagen. Unter den Jungvögeln in einem Nest herrscht ein großer Konkurrenzkampf, dem regelmäßig schwächere Vögel zum Opfer fallen. Oft kommt nur ein Jungvogel durch. Graupelikane können in Freiheit ein Alter von über 20 Jahren erreichen. Die Lebenserwartung in Gefangenschaft liegt bei etwa 30 Jahren.
Gefährdung und Schutz
Der Graupelikan gehört heute zu den gefährdeten Arten innerhalb der Familie der Pelikane. Man schätzt die aktuellen Bestände auf 10.000 bis 11.000 Individuen. Dementsprechend wird der Graupelikan in der Roten Liste der IUCN aus gefährdet (VU, Vulnerable) geführt. Die Hauptgefährdungsfaktoren, historisch und aktuell, sind insbesondere die Bejagung durch den Menschen, die Vernichtung der natürlichen Lebensräume , Nahrungsmangel durch Überfischung und die Umweltverschmutzung.
Anhang
Literatur und Quellen
- Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
- Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
- Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978

