Grauwasseramsel

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Grauwasseramsel

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Wasseramseln (Cinclidae)
Gattung: Wasseramseln (Cinclus)
Art: Grauwasseramsel
Wissenschaftlicher Name
Cinclus mexicanus
Swainson, 1827

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Grauwasseramsel (Cinclus mexicanus) zählt innerhalb der Familie der Wasseramseln (Cinclidae) zur Gattung der Wasseramseln (Cinclus).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Grauwasseramsel erreicht eine Körperlänge von etwa 18 Zentimeter. Der Körper wirkt trotz der geringen Größe ausgesprochen kompakt. Das Gefieder ist überwiegend gräulich gefärbt. Am Kopf und am Hals kann sich eine graubraune Färbung zeigen. Die Flügel weisen ein schmales Band mit dunkelgrauen Markierungen auf. Dies ist insbesondere im Winter der Fall. Der Körper wird durch lange Beine getragen, die gräulich bis gelblichgrau gefärbt sind. Die Beine enden in vier Zehen, wovon eine Zehe nach hinten und drei Zehen nach vorne zeigen. Der mittellange Schnabel ist gerade geformt und weist eine graubraune bis schwarze Färbung auf. Im Bereich der Augen zeigen sich kleine weißliche Schmuckfederchen. Das Wintergefieder ist ähnlich, jedoch ist die Bauchseite deutlich heller gefärbt. Das Gefieder ist ausgesprochen wasserdicht. Dies wird mittels einer hoch entwickelten Bürzeldrüse erreicht, mit deren Sekret das Gefieder eingefettet wird. Die Grauwasseramsel hat verschließbare Nasenlöcher, so dass unter Wasser keine Flüssigkeit in die Nasenlöcher eindringen kann. Dies ist eine Anpassung an das teilweise aquatische Leben. Außerhalb der Paarungszeit ist die Wasseramsel durchaus gesellig, zur Paarungszeit ziehen sich die Vögel paarweise zurück.

Verbreitung

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Grauwasseramseln finden hauptsächlich im Nordwesten Nordamerikas und in Teilen Mittelamerikas ihre Verbreitung. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Alaska und dem westlichen Kanada bis hinunter ins südliche Kalifornien. In Mittelamerika reicht das Verbreitungsgebiet von Mexiko bis an den die Grenze von Südamerika. Man trifft Wasseramseln hauptsächlich in Höhenlagen von 2.500 bis 3.500 Metern über NN. an. In der Ebene sind sie meist nur im Winter anzutreffen. Beliebte Habitate sind in der Regel größere Flussläufe und größere Bergseen mit steinigen Ufern. In unmittelbarer Nähe zu einem Ufer wird auch gebrütet. Ebenso erfolgt hier die Nahrungssuche.

Ernährung

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Die Wasseramsel ernährt sich von wirbellosen Tieren und kleinen Fischchen, die sie im Wasser erbeutet. Dazu gehören neben Insekten auch deren Larven. Nahrung wird nur tauchend erbeutet. Dabei ist die in der Lage bis in Tieren von drei Meter zu tauchen. Tauchzeiten von bis zu 20 Sekunden sind dabei keine Seltenheit. Das Gefieder ist durch einen feinen Ölfilm wasserdicht. Gelegentlich frisst sie auch Wasserpflanzen. Diese stellen aber nur einen kleinen Teil ihrer Nahrung dar.

Fortpflanzung

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Die Paarungszeit erstreckt sich in den natürlichen Verbreitungsgebieten über das Frühjahr. Im hohen Norden beginnt die Paarungszeit meist ein oder zwei Monate später. Die Balz ist vor allem durch Balztänze und Gesang der Männchen gekennzeichnet. Das Nest ist ein kugelförmiges Gebilde, das über einen seitlichen Eingang verfügt. Es entsteht nahe dem Wasser in Felsspalten, unter Steinen oder an ähnlich geschützten Plätzen. Als Baumaterial dienen meist kleine Ästchen, Reisig und andere pflanzliche Materialien. Das Weibchen legt vier bis fünf weißliche Eier, die eine Größe von 26 mal 19 Millimeter aufweisen. Die Eier werden alleine vom Weibchen über einen Zeitraum von 16 bis 17 Tagen ausgebrütet. Die Versorgung des Nachwuchses wird von beiden Elternteilen übernommen. Verfüttert werden meist Wasserinsekten und Larven. Die Nestlingszeit erstreckt über vier Wochen (gut 28 bis 28 Tage). Danach sind die Jungvögel flügge und fliegen in die Selbständigkeit hinaus.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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