Großaugenspinne

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Großaugenspinne

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Teilordnung: Entelegynae
Familie: Kescherspinnen (Deinopidae)
Gattung: Deinopis
Art: Großaugenspinne
Wissenschaftlicher Name
Deinopis subrufa
L. Koch, 1879

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:006203]

Die Großaugenspinne (Deinopis subrufa) gehört innerhalb der Familie der Kescherspinnen (Deinopidae) zur Gattung Deinopis. Im Englischen wird die Art rufous net-casting spider genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Großaugenspinne erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 10 bis 15 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 25 Millimeter. Diese schlanke, langbeinige Spinne besitzt acht Augen, von denen zwei Augen enorm erweitert sind, die sich zentral auf dem Prosoma bzw. an der Vorderseite des Kopfes befinden und wie Scheinwerfer wirken. Diese großen Augen bieten ein hervorragendes Sehvermögen. Ihre zusammengesetzten Linsen weisen eine F-Zahl von 0,58 auf, d. h., sie können vorhandenes Licht effizienter als eine Katze (F 0,9) oder eine Eule (F 1,1) bündeln. Das Bild konzentriert sich auf die großen lichtempfänglichen Netzhaut-Bereiche. Die rezeptiven Teile dieser Bereiche sind mit Beginn der Dämmerung zerstört und regenerieren sich in der Nacht. Der Körper des Weibchens weist eine leicht lachsbraune Färbung auf und das Opisthosoma besitzt an den Seiten zwei Höcker und zeigt kleine orangefarbene Flecken. Das Männchen ist insgesamt kleiner und dünner und besitzt spindeldürre Beine. Der Körper des Männchens ist dunkel getönt und mit hellgrauen Längsstreifen besetzt. Über den Augen erkennt man ein Paar kleine weiße Hörner.

Lebensweise

Die Großaugenspinne hält sich vorwiegend im Buschland und in Gärten auf. Tagsüber verbirgt sich die Spinne unter Laub. In der Nacht webt die Spinne schöne kleine Netze aus bläulich-weißer cribellater Seide, die ungefähr so groß wie eine Briefmarke sind.
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Großaugenspinne
Diese kleinen Netze befinden sich meist in niedriger Vegetation, die in der Regel über eine breite Fläche verteilt sind, wie zum Beispiel über ein breites Blatt, ein Stück Rinde, über einen Baumstamm oder sogar über dem Boden, wo sich die meisten Insekten (Insecta) aufhalten und sich in den Netzen verfangen. Die Netze werden meist mit weißen Flecken von Kot bestückt, um so die Insekten (Insecta) anzulocken. Die Spinne hängt in dem trapezförmigen Netz mit dem Kopf nach unten und wartet auf Beute, dabei sind ihre großen Augen immer auf die weißen Kotflecken gerichtet.

Verbreitung

Die Großaugenspinne ist in Ost-Australien, Tasmanien sowie im südlichen Queensland weit verbreitet. Die Lebensräume dieser Art sind meist Wälder sowie Heideland und Buschland. Man findet die Spinne aber auch in Gärten, wo sie sich tagsüber unter Laub versteckt.

Ernährung

Die Großaugenspinne ernährt sich von Schaben (Blattodea), Ameisen (Formicidae), Spinnentieren (Arachnida), Motten (Tineidae) sowie von Grillen (Gryllidae). Die Beutetiere verheddern sich meist in den klebrigen cribellaten Fäden des Netzes. Die Spinne eilt dann rasch herbei, lähmt das Beutetier mit einem Biss und wickelt es anschließend mit Seide ein. Während die Spinne die Beute verspeist, beginnt sie zugleich ein neues Netz für die nächste Mahlzeit zu weben. Die Beutetiere sind manchmal so groß wie männliche Braune Falltürspinnen (Nemesiidae) und wie Waldgrillen (Nemobius sylvestris).

Großaugenspinne
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Großaugenspinne

Fortpflanzung

Die Großaugenspinne ist im Sommer geschlechtsreif und die Paarung findet meist im Herbst statt. Das Männchen webt einen Paarungsfaden, um auf diesem sein Sperma zu lagern. Auf diesem Paarungsfaden findet auch die Paarung statt. Das Sperma nimmt das Männchen dann mit den Bulben auf, um es später dem Weibchen zu überreichen. Die Bulben liegen an den Pedipalpen. Im Zuge der folgenden Kopulation, die nur wenige Sekunden dauert, führt das Männchen seine Bulben in die Epigyne (äußeres weibliches Geschlechtsorgan) des Weibchens ein und injiziert das Sperma. Nach der Paarung webt das Weibchen bis zu vier runde Eikokons, die einen Durchmesser von 9 bis 10 Millimeter aufweisen. Die äußere Schicht besteht aus einer dicht gewebten lachsbraunen schwarz-gefleckten Seide. Die Eikokons befinden sich in niedriger Vegetation, die mit Zweigen, Blattlaub sowie Erdklümpchen bedeckt sind, um so die Eikokons vor möglichen Fressfeinden zu schützen. Die dunkelbraunen Spiderlinge schlüpfen im Frühjahr und sehen wie eine Wolke kleiner Anker aus, die mit ihrem schmalen Körper und mit ausgebreiteten Beinen in Seidenfäden über dem Eikokon hängen. In fünf bis sechs Wochen beginnen die Spiderlinge selbständig eigene kleine Netze zu weben.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 18. April 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

'Persönliche Werkzeuge