Große Anakonda

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Große Anakonda

Systematik
Klasse: Kriechtiere (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Familie: Riesenschlangen (Boidae)
Gattung: Anakondas (Eunectes)
Art: Große Anakonda
Wissenschaftlicher Name
Eunectes murinus
Linnaeus, 1758

Verbreitungsgebiet
Verbreitungsgebiet der Großen Anakonda

Die Große Anakonda (Eunectes murinus), auch Grüne Anakonda genannt, zählt zur Familie der Riesenschlangen (Boidae) und gehört zur Gattung der Anakondas (Eunectes).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Große Anakonda kann über 7 Meter lang werden. Die durchschnittliche Größe eines Weibchen in freier Wildbahn liegt allerdings bei 350 bis 500 cm, die des Männchen bei 188 bis 350 cm. Längen von über 700 cm sind die absolute Ausnahme. Obwohl weibliche Tiere in Gefangenschaft regelmäßig Längen von über 5 Meter erreichen gehören Längenangaben von über 7,5 Metern eher ins Reich der Mythen und Fabeln (Zwar gibt es eine Haut, welche zu einer über 8 Meter langen Anakonda gehört haben soll, jedoch haben Untersuchungen befunden das diese durch Menschenhand gestreckt wurde. Mit einem durchschnittlichen Gewicht von 30 Kg in freier Wildbahn und einem Maximalgewicht von 130 Kg in Gefangenschaft als auch knapp 100 Kg in freier Wildbahn, ist sie die schwerste Schlange der Welt. Einzelne Exemplare können auch ein Gewicht von 180 oder gar 220 Kg erreichen. In der Länge ist ihr nur der Netzpython überlegen, bei welchem selbst in freier Wildbahn längen von über 7 Metern regelmäßig vorkommen. Zwar bleibt der Netzpython deutlich schlanker, doch ist er dennoch Kräftiger und verfügt über ein besseres Gebiss sowie höhere Intelligenz.

Die Färbung reicht von bräunlich bis olivbraun. Der Rücken und die Flanken sind mit ovalen dunklen Flecken gekennzeichnet. Die Bauchseite ist weißlich bis cremefarben oder gelblich. Der sehr große und breite Kopf setzt sich deutlich vom Hals ab. Hinter den Augen verlaufen zwei scharze Linien, die zum Hals hin auslaufen. Zwischen diesen Linien verlaufen meist rötliche bis orangene Innenlinien. Die Augen und die Nasenlöcher liegen auf der Oberseite des Kopfes, so daß die Schlange im Wasser liegend gut sehen und atmen kann. Der Körper ist insgesamt extrem muskulös und stämmig.

An Land bewegt sich die Große Anakonda langsam und träge, im Wasser hingegen ist sie sehr beweglich und flink. Sie ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Die Anakonda wird als nicht Gefährdet eingeschätzt. In den meisten südamerikanischen Ländern ist der Handel mit dieser Art streng verboten oder zumindest eingeschränkt. Das Washingtoner Artenschutzabkommen, Anhang II, stellt sie unter weltweitem Schutz.

Verbreitung

Die Große Anakonda lebt in Südamerika hauptsächlich im Orinoko- und Amazonasbecken. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Brasilien, Bolivien, Ecuador, Guyana, Kolumbien, Venezuela, Peru und Paraguay. Sie lebt in Wassernähe, meist in Mooren, Sümpfen, an Seen oder in Überschwemmungsgebieten. Sie lebt semiaquatisch und hält sich meist im Wasser auf.

Nahrung

Die Große Anakonda ist nicht wählerisch. Sie frisst alles was sich überwältigen läßt. Dazu gehören Säugetiere wie junge Tapire, Capybaras und andere Nagetiere, kleine Kaimane und Vögel. Meist lauert sie ihrer Beute im Wasser auf. Ist eine Beute in Reichweite, so wird blitzschnell zugeschlagen. Das Beutetier wird vollständig umschlungen und durch Muskelkontraktion erwürgt. Sie verschlingt die Beute mit dem Kopf voran in einem Stück. Es dauert oft Wochen bis große Beutetiere verdaut sind. Danach kann sie teilweise Monate lang fasten. Es gibt wenige Aufzeichnungen über Angriffe auf Menschen, darunter befinden sich auch Todesfälle.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife wird meist im vierten Lebensjahr erreicht. Die Paarungszeit beginnt für gewöhnlich mit dem Ende der Trockenzeit. Bei der eigentlichen Paarung umschlingt das Männchen das Weibchen und regt es mit seinen Sporen an. Meist wird die Paarung im Wasser vollzogen. Die Große Anakonda ist lebendgebährend. Nach einer Trächtigkeit von 210 bis 230 Tagen bringt das Weibchen zwischen 20 und 40 Jungtiere zur Welt, die eine Schlupflänge von 70 bis 80 cm sowie ein Gewicht von durchschnittlich 250 Gramm haben. In Gefangenschaft können sie ein Alter von 30 bis 35 Jahren erreichen. In Freiheit liegt die Lebenserwartung bei zehn bis zwanzig Jahren.

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