Großer Gleithörnchenbeutler

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Großer Gleithörnchenbeutler

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Beutelsäuger (Metatheria)
Ordnung: Diprotodontia
Familie: Gleitbeutler (Petauridae)
Gattung: Gleithörnchenbeutler (Petaurus)
Art: Großer Gleithörnchenbeutler
Wissenschaftlicher Name
Petaurus australis
Shaw, 1791

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Große Gleithörnchenbeutler (Petaurus australis) zählt innerhalb der Familie der Gleitbeutler (Petauridae) zur Gattung der Gleithörnchenbeutler (Petaurus).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Verbreitung
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Verbreitung

Aussehen und Maße

Der Große Gleithörnchenbeutler erreicht eine Körperlänge von 27 bis 30 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 42 bis 48 Zentimeter sowie ein Gewicht von 450 bis 700 Gramm. Die Geschlechter zeigen keinen offensichtlichen Dimorphismus, jedoch bleiben Weibchen ein wenig kleiner und leichter als Männchen. Der Beutel der Weibchen weist eine Zweiteilung auf, die beiden Kammern sind durch eine gut entwickelte Membrane geteilt. Diese Eigenschaft weist kein anderes Beuteltier auf. Das sehr weiche und dichte Fell ist dorsal gräulich gefärbt, ventral zeigt sich eine gelblich bis gelblichorangene Färbung. Die Tiere verfügen zwischen den Handgelenken und den Fußknöcheln über eine behaarte Flugmembran, die bei den kurzen Gleitflügen aufgespannt wird, indem die Arme und Beine vom Körper gestreckt werden. Die große Ohren sind nackt und sitzen weit hinten am Kopf, sie weisen eine stehende Form auf. Der sehr lange Schwanz ist dicht behaart und endet in einer schwärzlichen Spitze. Er ist deutlich länger als der Körper. Beim Gleiten und Klettern dient er der Stabilisierung. Die Füße sind dunkel, fast schwarz gefärbt.

Lebensweise

Große Gleithörnchenbeutler sind nachtaktive Beuteltiere. Während des Tages ruhen sie an geschützter Stelle, meist in ausgehöhlten Baumstämmen oder an ähnlichen Stellen. In der Nacht sind Große Gleithörnchenbeutler sehr aktiv, auf der Suche nach Nahrung legen sie Nacht für Nacht Strecken von ein bis zwei Kilometer zurück. Dabei bewegen sie sich fast ausschließlich in den Bäumen fort, den Boden betreten sie nur selten. Große Gleithörnchenbeutler sind ausgesprochen territorial und beanspruchen ein Revier in einer Größe von 30 bis 60 Hektar, dass gegenüber Artgenossen und anderen Eindringlingen aktiv verteidigt wird. Sie sind dennoch durchaus sozial und leben in kleinen Familiengruppen, die aus einem Pärchen und deren Nachwuchs bestehen. Gelegentlich hält sich ein Männchen auch zwei Weibchen. Noch nichtverpaarte Tiere leben einzelgängerisch.

Unterarten

Wissenschaftlicher Name Erstbeschreiber IUCN-Status Vorkommen
Petaurus australis australis Shaw, 1791 LR östliches Queensland sowie an der Westküste von New South Wales
Petaurus australis reginae Thomas, 1923 LR nördliches Queensland

Verbreitung

Große Gleithörnchenbeutler sind im Bereich der Ostküste Australiens weit verbreitet. Das Verbreitungsgebiet der beiden Unterarten erstreckt sich vom nördlichen Queensland bis in den Süden von Victoria. Bevorzugter Lebensraum sind lichte und geschlossene Wälder im Bereich der Küste und des Hinterlandes, in denen reichlich Eucalyptusbäume wachsen. Große Gleithörnchenbeutler bewohnen fast ausschließlich Eucalyptusbäume.

Ernährung

Der Große Gleithörnchenbeutler ernährt sich überwiegend von Pollen, Nektar und anderen Baumsäften. Besonders der Saft und Nektar von Eucalyptusbäumen steht bei den Tieren hoch im Kurs. An den Saft der Eucalyptusbäume kommen die Tiere, indem ein Ast angebissen wird und der aus der Wunde austretende Saft aufgeleckt wird. Darüber hinaus nehmen Große Gleithörnchenbeutler auch kleinere Insekten (Insecta), deren Larven und Spinnentiere (Arachnida) zu sich.

Fortpflanzung

Große Gleithörnchenbeutler erreichen die Geschlechtsreife im Alter von zwei Jahren. Die Paarungszeit erstreckt sich über die Regenzeit. Dies ist in den natürlichen Verbreitungsgebieten in aller Regel zwischen Mai und September der Fall. Im südlichen Australien, insbesondere in Victoria erstreckt sich die Paarungszeit davon abweichend von August bis Dezember. Große Gleithörnchenbeutler leben in einer monogamen Einehe. Die eigentliche Paarung erfolgt wie das gesamte Leben; in den Bäumen. Nach einer Tragezeit von 18 bis 20 Tagen bringt das Weibchen zumeist ein, selten auch zwei Jungtiere zur Welt. Die Jungtiere kriechen nach der Geburt selbständig in einen der beiden Beuteltaschen, wo sie sich an der Zitze festsaugen. Sie bleiben für rund drei Monate im Beutel und ernähren sich während dieser Zeit ausschließlich von der Muttermilch. Anfang des 4. Lebensmonates, meist ab dem 100. Tag kommen die Jungen erstmals aus dem Beutel. Sie werden für einen Zeitraum von gut 18 Monaten von den Eltern betreut und verlassen erst danach den Familienverband. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei sechs bis sieben Jahren.

Gefährdung und Schutz

Große Gleithörnchenbeutler gelten heute noch nicht als gefährdet, jedoch befinden sich die Bestände der Populationen seit vielen Jahren im freien Fall. Hauptgründe liegen vor allem in der Vernichtung oder Zerteilung der natürlichen Lebensräume, die Bejagung, die Vernichtung von Lebensraum durch Buschfeuer sowie der Verlust durch Prädatoren wie Rotfüchse (Vulpes vulpes) und verwilderte Hauskatzen (Felis silvestris forma catus). Auch saubere Wälder, in denen Altholzbestand entfernt wurde, ist den Großen Gleithörnchenbeutlers keineswegs dienlich. Dadurch gehen den Tieren die schützenden Baumhöhlen verloren. Aktuell wird der Große Gleithörnchenbeutler in der Roten Liste der IUCN als noch nicht gefährdet geführt.

Anhang

Literatur und Quellen

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