Großfleck-Zibetkatze
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| Großfleck-Zibetkatze | |
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| Systematik | |
| Klasse: | Säugetiere (Mammalia) |
| Unterklasse: | Lebendgebärende Säugetiere (Theria) |
| Teilklasse: | Höhere Säugetiere (Eutheria) |
| Ordnung: | Raubtiere (Carnivora) |
| Überfamilie: | Katzenartige (Feloidea) |
| Familie: | |
| Unterfamilie: | Zibetkatzen (Viverrinae) |
| Gattung: | Asiatische Zibetkatzen (Viverra) |
| Art: | Großfleck-Zibetkatze |
| Wissenschaftlicher Name | |
| Viverra megaspila | |
| Blyth, 1862 | |
| IUCN-Status | |
| Least Concern (LC) - IUCN
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Die Großfleck-Zibetkatze (Viverra megaspila) zählt innerhalb der Familie der Schleichkatzen (Viverridae) zur Gattung der Asiatischen Zibetkatzen (Viverra). Im Englischen wird die Großfleck-Zibetkatze Large-spotted Civet genannt.
Zahlreiche Forscher sehen die Malabar-Zibetkatze (Viverra civettina) als Unterart der Großfleck-Zibetkatze und führen diese als Viverra megaspila civettina.
Inhaltsverzeichnis |
Beschreibung
Aussehen und Maße
Die Großfleck-Zibetkatze erreicht eine Körperlänge von 76 bis 80 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 37 bis 40 Zentimeter sowie ein Gewicht von 6 bis 7,5 Kilogramm. Das Fell weist eine gräuliche bis goldbraune Grundfärbung auf und ist mit braunen und schwarzbraunen Tupfen, lateral zuweilen auch mit Streifen durchzogen. Im Bereich des Nackens zeigen sich schwarze und weiße Streifen. Die Mähne im Nackenbereich kann bei Erregung aufgestellt werden. Der Schwanz ist mit 5 bis 7 weißlichen Bändern geringelt. Der Kopf ist zur Schnauze hin spitz zulaufend. Die kleinen und spitzen Ohren sitzen weit hinten am Schädel. Die Schnauzenspitze ist schwarz gefärbt. Hier zeigen sich lange Tasthaare, die sogenannten Vibrissen, die der Orientierung dienen. Die Augen sind nach vorne gerichtet, was ein räumliches Sehen ermöglicht. Die mittellangen Extremitäten enden an den Füßen in kräftige Krallen. Die Krallen können nicht zurückgezogen werden. Zwischen den Zehen zeigt sich eine schwache Behaarung.
Lebensweise
Großfleck-Zibetkatze leben einzelgängerisch und sind ausschließlich in der Nacht aktiv. Zu dieser Zeit gehen sie auch auf Nahrungssuche. Am Tage ruhen Großfleck-Zibetkatzen in dichter Bodenvegetation. Man geht davon aus, dass Großfleck-Zibetkatzen sich territorial verhalten und ihr Revier gegenüber Artgenossen verteidigen. Die Reviere der Männchen und Weibchen überlappen sich meist. Zu einer Begegnung kommt es jedoch nur zu Paarungszeit. Über die Lebensweise ist sehr wenig bekannt. Es ist aber wahrscheinlich, dass Großfleck-Zibetkatzen ausschließlich am Boden leben.
Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Großfleck-Zibetkatze erstreckt sich heute nur noch in Teilen Thailands und des südlichen Myanmar. Kleinere Populationen leben noch in Kambodscha, im südlichen und südwestlichen China, in Laos, in Vietnam und in Malaysia. Ursprünglich waren die Tiere auch in Teilen des östlichen Indiens anzutreffen. Bevorzugter Lebensraum sind tropische Regenwälder, meist in der Nähe eines Gewässers. Eine dichte Bodenvegetation bietet den Tieren am Tage ausreichend Schutz.
Ernährung
Großfleck-Zibetkatzen ernähren sich als Allesfresser sowohl von tierischer Nahrung als auch von pflanzlicher Kost. Auf der Speisekarte weit oben stehen kleinere Säugetiere (Mammalia) und die Eier von Vögeln (Aves) sowie reife Früchte. Die Nahrungssuche erfolgt wahrscheinlich ausschließlich auf dem Waldboden. In Bäumen sind Großfleck-Zibetkatzen bislang nicht beobachtet worden.
Fortpflanzung
Über das Fortpflanzungsverhalten ist ausgesprochen wenig bekannt. Die Großfleck-Zibetkatze erreicht die Geschlechtsreife wie die meisten Schleichkatzen mit rund zwei Jahren. In den tropischen Lebensräumen können sich die Großfleck-Zibetkatzen das ganze Jahr über fortpflanzen. Die Hauptpaarungszeit erstreckt sich in der Regel jedoch über die Regenzeit. Die Geschlechter treffen nur während der Paarungszeit aufeinander und leben ansonsten einzelgängerisch. Kurz nach der Paarung trennen sich die Geschlechter wieder. Die Aufzucht des Nachwuchses obliegt ausschließlich dem Weibchen. Nach einer Tragezeit von rund 80 Tagen bringt das Weibchen zwischen 1 bis 4 (2-3) Jungtiere an einem geschützten Platz zur Welt. Die Nester befinden sich meist in dichter Vegetation am Waldboden. Die Jungtiere sind katzentypisch noch nackt und blind. Nach zwei bis drei Monaten werden sie von der Muttermilch entwöhnt und beginnen mit der Aufnahme fester Nahrung. Mit gut einem Jahr sind die Jungtiere unabhängig und verlassen ihre Mutter. Die Lebenserwartung liegt in Freiheit bei 15 bis 20 Jahren. Ein Alter von 20 Jahren wird jedoch nur in Gefangenschaft erreicht.
Ökologie, Gefährdung und Schutz
Ursprünglich wurden Großfleck-Zibetkatzen wegen ihres Sekretes Zibet (abgeleitet vom arabischen Zabad, Moschus) stark bejagt. Dieses durchaus wohlriechende Sekret wird über anale Drüsen abgesondert und dient den Tieren der Reviermarkierung. Das Sekret diente vor allem der Parfümherstellung. Dieser Duftstoff wird heute jedoch synthetisch hergestellt.
Man zählt die Großfleck-Zibetkatze heute noch nicht zu den bedrohten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt. Dennoch stehen diese Schleichkatzen vielfältigen Gefahren gegenüber. Dazu gehören vor allem der immer noch anhaltende hohe Jagddruck und die Vernichtung der natürlichen Lebensräume. Insgesamt ist die Großfleck-Zibetkatze nur selten anzutreffen und aufgrund ihrer nachtaktiven Lebensweise noch seltener zu beobachten. In weiten Teilen der Verbreitungsgebiete wird tropischer Regenwald zugunsten von Swietenia-Plantagen (Mahagoni) und Gummibaumplantagen abgeholzt.
Anhang
Siehe auch
- Hauptartikel: Familie der
Schleichkatzen (Viverridae)
Literatur und Quellen
- Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
- Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
- David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
- Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
- Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

