Großmazama

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Großmazama

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hirsche (Cervidae)
Unterfamilie: Trughirsche (Odocoileinae)
Gattung: Spießhirsche (Mazama)
Art: Großmazama
Wissenschaftlicher Name
Mazama americana
Erxleben, 1777

IUCN-Status
Least Concern (LC/DD)

Der Großmazama (Mazama americana) zählt innerhalb der Familie der Hirsche (Cervidae) zur Gattung der Spießhirsche (Mazama).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Großmazama erreicht je nach Geschlecht eine Körperlänge von 90 bis 130 Zentimeter, eine Schulterhöhe von 65 bis 72 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 10 bis 15 Zentimeter sowie ein Gewicht von bis 25 Gramm. Der Großmazama gehört zu den größten Arten innerhalb der Gattung der Spießhirsche. Das kurzhaarige Fell der Großmazama weist im wesentlichen eine braune bis rotbraune Färbung auf. Der Hals ist zumeist mehr gräulich gefärbt. Die Unterseite des Schwanzes und die Bauchseite weisen eine cremefarbene bis weißliche Färbung auf. Jungtiere sind rotbraun gefärbt und weisen auf Rücken und Flanken weißliche Punkte auf. Die Ohren sind mit bis zu zehn Zentimeter recht lang und trichterförmig. Das Geweih ist sehr kurz und besteht nur aus zwei kurzen, leicht gekrümmten Spießen. Beim Männchen kann das Geweih eine Länge von bis zu 14 Zentimeter erreichen. Weibchen verfügen über kein Geweih. Die Vorderbeine sind etwas kürzer als die Hinterbeine. Daher ist die Rückenlinie nach hinten ansteigend.

Verhalten

Großmazamas leben fast ausschließlich einzelgängerisch, eher selten sind die Tiere in Kleinstgruppen anzutreffen. Nur zur Paarungszeit treffen sich die Geschlechter. Als besondere scheue Tiere halten sie sich vorzugsweise im Dickicht verborgen. Ihre aktivste Zeit ist die Dämmerung und die Nacht. Großmazamas legen ein territoriales Verhalten an den Tag und verteidigen ihr Revier, das zumeist etwa ein Quadratkilometer aufweist. Die Reviere der Weibchen decken sich teilweise mit denen der Männchen. Reviergrenzen werden mit Urin und Kot markiert. Großmazamas gelten als ausgesprochen gute Schwimmer.

Verbreitung

Der Großmazama ist in weiten Teilen des tropischen und subtropischen Mittel- und Südamerikas verbreitet. Das Verbreitungsgebiet reicht vom südlichen Mexiko, über Mittelamerika, Venezuela und Kolumbien bis in den Norden von Argentinien. Er ist insbesondere in Argentinien, Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Ecuador, Französisch Guiana, Guyana, Surinam, Uruguay und Venezuela anzutreffen. Lichte tropische Regenwälder und deren Ränder, Sumpfgebiete und Plantagen der Farmer gehören zu den natürlichen Lebensräumen. Die Tiere sind sowohl in halbtrockenen Habitaten als auch in Feuchtgebieten anzutreffen. Offene Habitate werden hingegen strikt gemieden.

Prädatoren

Großmazamas stehen auf der Speisekarte größerer Raubtiere. Zu den bekanntesten Raubtieren, die ein Großmazama oder ein Jungtier reißen können, gehören der Jaguar (Panthera onca) und der Puma (Puma concolor). Jungtiere können gelegentlich auch vom Ozelot (Leopardus pardalis), dem Tayra (Eira barbara) oder größeren Adlern gerissen werden. Der wichtigste Feind ist und bleibt allerdings der Mensch.

Ernährung

Großmazamas ernähren sich von reifen Früchten, Wurzeln, Pilzen, Blüten und Knospen sowie Laub von Bäumen und Sträuchern. Gelegentlich werden auch Gräser und Kräuter gefressen. In der Nähe des Menschen sind sie nicht selten auch auf Getreidefeldern zu beobachten. Je nach Jahreszeit, vor allem während der Regen- und Trockenzeit kann die Nahrungszusammensetzung stark variieren.

Fortpflanzung

Der Großmazama erreicht die Geschlechtsreife mit rund einem Jahr. Während einer Saison kommt es zu einem, selten zu zwei Würfen. Die Paarungszeit erstreckt sich in den meisten Verbreitungsgebieten über das ganze Jahr, jedoch ist die Spitze im Frühjahr zu beobachten. In den südlichen Verbreitungsgebieten wie dem nördlichen Argentinien kommt es meist im September oder Oktober zu Paarungen. Nach einer Tragezeit von rund 210 bis 225 Tagen bringt das Weibchen an geschützter Stelle ein, selten zwei Jungtiere zur Welt. Für die nächsten sechs Monate säugt die Mutter ihr Junges. Jedoch nimmt es einige Monate vorher schon zusätzlich feste Nahrung zu sich. Kurze Zeit nach dem Absetzen wird ein Jungtier selbständig und verlässt die Mutter. Die Lebenserwartung beträgt um die zehn bis zwölf Jahre.

Gefährdung und Schutz

Großmazamas gehören noch nicht zu den bedrohten Art. Auch wenn keine verlässliche Zahlen vorliegen, so kann man davon ausgehen, dass es um die Art noch nicht so schlecht steht. In der Roten Liste der IUCN wird der Großmazama als nicht gefährdet geführt. Großmazamas werden traditionell von der Bevölkerung wegen des Fleisches gejagt. Da Großmazamas auch auf landwirtschaftlichen Flächen Schäden anrichten können, werden sie von Farmern verfolgt. In weiten Teilen der Verbreitungsgebiete ist eine weitreichende Zerstörung der natürlichen Lebensräume zu beobachten.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Familie der Hirsche (Cervidae)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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